Zeppelin Museum Friedrichshafen

Seestraße 22
D - 88045 Friedrichshafen

T: 0049 (0)7541 3801-0
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weitere Ausstellungen

Anton Henning. Midnight in Paris

Jul 26, 2015 bis Jan 10, 2016

tn Anton Henning schafft "kontemplative Ölmalereien" oder "sportliche Skulpturen", erfindet "Antonyme" und "Hennlinge", lobt deren brillanten "Dilettantismus" und verbindet sie lustvoll mit ironischen Zitaten verschiedener kunsthistorischer Stilrichtungen seit der Avantgarde. In einem nächsten Schritt fügt er all dies zu multimedialen Rauminstallationen zusammen: So zu sehen in der Ausstellung "Midnight in Paris" im Zeppelin Museum, für die zahlreiche neue Bilder, Skulpturen, und Objekte entstanden sind.

Mit dem Titel "Midnight in Paris" nimmt Anton Henning Bezug auf den gleichnamigen Film von Woody Allen. Dort streicht, gelangweilt von seiner Verlobten und getrieben von der Sehnsucht nach den "guten alten Zeiten", der Drehbuchautor Gil Pender nachts durch Paris. Plötzlich hält ein Oldtimer vor ihm und eine lustige Fahrgemeinschaft fordert ihn auf mitzukommen. Pender steigt in den Wagen und landet im Paris der 1920er Jahre. Auf ausgelassenen Partys trifft er Picasso, Hemingway, Dali, Josephine Baker, Man Ray, Jean Cocteau, Gertrude Stein und all die anderen schillernden Persönlichkeiten dieser Zeit.

Wie Woody Allen in seinem Film lädt Anton Henning die Besucher dieser außergewöhnlichen Ausstellung auf eine Zeitreise ein. Zunächst betritt er einen dunklen Raum, in dem große Bilder und schwere Skulpturen in ein majestätisches Licht getaucht sind. Im zweiten, hell erleuchteten Teil der Installation findet sich der Besucher in einer fragmentarisch zitierten Avantgarde wieder: Teppiche, Möbel, Leuchten, farbige Wände, Bilder, alles erzählt aus der Perspektive der Gegenwart vom Geist der Avantgarde und dem Kampf der Künstler um das Gelingen des großen Meisterwerks. Dabei durchmischt Anton Henning augenzwinkernd die kunsthistorischen Strömungen.

In der Friedrichshafener Ausstellung setzt sich Anton Henning vor allem mit dem Künstler- und Werkbegriff der Avantgarde auseinander. Er untersucht die Simultaneität der verschiedenen Stilrichtungen, aber auch das durch zwei Weltkriege und eine Weltwirtschaftskrise gehetzte Leben dieser Zeit - die Flucht der Künstler von einem Zentrum zum nächsten: Berlin, Zürich, Paris, New York.

Zeitgleich mit Anton Henning’s Werkschau zeigt das Zeppelin Museum die große Retrospektive "Ré Soupault – Das Auge der Avantgarde". Beide Ausstellungen kreisen thematisch um denselben Kern: den Begriff der Avantgarde und dessen Verortung im Paris der 1920er bis 1940er Jahre. Während Ré Soupault die rasch wechselnden Stile und Moden als Akteurin und Augenzeugin selbst erlebte und gestaltete, ist Hennings Zugang zur Kunst dieser Zeit der Blick zurück nach vorn.

Anton Henning wurde 1964 in Berlin geboren, wohnte in London und New York und lebt heute in Manker. Seine ironischen und leidenschaftlich unkonformen Rauminszenierungen sind international renommiert. So war Anton Henning unter anderem bereits in Einzelausstellungen im Magasin 3, Stockholm (2012); Mamco, Genf (2012); Georg-Kolbe Museum, Berlin (2009); Haus am Waldsee, Berlin (2009); Kunsthalle Mannheim (2009); Gemeente Museum, Den Haag (2008); S.M.A.K. Stedelijk Museum voor Actuele Kunst, Gent (2007); MARTa Herford, Herford (2005), Museum für Moderne Kunst, Frankfurt (2005) und dem Kunstmuseum Luzern (2003) zu sehen.


Anton Henning. Midnight in Paris
26. Juli 2015 bis 10. Januar 2016

Ausstellungsansicht 'Too much Skin, Taste & Turpentine', Magasin 3 Konsthall, Stockholm, 2012; © Magasin 3 Konsthall, Stockholm /Fotograf: Christian Saltas
Ausstellungsansicht 'Frankfurter Salon', MMK, Frankfurt a. M., 2005; © Museum für Moderne Kunst, Frankfurt /Fotograf: Axel Schneider
Ausstellungsansicht 'Too much Skin, Taste & Turpentine', Magasin 3 Konsthall, Stockholm, 2012; © Magasin 3 Konsthall, Stockholm /Fotograf: Christian Saltas
Ausstellungsansicht 'Antonym', Kunsthalle Mannheim, 2009; © Kunsthalle Mannheim /Fotograf: Jörg von Bruchhausen