Art Bodensee erstmals in den neuen Marte.Marte-Messehallen

Jul 21, 2017 bis Jul 23, 2017

tn Mit der 17. Ausgabe findet die Kunstmesse Art Bodensee erstmals in den vom Architekturbüro Marte.Marte geplanten neuen Hallen der Messe Dornbirn statt. Marte.Marte ist mit "In Search of the Unexpected" denn auch die Sonderschau gewidmet. Wobei es sich gleichsam um eine "Re-Inszenierung" ihrer Werkpräsentation an der Architektur Biennale Venedig 2016 handelt.

Im Katalog, der anlässlich der grossen Ausstellung von Marte.Marte in Berlin ebenfalls im vergangenen Jahr erschien, heisst es zu ihrem Schaffen: "Was die Architektur der Brüder Stefan Marte und Bernhard Marte auszeichnet, ist, dass sie scheinbare Gegensätze zu einer einheitlichen räumlichen Komposition vereinen: Die Bauten sind minimalistisch, aber reich in ihrer sinnlichen und haptischen Erfahrbarkeit. Sie sind modern, fügen sich aber harmonisch in die Landschaft und die benachbarten traditionellen Bauten ein. Sie sind radikal, aber extrem einfühlsam im Kontext. Sie sind monolithisch, aber entfalten einen alle Sinne berührenden räumlichen Reichtum, der mitreissend ist. (…) Die neuen Messehallen in Dornbirn beeindrucken nicht nur durch ihre formale Kraft, sondern repräsentieren mit ihrem statisch anspruchsvollen Tragwerk aus Holz auch den innovativen Holzbau aus Vorarlberg."

Immer noch eine "Salonmesse"
Partizipierten bei der letztjährigen Art Bodensee 60 Galerien, Museen und Intitutionen an der Messe, so steigt 2017 deren Zahl bereits auf über 70. Dennoch spricht die Messeverantwortliche Isabella Marte noch immer von einer "Salonmesse". Wobei der Kunstvermittlung, von kostenlosen Führungen, speziellen Kinderführungen, Workshops für Kinder (Kunst.Kids) bis hin zum persönlichen Austausch, eine grosse Gewichtung zukomme. "Wir sehen uns als "Entdeckermesse" und möchten jedem Zugänge zur Kunst-Erkundung bieten", betont sie. Und weiter: "In entspannter Atmosphäre kann Kunst entdeckt, bewundert und gekauft werden. Wir sind eine bedeutende Plattform für den regionalen und internationalen Kunsthandel. Die persönliche Kunstvermittlung vor Ort zeichnet uns zusätzlich aus, wobei die sommerliche Leichtigkeit dabei ständig präsent ist."

Tower of Madness
Neben den Galerien, die vor allem junge Kunst aus den Sparten Malerei, Zeichnung, Fotografie und Skulptur zeigen, und der Sonderschau von Marte.Marte zählt auch das Projekt "Tower of Madness“"von Roland Adlassnigg und Paul Renner zu den Attraktionen der heurigen Art Bodensee. Neben einer Ess- und Trink-Performance am 22.7. (19 Uhr), im Rahmen derer sich Messebesucher für einen Unkostenbeitrag von 100 Euro einen speziellen Fünfgänger sichern können (allerdings ist die Teilnehmerzahl auf 100 begrenzt), errichten die beiden Künstler auch eine monumentale Skulpur. Bei dem als "Tower of Madness" bezeichneten Kunststück handelt es sich um eine Kombination einer für Adlassnigg typischen Destillieranlage mit einer "La Cuccagna" von Renner. Bei letzterem handelt es sich um einen Turm aus allen möglichen Lebensmitteln. Solche Türme wurden im 18. Jahrhundert zum Zwecke eines brutalen Schauspiels vor dem Königspalast von Neapel aufgebaut und von der Bevölkerung geplündert. Sie arteten zumeist in exzessive Fressfeste aus.

"Kritische Masse" nennt sich die Installation von Steinbrener / Dempf & Huber, die in Zusammenarbeit mit dem Kunstraum Dornbirn auf der Art Bodensee gezeigt wird. An ausgewählten Gebäuden und Orten in Dornbirn bringen die Künstler Kunststoff-Nachbildungen von Specht-Schwärmen an: eine Auseinandersetzung mit dem Thema der kollektiven Intelligenz. Zur Eröffnung der Art Bodensee präsentiert Hubert Dobler seine Performance "Roundabout" in der erst im Frühjahr eröffneten Ellipse des Messequartiers.

Hannes Ludescher als "Featured Artist"
Als "Featured Artist" präsentiert die Art Bodensee diesmal den gebürtigen Feldkircher Hannes Ludescher. Ludescher studierte Malerei und Bildhauerei an der Akademie der bildenden Künste bei den Professoren Josef Mikl und Fritz Wotruba. Einem breiteren Publikum bekannt geworden ist Ludescher vor allem mit seinen typischen "Papiersteinen", in denen er Malerei mit Dreidimensionalität verschränkt. Karlheinz Pichler


17. Art Bodensee
21. bis 23. Juli 2017
Messequartier Dornbirn

Die Rote Halle von Marte.Marte
Steinbrenner Dempf Huber: Spechte; (c) Steinbrenner Dempf Huber
Entwurf von Roland Adlassnigg für ein Detail einer Destillerieanlage
Auf der Art Bodensee Kunst entdecken; Foto: Udo Mittelberger