Haus der Kunst

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Louise Bourgeois. Strukturen des Daseins: Die Zellen

Feb 27, 2015 bis Aug 2, 2015

tn Im Laufe ihrer sieben Jahrzehnte umfassenden Laufbahn hat Louise Bourgeois (1911-2010) Ideen initiiert und entwickelt, die später Schlüsselpositionen in der zeitgenössischen Kunst einnahmen: unter anderem das Format der Installation, das Theatralische und Themen des Feminismus. Ihre unverwechselbaren skulpturalen Formen, die in komplexen ikonografischen und psychologischen Tableaus ausgearbeitet sind, sowie ihre herausragenden Zeichnungen sind unübertroffen.

Zu den innovativsten und anspruchsvollsten skulpturalen Arbeiten innerhalb ihres umfangreichen OEuvres gehören die "Cells" ("Zellen"), eine Serie von architektonischen Räumen und Situationen, die ihre Aufmerksamkeit fast zwanzig Jahre lang gefesselt hat. Die "Zellen" decken mehrere von Bourgeois' künstlerischen Anliegen gleichzeitig ab und wirken als hoch emotionale Mikrokosmen. Jede Zelle ist ein facettenreiches und dichtes Arrangement in einem Gehäuse, das als spannungsreiche Barriere zwischen Louise Bourgeois' Innenwelt und der Außenwelt des Ausstellungsraums steht.

In sorgfältig inszenierten, fast theatralen Szenen erzeugen gefundene Gegenstände, Kleidungsstücke oder Stoffe, Mobiliar und markante Skulpturen von Bourgeois eine intensive Atmosphäre. In Bourgeois' eigenen Worten: "Die Zellen repräsentieren verschiedene Arten von Schmerz: physischen, emotionalen, psychologischen, geistigen und intellektuellen Schmerz. Dabei ist jedoch die Frage: Wann wird eine Emotion physisch? Wann wird das Physische emotional? Es geht immer im Kreis ... Jede Zelle befasst sich mit dem Genuss des Voyeurs, mit dem Reiz des Sehens und Gesehenwerdens. Die Zellen ziehen sich entweder an oder stoßen einander ab. Es gibt diesen Drang, sich zu verbinden, zu verschmelzen oder zu zerfallen." (Louise Bourgeois, 1991)

Mit Unterstützung von Louise Bourgeois Studio and Foundation und in enger Zusammenarbeit mit ihrem langjährigen Freund und engagierten Assistenten Jerry Gorovoy wird das Haus der Kunst die größte Anzahl von "Zellen", die je zusammen gezeigt worden sind, in einer Ausstellung vereinen. Die von Julienne Lorz kuratierte Ausstellung kehrt damit zu einem Schlüsselaspekt von Bourgeois' Denken zurück, und analysiert die begrifflichen, architektonischen und psychologischen Akzente, die sie mit den Zellen gesetzt hat.


Louise Bourgeois. Strukturen des Daseins: Die Zellen
27. Februar bis 2. August 2015

Cell II, 1991 (detail). Painted wood, marble, steel, glass and mirror, 210.8 x 152.4 x 152.4 cm; Collection Carnegie Museum of Art, Pittsburgh. Photo: Peter Bellamy, © The Easton Foundation / VG Bild-Kunst, Bonn 2014
Cell (You better grow up), 1993 (detail). Steel, glass, marble, ceramic, wood and mirror, 210.8 x 208.3 x 212.1 cm; The Rachofsky Collection, Dallas. Photo: Peter Bellamy, © The Easton Foundation / Licensed by VG Bild-Kunst
Cell XXVI, 2003 (detail). Steel, fabric, aluminum, stainless steel and wood, 252.7 x 434.3 x 304.8 cm; Collection Gemeentemuseum Den Haag, The Netherlands. Photo: Christopher Burke, © The Easton Foundation / Licensed by VG Bild-Kunst
Cell (The last climb), 2008. Steel, glass, rubber, thread and wood, 384.8 x 400.1 x 299.7 cm; Collection National Gallery of Canada, Ottawa. Photo: Christopher Burke, © The Easton Foundation / Licensed by VG Bild-Kunst