Museum Folkwang Essen

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Peter Keetman. Gestaltete Welt

Jun 3, 2016 bis Jul 31, 2016

tn Anlässlich des 100. Geburtstags von Peter Keetman richtet das Museum Folkwang gemeinsam mit der Stiftung F.C. Gundlach dem Fotografen die erste umfassende Retrospektive aus. Die Ausstellung basiert auf der wissenschaftlichen Aufarbeitung des Peter Keetman-Nachlasses, der sich in Hamburg und Essen befindet. Die rund 360 Exponate stellen Keetman als jungen Wilden der stilbildenden Gruppe fotoform vor. Sie zeigen ihn aber auch als einen der innovativsten und poetischsten Fotografen der Nachkriegszeit, der in seinem umfassenden Oeuvre Natur- und Bewegungsstudien, fotografische Experimente, Industriefotografie und angewandte Arbeit miteinander verband.

Das Werk Peter Keetmans (1916-2005) nimmt einen zentralen Platz in der fotografischen Nachkriegsmoderne Deutschlands ein. Diese bisher umfangreichste Werkschau "Peter Keetman. Gestaltete Welt – Ein fotografisches Lebenswerk" (3. Juni – 31. Juli 2016) zeigt erstmalig, wie Keetman in seinem Werk zwei zentrale Strömungen dieser Jahre zusammenbringt: Auf der einen Seite den modernistischen Willen zur Form, zur Gestaltung, zum Experiment und zur Abstraktion, auf der anderen Seite einen humanistischen Weltbezug und die Hinwendung zum Wiederaufbau, zur Stadt, zur Natur, bis hin in ihre elementaren Bausteine. Dabei bilden die frühen Arbeiten des jungen Fotografen, in dieser Breite zum ersten Mal gezeigt, den Auftakt der Schau: seine in der Sichtweise der Neuen Sachlichkeit erprobten Aufnahmen, die Bilder aus dem München der Nazizeit und Fotografien vom Krieg gegen die Sowjetunion.

In den späten 1940er Jahren löst sich Keetman von dieser Arbeitsweise und wird Mitglied der Gruppe fotoform. Er ist maßgeblich daran beteiligt, einer neuen Sprache der Fotografie den Weg zu weisen – in Rückbesinnung auf Darstellungsweisen der Vorkriegsavantgarde: Formale Reduktion, gestalterische Kraft des Lichts und die Subjektivität individueller Welterfahrung sind die bestimmenden Triebfedern dieser Bewegung. Die Ausstellung verdeutlicht, wie Keetman in den 1950er Jahren jeglichem Formalismus entkommt, indem er auf unterschiedlichen Feldern der Fotografie tätig ist, den Wiederaufbau Münchens festhält, die verborgenen Strukturen von Landschaft und Naturerscheinung herausarbeitet und die Dynamik der Wirtschaftswunderzeit in abstrakte Bilder übersetzt.

Die Werkschau widmet Keetmans berühmter Serie "Eine Woche im Wolfsburger Volkswagen-Werk" (1953) und seinen "Lichtpendel-Schwingungen" jeweils ein eigenes Kapitel. Aber auch das spannende Ineinandergreifen von freier Fotografie und angewandtem Auftrag ist Gegenstand der Ausstellung, die uns eine zentrale Figur der europäischen Nachkriegsfotografie in ihren vielen Facetten entdecken lässt.


Peter Keetman. Gestaltete Welt
Ein fotografisches Lebenswerk
3. Juni bis 31. Juli 2016

Plastikflaschen, 1963. Silbergelatine-Abzug, 29,4 x 23 cm; © Stiftung F.C. Gundlach
Stoßstangen, a. d. Serie: 'Eine Woche im Volkswagen-Werk', 1953. Silbergelatine-Abzug, 20,3 x 17,5 cm; © Stiftung F.C. Gundlach
Geschwindigkeit, München 1953. Silbergelatine-Abzug, 29,2 x 23 cm; © Stiftung F.C. Gundlach
Selbstporträt mit Kamera, 1957. Silbergelatine-Abzug, 17,2 x 23,3 cm; © Stiftung F.C. Gundlach