Weserburg | Museum für moderne Kunst

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Mir ist das Leben lieber

Mai 21, 2016 bis Apr 2, 2017

tn Die Ausstellung "Mir ist das Leben lieber" vereinigt über 100 Bilder, Skulpturen und Videoarbeiten, die auf sehr sinnliche und überzeugend provokante Weise Fragen der Identität, der gesellschaftlichen Rollenzuschreibung, aber auch existenzieller Bereiche wie Leben und Tod nachgehen. Präsentiert werden Höhepunkte und noch nie gezeigte Werke aus der Sammlung Reydan Weiss.

Die Sammlerin wurde in Istanbul geboren, ist in Jordanien aufgewachsen, in Jerusalem zur Schule gegangen und als junge Frau nach Deutschland gekommen. Die Tatsache, dass sie Zugang zu mehreren Kulturkreisen hat, macht die Ausstellung zu einem Erlebnis, das den Blick weit über den europäischen Tellerrand auf die Welt zu richten vermag. Neben namhaften Künstlerinnen und Künstlern wie Cindy Sherman, Natalie Djurberg, Bettina Rheims, aber auch Gerhard Richter, Anselm Kiefer und Robert Longo zeigt die Ausstellung viele überraschend neue Werke, darunter afrikanische, ozeanische, chinesische, japanische, lateinamerikanische und karibische Positionen.

Der Umgang mit und das Aushalten von kulturellen und individuellen Unterschieden, von Tradition und Moderne ist ein zentrales Thema der Ausstellung. Beispiele dafür sind die wechselnden fotografischen Identitäten von Cindy Sherman, die höchst befremdlichen Gestalten von Charles Fréger und die nicht nur auf den ersten Blick bedrohlich wirkende, in eine Burka gehüllte Gestalt von Mircea Suciu.

Aber auch Fragestellungen wie Leben und Tod, Schönheit und Alter klingen in vielen der gezeigten Werke auf überzeugende Weise an. Mat Collishaws Fotoserie !Last Meal on Death Row" zeigt komponierte Stilleben, die sich als "Henkersmahlzeiten" erweisen. Manabu Yamanaka setzt sehr alte, durch das Leben gezeichnete Frauen in Aktfotos ins Bild und Andres Serrano vermag durch sein Totenporträt Einblick in den normalerweise verschlossenen Bereich der Pathologie zu geben. Neben einem beachtlichen Konvolut hervorragender, vorwiegend ungegenständlicher Malerei enthält die Sammlung manche im Nordwesten noch nie gesehene Überraschungen.

Immer wieder geht es um die Frage, wie die Verschiedenheit, ja bisweilen Ausschließlichkeit von Denkweisen und Ansprüchen neben- und untereinander Bestand haben können. Auf die Sphäre der Kunst übertragen bedeutet das: ob und auf welche Weise ein Zusammenhang von Ästhetik und Ethik existiert und im Kunstwerk erfahrbar werden kann. Es geht um Lernprozesse im Rahmen eines internationalen Austauschs, die für ein breiteres und jüngeres Publikum von Belang sind. Es geht auch um die Chance einen anderen, neuen Blick auf eine zum Teil aus den Fugen geratene Welt zu erhalten, festgeschriebene Vorstellungen zu revidieren und seinen eigenen Standpunkt in der Welt, neben und zusammen mit anderen zu erlangen.

KünstlerInnen: Etel Adnan, Helene Appel, Emma Bennet, Nicole Bianchet, Katharina Bosse, GL Brierley, Daniele Buetti, Jonas Burgert, Yoan Capote, Shen Chen, Partrick Van Caeckenbergh, Mat Collishaw, Johan Creten, Tony Cragg, Slawomir Elsner, Paul Fägerskiöld, Famed, Charles Fréger, Bernard Frize, Rachel Goodyear, Paul Graham, Henriette Granert, Peter Halley, Mark Handforth, Flora Hauser, Julie Heffernan, Linde Ivimey, Du Jie, Bharti Kher, Anselm Kiefer, Joanna Kirk, Shio Kusaka, Thomas Lerooy, Robert Longo, Rosa Loy, Rosilene Luduvico, Alastair Mackie, Kate MccGwire, Olaf Metzel, Marilyn Minter, Mohau Modisakeng, Jean-Luc Moerman, Yasumasa Morimura, Wangechi Mutu, Shirin Neshat, Julie Nord, Catherine Opie, Claire Partington, Ged Quinn, Till Rabus, Bettina Rheims, Gerhard Richter, Daniela Rossell, Dennis Scholl, Norbert Schwontkowski, Andres Serrano, Cindy Sherman, Laurie Simmons, Lorna Simpson, Andreas Slominski, Carolein Smit, Martina Steckholzer, Anett Stuth, Mircea Suciu, Warlimpirrnga Tjapaltjarri, Sandra Vàsques de la Horra, Nil Yalter, Manabu Yamanaka, Zhou Yangming u.a.


Mir ist das Leben lieber
Sammlung Reydan Weiss
21. Mai 2016 bis 2. April 2017

Daniela Rossell: Untitled (Ricas y Famosas) Frustrated Prom Queen, 1999. Fotografie, Sammlung Reydan Weiss
Bettina Rheims: Shanghai Series, Jing Xing, L’opera Peking, 2002. Fotografie, Sammlung Reydan Weiss
Yasumasa Morimura: Where do we come from? Who are we?, Where are we going?, 2004. Sammlung Reydan Weiss
Cindy Sherman: Untitled #408, 2002. Fotografie, Sammlung Reydan Weiss; © Courtesy of the artist and Metro Pictures