Sprengel Museum Hannover

Kurt-Schwitters-Platz
D - 30169 Hannover

T: 0049 (0)511 168438-75
F: 0049 (0)511 168450-93

E: Sprengel-Museum@Hannover-Stadt.de
W: http://www.sprengel-museum.de/


weitere Ausstellungen

Plakativ. Toulouse-Lautrec und das Plakat um 1900

Jun 13, 2015 bis Jan 31, 2016

tn Seit etwa 1870 eroberten farbige Bildplakate die Straßen Europas und Amerikas. Bis dahin waren Plakatentwurf und -herstellung in den Händen von Druckern und Lithografen gewesen, doch zunehmend nahmen sich Künstlerinnen und Künstler der Gestaltung an, zunächst in Frankreich, später auch in England und den USA, zuletzt Mitte der 1890er-Jahre in Deutschland und den anderen europäischen Ländern.

Die künstlerischen Stilrichtungen der Jahrhundertwende, Jugendstil und Art Nouveau, fanden in der plakativen Werbung ihr ideales Medium. Großflächige Gestaltung, kräftige Farben, schwungvolle, modulierende Konturen entsprachen den Idealen des Jugendstils. Mit den Plakaten wurde für alle Sparten des Alltags und der Kultur geworben, sowohl für Ausstellungen und Theateraufführungen, Reisen und Sportveranstaltungen, neueste Buchveröffentlichungen und Zeitschriften, als auch für kommerzielle Produkte wie Fahrräder, Kaffee und Mode.

Das Sprengel Museum Hannover besitzt mit etwa 600 Werken eine umfangreiche, hervorragende Sammlung von Plakatkunst um 1900, die erstmalig im Sprengel Museum Hannover gezeigt wird. Dieses Konvolut wurde 1979 bei der Gründung des Museums vom Kestner-Museum übernommen. Der hannoversche Fotograf Christoph Körtling hatte es 1915 dem städtischen Museum verkauft, das seit 1912 von Albert Brinckmann, Sohn des legendären Gründers des Museums für Kunst- und Gewerbe in Hamburg, Justus Brinckmann, geleitet wurde. Vor allem in Hamburg und Berlin, aber auch in Hannover wurde das Plakat-Sammeln in diesem Zeitraum eine neue Disziplin der Museen.

Doch nicht nur Museen, auch Privatleute packte die affichomanie - der Plakatwahn. Der Berliner Hans Sachs gründete 1905 den Verein der Plakatfreunde. Unter den zahlreichen Ablegern war der aktivste Verein die 1912 gegründete "Ortsgruppe Hannover" unter dem Vorsitz des Direktors des Kestner-Museums. Zahlreiche Ausstellungen, Vorträge und Wettbewerbe fanden statt, ein Sonderheft der luxuriösen Zeitschrift "Das Plakat" befasste sich ausschließlich mit den hannoverschen Plakatkünstlern.

Die Pioniere der Plakatkunst werden in der Ausstellung vertreten sein: Henri de Toulouse-Lautrec, Jules Chéret, Aubrey Beardsley, Edmund Edel, William H. Bradley, Eugène Grasset, Ludwig Hohlwein, Alfons Mucha, Edward Penfield und Théophile-Alexandre Steinlen. Aber auch weniger bekannte und neu zu entdeckende Künstler aus Frankreich, Deutschland, den USA, Großbritannien, Spanien, Belgien, Italien und Österreich.


Plakativ. Toulouse-Lautrec und das Plakat um 1900
13. Juni 2015 bis 31. Januar 2016

Théophile-Alexandre Steinlen: A la Bodiniére, 1894. Farblithografie, 57 x 83 cm; Sprengel Museum Hannover. Foto: Sprengel Museum Hannover; Fotograf: Herling/ Gwose/ Werner, Sprengel Museum Hannover
Thomas Theodor Heine: Simplicissimus Illustrierte Wochenschrift, 1901. Farblithografie auf Papier, 30,8 x 30,9 cm; Sprengel Museum Hannover. Foto: Sprengel Museum Hannover; Fotograf: Herling/ Gwose/ Werner, Sprengel Museum Hannover. © VG Bild-Kunst, Bonn
Henri Gray: Petrole Stella. Livraisons, 1897. Farblithografie, 130,3 x 100,9 cm; Sprengel Museum Hannover. Foto: Sprengel Museum Hannover; Fotograf: Herling/Gwose/Werner, Sprengel Museum Hannover
Hans Rudi Erdt: Opel, 1911. Farblithografie, 80,1 x 100,2 cm; Sprengel Museum Hannover. Foto: Sprengel Museum Hannover; Fotograf: Herling/ Gwose/ Werner, Sprengel Museum Hannover