Museum Oskar Reinhart

Stadthausstrasse 6
CH - 8400 Winterthur

T: 0041 (0)52 267 51 72
F: 0041 (0)52 267 62 28

E: museum.oskarreinhart@win.ch
W: http://www.museumoskarreinhart.ch/


weitere Ausstellungen

Confrontation. Schweizer Zeichnungen von Liotard bis Noureldin

Mai 10, 2015 bis Sep 6, 2015

tn Das Kunstmuseum Winterthur und das Museum Oskar Reinhart zeigen gleichzeitig zwei Ausstellung zum zeichnerischen Schaffen in der Schweiz. Die beiden sich ergänzenden Werkschauen spannen den Bogen vom 18. Jahrhundert bis in die jüngste Gegenwart und vermitteln so einen umfassenden Einblick in die wechselvolle Geschichte der Zeichenkunst in der Schweiz.

Das Kunstmuseum konzentriert sich auf Positionen der Gegenwartskunst, während das Museum Oskar Reinhart eine Gegenüberstellung von älteren Arbeiten und zeitgenössischen Werken präsentiert. Dadurch sollen die faszinierende Vielfältigkeit und die andauernde Aktualität der Zeichnung im Schaffen Schweizer Künstlerinnen und Künstlern zur Geltung kommen und gleichzeitig die historischen Ursprünge der Gattung deutlich gemacht werden.

Beide Museen verfügen über reiche Bestände an Papierarbeiten, die jedoch wegen ihrer Fragilität und Empfindlichkeit, insbesondere auf Licht, nur selten gezeigt werden können. Gerade die Zeichnung bietet aber die Möglichkeit, das Schaffen eines Künstlers genauer zu betrachten und dabei Neues zu entdecken. Galt früher das Arbeiten auf Papier innerhalb des künstlerischen Prozesses als Vorstufe zum Gemälde und damit als diesem gegenüber minderwertig, so tritt gerade in jüngster Zeit das Material des Papiers und das Auftragen des Zeichenmittels wieder verstärkt in den Fokus – bildet es doch in seiner Simplizität den vielleicht stärksten Kontrast zu den Neuen Medien.

Denn die Zeichnung ist oft nicht bloss die erste Niederschrift eines Gedankens, sie ist auch die unmittelbarste und individuellste Form der visuellen Kommunikation. So galt im 18. und 19. Jahrhundert das disegno als Inbegriff der künstlerischen Genialität und stand im Kontrast zur Farbe – dem anderen Hauptgestaltungsmittel der Malerei –, trat in der geführten Linie doch die Handschrift des Künstlers deutlicher zutage als etwa in einem Ölgemälde. Heute haben sich diese Wertvorstellungen freilich verschoben und führen die Zeichnung zu unterschiedlichsten und immer wieder überraschenden Resultaten.

Die Ausstellung im Kunstmuseum Winterthur geht von den eigenen Beständen aus, die in den vergangenen Jahrzehnten markant erweitert werden konnten – einerseits durch grosszügige Schenkungen, aber auch durch Eigenerwerbungen im Rahmen von Ausstellungen.

Das sich in unmittelbarer Nähe befindende Museum Oskar Reinhart beherbergt, nebst seinen Gemälden des 19. Jahrhunderts, die gesamte Sammlung an Papierarbeiten seines Gründers. Dieser vermachte vor 50 Jahre, im Jahr 1965, seine graphische Sammlung testamentarisch der Stiftung Oskar Reinhart. Früher war eine Auswahl der Graphiken, teils temporär, im ersten Stock ausgestellt. Aus konservatorischen Überlegungen entschied man 2013, die Bestände wegen ihrer Fragilität und Empfindlichkeit gegenüber Licht und Staub nur noch unter optimalen Bedingungen und nicht mehr permanent zu präsentieren.

Zugleich erhielt die Stiftung Oskar Reinhart im Jahr 2013 vom Lotteriefonds des Kantons Zürich CHF 500’000, um diese im Schatten der Gemälde stehenden graphischen Bestände zu konservieren und – wo nötig – zu restaurieren. So präsentiert die Ausstellung "Confrontation" einerseits ausgewählte Schweizer Zeichnungen, welche in den letzten zwei Jahren restauriert wurden, andererseits erinnert sie mit Ergänzungen zeitgenössischer Positionen daran, dass Zeichnen einem fundamentalen, zeitlosen Bedürfnis des künstlerischen Ausdrucks entspricht.

Zu sehen sind Werke von Jean-Étienne Liotard (1702–1789), Johann Heinrich Füssli (1741–1825), Wolfgang-Adam Töpffer (1766–1847), Jacques-Laurent Agasse (1767–1849), Louis-Léopold Robert (1798–1835), Ferdinand Hodler (1853–1918) und René Auberjonois (1872 bis 1957) aus der Stiftung Oskar Reinhart, welche mit Arbeiten von Heidi Bucher (1926–1993), Carl Burckhardt (1878–1923), Miriam Cahn (*1949), Nic Hess (*1968), Damián Navarro (*1983) und Karim Noureldin (*1967) konfrontiert werden.


Confrontation
Schweizer Zeichnungen von Liotard bis Noureldin
10. Mai bis 6. September 2015

Jean-Etienne Liotard (1702–1789): Eine auf einem Divan sitzende Orientalin mit Dienerin, 1740–42. Schwarze Kreide und Rötel; Stiftung Oskar Reinhart. Photo: SIK-ISEA, Zürich (Philipp Hitz)
Evo, 2008. Farbstift auf Papier, 153 x 122 cm; Privatsammlung Schweiz. © 2015 Pro Litteris, Zürich
Louis-Léopold Robert (1798–1835): Studie zur Julia, 1822 . Kreide und Bleistift ; Stiftung Oskar Reinhart. Photo: SIK-ISEA, Zürich (Philipp Hitz)
cuisine-Cointet (w, Fog as the architecture of the invisible, part III), 2011. Marmoriertes Papier, Aquarell; Privatsammlung Schweiz. Photo: SIK-ISEA, Zürich (Philipp Hitz)