Kunstmuseum Basel / Museum für Gegenwartskunst

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weitere Ausstellungen

Frank Stella. Malerei & Zeichnung

Mai 9, 2015 bis Aug 30, 2015

tn Vom 9. Mai bis zum 30. August 2015 zeigt das Kunstmuseum Basel im Museum für Gegenwartskunst Werke des amerikanischen Künstlers Frank Stella. Die Ausstellung "Frank Stella. Malerei & Zeichnung" wird vorwiegend aus den Sammlungsbeständen bestritten und zeigt Gemälde und Zeichnungen des Künstlers. Eröffnet wird die Ausstellung am 8. Mai 2015 um 18.30 Uhr im Museum für Gegenwartskunst. Der Hauptbau des Kunstmuseums Basel ist wegen Sanierungs- und Umbauarbeiten bis Mitte April 2016 geschlossen.

1959 erobert der etwas über zwanzig Jahre alte Amerikaner Frank Stella (geb. 1936) die Kunstszene New Yorks über Nacht. Seine aufsehenerregenden "Black Paintings" aus diesem Jahr, beispielsweise das Basler Bild "Morro Castle", sind radikal abstrakt. Stella verzichtet auf jegliche Illusion von Raum und Tiefe, sodass Figur und Grund nicht mehr zu unterscheiden sind. Er betont die Flächigkeit der Leinwand und ihren Objektcharakter. Stella betrachtet sich als Vertreter der ersten Künstlergeneration, für die die Möglichkeit der abstrakten Malerei eine selbstverständliche Option war. Aus seiner Sicht ist sie sogar der einzige Weg, in der Nachkriegszeit überhaupt Malerei mit grosser Ambition auszuüben.

Die Ausstellung im Museum für Gegenwartskunst wird vorwiegend aus den eigenen, äusserst reichen Sammlungsbeständen bestritten. Sie zeigt Stellas frühe Entwicklung, die 1958 mit den Gemälden "West Broadway" und "Seward Park", den Vorläufern der "Black Paintings", beginnt. Auf die schwarzen Bilder von 1959 folgen die "Shaped Canvases" in den 1960er-Jahren, die eine entscheidende Weiterentwicklung von Stellas Bildauffassung verkörpern. Die Aussenkonturen dieser Werke stehen in einem engen Zusammenhang mit den innerbildlichen Strukturen. Dadurch entsteht eine neuartige Korrespondenz von Malerei und Bildformat.

Zwischen 1967 und 1971 schuf Frank Stella die "Protractor Series", zu dem das Werk "Damascus Gate. Variation I" (1969/70) gehört. Ihren Titel erhielt die Serie vom kreisförmigen Winkelmesser (Protraktor), mit dem Stella die Formen der Gemälde entworfen hat. Mit dem Werk "Arpoador I" von 1975 ist der Schritt zum bemalten Relief aus Aluminium zu beobachten, den Stella mit der "Brazilian Series" zwischen 1974 und 1975 vollzog.

Ein zweiter Teil der Ausstellung besteht aus den Zeichnungen, die mit über 350 Blättern sehr umfangreich im Kupferstichkabinett vertreten sind. Gezeigt wird eine konzise Auswahl von 115 Werken. Sie sind als "Working Drawings", als Werkzeichnungen, Ideenskizzen und vorbereitende Studien, zu verstehen. Im Gegensatz zu den grossformatigen Gemälden hat Stella auf kleinen Blättern gezeichnet. Erste Ideen sowie der Prozess der Bildfindung sind ablesbar. Die Zeichnungen lassen immer wieder zahlreiche korrigierende Eingriffe und Abänderungen erkennen sowie Notizen und Farbangaben. Sie geben Einblick in den Arbeitsprozess und damit auch in die Entwicklung künstlerischer Ideen im Werk von Stella.


Frank Stella. Malerei & Zeichnung
9. Mai bis 30. August 2015

Ifafa II, 1964. Metallpuder und Acryl auf Leinwand, 197 x 331.5 x 7.5 cm; Kunstmuseum Basel, Ankauf, 1970. Photocredit: Kunstmuseum Basel, Martin P. Bühler
Ohne Titel, 1958. Bleistift und schwarze Fettkreide, Blatt 22.9 x 15.2 cm; Kunstmuseum Basel, Kupferstichkabinett, Geschenk des Künstlers, 1980. Photocredit: Kunstmuseum Basel - Martin P. Bühler
West Broadway, 1958. Öl auf Leinwand, 200 x 231.5 x 7.2 cm; Kunstmuseum Basel, Ankauf, 1982. Photocredit: Kunstmuseum Basel, Martin P. Bühler
Seward Park, 1958. Öl auf Leinwand, 215.5 x 278.3 x 7.4 cm; Kunstmuseum Basel, Ankauf, 1981. Photocredit: Kunstmuseum Basel, Martin P. Bühler