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Optik Schröder II

Feb 3, 2018 bis Jun 3, 2018

tn Die Ausstellung "Optik Schröder II" im mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien zeigt einen repräsentativen Querschnitt durch die Sammlung von Alexander Schröder. Diese zählt zu den profiliertesten deutschen Privatsammlungen für Gegenwartskunst. An den Werken lassen sich einige bestimmende konzeptionelle Tendenzen und Setzungen in der westlichen Kunstentwicklung der vergangenen drei Dekaden ablesen: der Bezug auf das Soziale, queeres Leben, Institutions- und Ökonomiekritik, die Auseinandersetzung mit öffentlichen Räumen und Architektur, Poesie oder aktuelle Formen der Kritischen Malerei. Gerade an den prominent vertretenen kunstschaffenden Kollektiven zeigt sich das Bestreben, tradierte Rollenverständnisse der Künstler_innen, der Kunstproduktion sowie der Vertriebswege strukturell zu unterlaufen bzw. zu transformieren.

In diesem zusammenfassenden Überblick wird ein Sammlungscharakter sichtbar, der sich seit Mitte der 1990er-Jahre durch eine große Nähe zu den Künstler_innen und eine Sensibilität für neue Entwicklungen kontinuierlich ausbilden konnte. Die Ausstellung steht exemplarisch für eine Philosophie des Sammelns, die sich auf Zeitgenossenschaft, Neugierde, Kennerschaft, Humor, Eigensinn und ein herausragendes ästhetisches Gespür gründet. Sie schreckt auch nicht vor raumgreifenden Formaten zurück, die man eher in einem Museumskontext als in einer Privatsammlung vermuten würde.

Ein wesentliches Merkmal der Sammlung ist die frühzeitige intensive wie ausdauernde Auseinandersetzung mit herausragenden künstlerischen Positionen der Gegenwart. Zu den Künstler_innen, die den Charakter der Sammlung besonders prägen, gehören der amerikanische Konzeptkünstler Tom Burr, die schottische Malerin und Installationskünstlerin Lucy McKenzie, der dänische Konzeptkünstler Henrik Olesen sowie der Kölner Künstler und Musiker Kai Althoff. Mit 35 zwischen 1996 und 2015 entstandenen Kunstwerken verfügt die Sammlung Alexander Schröder über ein großes Konvolut von Arbeiten Althoffs, der im vergangenen Winter mit einer Retrospektive im MoMA in New York gewürdigt wurde. Diese werden geschlossen als "Ausstellung in der Ausstellung" gezeigt. Einige der in Wien präsentierten Werke von Althoff sind überhaupt zum ersten Mal in Europa zu sehen.

Alexander Schröder, 1968 in Berlin geboren und als Sohn einer Architektenfamilie in Hamburg aufgewachsen, studierte Anfang der 1990er-Jahre freie Kunst an der Berliner Hochschule der Künste (später umbenannt in Universität der Künste), wo er 1996 als Meisterschüler von Katharina Sieverding seinen Abschluss machte. Bereits 1994 gründete er gemeinsam mit Thilo Wermke in der Auguststraße in Berlin-Mitte die Galerie Neu, die heute zu den renommierten internationalen Programmgalerien zählt. Parallel zur Arbeit als Galerist etablierte Schröder seine eigene Sammlung. Aus der intimen Kenntnis der Kunstwelt heraus formuliert er über den Akt des Sammelns eine Haltung, die den Erwerb von Kunstwerken als Form des Dialogs mit den Künstler_innen, als intellektuelles Spiel und als Rollenwechsel im System der Kunstwelt zelebriert. Heute umfasst die Sammlung ca. 500 Werke, von denen ungefähr 100 nun in Wien gezeigt werden. Nach einer ersten Ausstellung im Frühling 2006 im Kunstverein Braunschweig ist dies nach über zehn Jahren die zweite öffentliche Präsentation der Sammlung.

Das mumok mit seinen Sammlungen gesellschaftsbezogener, minimalistischer und konzeptueller Kunst von den 1960er-Jahren bis heute, die exemplarisch für einen erweiterten Kunstbegriff stehen, bilden den idealen Rahmen, um die Sammlung von Alexander Schröder zu präsentieren. "Optik Schröder II" zeigt ein subjektives, aber repräsentatives Panorama des heutigen Kunstschaffens. In der Auswahl der gezeigten Kunstwerke ermöglicht diese Ausstellung einen Ausblick auf die Kunst unseres Jahrzehnts und verdeutlicht gleichzeitig auf schmerzhafte Weise manche Lücken der mumok Sammlung.

Beteiligte Künstler_innen: Kai Althoff, Lutz Bacher, Cosima von Bonin, KP Brehmer, Tom Burr, Merlin Carpenter, Marc Camille Chaimowicz, Anne Collier, Bernadette Corporation, Lukas Duwenhögger, Jana Euler, Cerith Wyn Evans, Claire Fontaine, Gelitin, Isa Genzken, Ull Hohn, Karl Holmqvist, Alex Hubbard, Peter Hujar, Anne Imhof, Sergej Jensen, Martin Kippenberger, Pierre Klossowski, John Knight, Michael Krebber, Mark Leckey, Klara Lidén, Lucy McKenzie, Christian Philipp Müller, Henrik Olesen, Paulina Olowska, Dietrich Orth, Manfred Pernice, Josephine Pryde, Martha Rosler, Cameron Rowland, Andreas Slominski, Reena Spaulings, Katja Strunz, Philippe Thomas, Danh Vo, Peter Wächtler


Optik Schröder II
Werke aus der Sammlung Alexander Schröder
3. Februar bis 3. Juni 2018

Merlin Carpenter: Audrey Hepburn, 2013. Acryl auf Leinwand, 213,5 x 213,5 cm; Courtesy Sammlung Alexander Schröder
Kai Althoff: Ohne Titel (four men, red and beige, aus der Serie 'Impulse'), 2001. Bootslack, Papier, Aquarell, Firnis, 75 x 50 x 4,2 cm; Courtesy Sammlung Alexander Schröder
Dietrich Orth: Spiegelbild Attrappe, 1988. Acryl und Collage auf Leinwand, 254 x 179 cm; Courtesy Sammlung Alexander Schröder
Paulina Olowska: Provocative, 2001. Öl auf Leinwand, 180 x 160 cm; Courtesy Sammlung Alexander Schröder