Galerie allerArt

Am Raiffeisenplatz 1
A - 6700 Bludenz

T: 0043 (0)664 500 55 36

W: http://www.allerart-bludenz.at


weitere Ausstellungen

Hubert Fritz in der Galerie allerArt Bludenz

Sep 9, 2016 bis Okt 16, 2016

tn Der Verein allerArt Bludenz startet mit einer retrospektiven Übersicht zum Schaffen des ersten akademischen Malers von Bludenz, Hubert Fritz (1914 bis 1976), in die Herbstsaison. Dabei handelt es sich um ein Kooperationsprojekt mit dem Vorarlberg Museum. Kuratiert wird die Gesamtschau über Hubert Fritz vom Historiker, Fotografen und Lektor Dieter Petras, der auch ein ausführliches Werkverzeichnis zu diesem Künstler angelegt hat.

Hubert Fritz ist vor allem mit Landschafts- und Stadtansichten sowie Altarbildern bekannt geworden. Aber auch zahlreiche Wandbilder und Sgraffitis an öffentlichen und privaten Bauten im Vorarlberger Oberland sowie Porträts und Blumenstillleben zeugen von seiner enormen Produktivität. Für seine relativ kurze Lebenszeit hat er ein überaus umfangreiches OEuvre hinterlassen.

Die Werke von Fritz sind nachexpressionistisch gefärbt und weisen eine unverkennbare Unmittelbarkeit und Authentizität auf. Die Farbe, die vielfach in großzügiger Flächigkeit und ungebrochenen Tönen aufgetragen wird, ist das wichtigste Ausdrucksmittel des akademischen Malers Bludenzer Provenienz. Auch Formverzerrungen, die Überbetonung von Umrisslinien, die Konzentration auf das Wesenhafte und eigenwillige perspektivische Interpretationen können zum Idiom seiner künstlerischen Sprache werden.

Fritz verzichtet auf strenge Details zugunsten einer Gesamtwirkung und versucht mit seiner freien Handschrift diejenigen Merkmale einer Landschaft oder Stadtansicht herauszuheben, die am nachhaltigsten auf ihn gewirkt haben. Manche Motive malte Fritz immer wieder. Anhand solcher thematischen Iterationen, in denen sich Farbe und Ausdruck verändern, wird deutlich, wie stark auch persönliche Empfindungen und innere Zustände Eingang ins Kunstwerk finden.

Im alltäglichen Leben hatte es Hubert Fritz nicht leicht. Während des Zweiten Weltkrieges verlor er an der Eismeerfront beide Unterschenkel. Dies hinderte ihn aber nicht, sich nach seiner Heimkehr für eine Existenz als freier Künstler zu entscheiden. Ein Dachatelier in der Bludenzer Herrengasse wurde sein Werkraum, zwei Prothesen gewährleisteten ihm eine Grundmobilität.

Dass er Talent zum Malen und Zeichnen besaß, erkannte bereits sein Vater, der ein Malergeschäft betrieb. Dieser brachte ihm die ersten Grundkenntnisse in der Malerei bei. Fritz besuchte nach der Pflichtschule die Kunstgewerbeschule in Innsbruck, danach die Meisterschule in Wien sowie die Kunstakademie in München, ehe er dann 1939 zur Wehrmacht eingezogen wurde.

Zeit seines Lebens sah Fritz den Lebenssinn in der Malerei. Dem Künstlerdasein gab er kompromisslos den Vorzug gegenüber einem Dasein in Sicherheit und künstlerischer Unfreiheit. Er war auch überaus belesen, sodass er sein Schaffen innerhalb der Kunstgeschichte durchaus zu verorten wusste. Seine Werke hat er nur ungern verkauft. Zahlreiche öffentliche Aufträge halfen ihm dabei, nicht nur einen wesentlichen Teil seiner künstlerischen Produktion im Eigenbesitz zu behalten, sondern wichtige Werke auch wieder zurückzukaufen.


Hubert Fritz
9. September bis 16. Oktober 2016