Fondation Beyeler

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weitere Ausstellungen

Wolfgang Tillmans in der Fondation Beyeler

Mai 28, 2017 bis Okt 1, 2017

tn Die grosse Sommerausstellung in der Fondation Beyeler ist dem deutschen Künstler Wolfgang Tillmans (*1968) gewidmet. Vom 28. Mai bis zum 1. Oktober werden ca. 200 fotografische Arbeiten von 1989 bis 2017 und eine neue audio-visuelle Installation zu sehen sein. Nachdem der Künstler bereits 2014 auf Einladung des Museums einen Raum mit Gemälden und Skulpturen aus der Sammlung und zwei eigenen Arbeiten eingerichtet hatte, ist die Ausstellung mit Wolfgang Tillmans die erste umfassende Auseinandersetzung mit dem Medium der Fotografie in der Fondation Beyeler. Sie wird zeigen, dass nicht Fotografie im klassischen Sinn im Vordergrund des Werkes von Tillmans steht, sondern das Schaffen einer neuen Bildsprache.

Tillmans‘ Werk wird gerne in Verbindung mit seiner Persönlichkeit wahrgenommen. Sein Engagement und seine Position in verschiedenen sozialen Kontexten ergeben ein Narrativ, das oft allzu selbstverständlich zum Leitfaden für das Verständnis seiner Arbeiten wird. Darüber gerät das, was die Bilder von Tillmans wirklich sind, was sie einmalig macht, was jedoch weniger direkt fassbar ist und sich schwer beschreiben lässt, in den Hintergrund.

Die Ausstellung in der Fondation Beyeler versucht zum ersten Mal überhaupt eine andere Annäherung an das Schaffen von Wolfgang Tillmans. Nicht ein Thema oder ein narrativer Zusammenhang prägen die Ausstellung; Ausgangs- und Angelpunkt sind die Bilder selbst. Die Fondation Beyeler mit ihrer Sammlung von herausragenden Werken der klassischen Moderne und Gegenwart erscheint als idealer Kontext, um zu zeigen, wie Tillmans das mechanische Medium der Fotografie in eine ausdrucksstarke eigenständige Bildsprache verwandelt hat. Eine Bildsprache, in der das Sehen als solches und damit auch die Wahrnehmung der Welt zum Thema werden.

Bekannt und berühmt wurde Tillmans in den frühen 1990er Jahren mit heute zum Teil ikonischen Bildern, welche das Lebensgefühl einer ganzen Generation und Jugendkultur zum Ausdruck brachten, die er selbst miterlebte. Bald erweiterte er den Fokus und nutzte auf kreative, teils gewagte und gleichzeitig souveräne Weise das Experimentieren mit den Mitteln der Fotografie zum Erfinden von neuen Bildtypen – abstrakte Arbeiten, die ohne Kamera entstehen und zu denen die Xerox, Silver, Lighter und Freischwimmer/Greifbar genannten Arbeiten gehören. So erweitert und belebt er nicht nur die traditionellen Genres wie Porträts, Stillleben oder Landschaftsbilder neu, er macht sich auch das ganze Spektrum zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion zunutze.

Gleichzeitig entwickelte Tillmans eine spezifische Form der Installation. Die Fotografien hängen selten auf gleicher Höhe nebeneinander, vielmehr sind sie in loser Anordnung auf einer Wand verteilt, grosse und kleine Formate, figürlich und abstrakt, ungerahmt und gerahmt. Es ist eine Art der Präsentation, in der die visuellen Beziehungen zwischen den Bildern ebenso wichtig sind wie das einzelne Bild, das damit immer auch als Teil einer zusammenhängenden Erzählung gesehen wird.

Die Auswahl der Bilder für die Ausstellung in der Fondation Beyeler ebenso wie die Installation in den zwölf Räumen des Museums werden zeigen, wie Tillmans die Möglichkeiten der Fotografie nutzt, um Sichtbarkeit zu evozieren und eine Bildstrategie zu entwickeln, die der Wahrnehmung der Welt eine neue, menschliche Qualität zu geben vermag.


Wolfgang Tillmans
28. Mai bis 1. Oktober 2017

Nite Queen, 2013. © Galerie Buchholz, Berlin-Cologne; Maureen Paley, London; David Zwirner, New York
Night Jam, 2013. © Galerie Buchholz, Berlin-Cologne; Maureen Paley, London; David Zwirner, New York
Gedser, 2004. © Galerie Buchholz, Berlin-Cologne; Maureen Paley, London; David Zwirner, New York
Eleonor Lutz, 2016. © Galerie Buchholz, Berlin-Cologne; Maureen Paley, London; David Zwirner, New York