Galerie Feurstein

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Edda Jachens und Gaby Terhuven in der Feldkircher Galerie Feurstein

Jun 11, 2016 bis Jul 30, 2016

tn In ihrer nächsten Ausstellung gibt die Feldkircher Galerie Feurstein Einblicke in das aktuelle Schaffen der beiden deutschen Künstlerinnen Edda Jachens und Gaby Terhuvens. Auch wenn die beiden Kunstschaffenden mit unterschiedlichen Materialien operieren, gibt es doch Elemente, die Verbindungslinien zwischen den beiden Positionen ziehen. So stellen Leichtigkeit und Transparenz sowie Licht und Schatten sowohl für die Werke von Jachens als auch von Terhuven zentrale Faktoren dar.

Die 1960 in Bremen geboren und heute in Stuttgart lebende und arbeitende Edda Jachens sagt von sich, dass sie in der "maximalen Reduktion" immer ihre Stärken erfahren habe. Wobei sie häufig auf transparent-milchig erscheinendes Paraffin zurückgreift, um ihre konkrete Malerei wie hinter einem Schleier dem direkten Blick zu entziehen. Mit Graphit oder Farbe zeichnet sie den Papieren lineare Netzwerke, Kreisformen oder andere Geometrien ein und überlagert diese mit Wachsschichten. Damit entzieht sie dem strengen konstruktivistisch-geometrischen Formenvokabular gleichsam die Schärfe.

Geometrie, die ja grundsätzlich für eine extreme Genauigkeit steht, wird in einen nebulosen Raum von Durchlässigkeiten überführt. Neben Paraffinarbeiten auf Büttenpapier bringt Jachens aber auch noch Beispiele einer ganz neuen Werkgruppe nach Feldkirch. Dabei handelt es sich um Aquarelle, die in ihrer Leichtigkeit und Transparenz direkt an ihre bisherige Arbeit mit Paraffin anknüpfen. Die konstruktiven Bildelemente werden hier in zarten Farbtönen fast lasurartig übereinandergelegt. Die Farbe wirkt durchlässig. Dort, wo sich die formalen Bildelemente überlappen, kommt es zu unterschiedlichen farblichen Verdichtungen und gegenseitigen Durchdringungen.

Gaby Terhuven, ebenfalls Jahrgang 1969, stammt aus Oberhausen. Sie fügt jeweils immer zwei Glasscheiben, die mit schmalen Trennstegen auf Abstand gehalten werden, hintereinander und zur Wand zusammen, sodass diese dreidimensional in den Raum greifen und in sich ebenfalls einen partiell einsehbaren Raum bilden. Mit Ölfarbe werden rhythmische Strukturen und Liniensysteme auf, zwischen und hinter den zwei Glasscheiben malerisch aufgetragen und der Raum somit zusätzlich strukturiert. Es entsteht ein mehrschichtiger Bildraum, der Innen und Aussen in Beziehung setzt und miteinander verbindet.

Die solcherart entstandenen Bildobjekte leben von den sich ständig verändernden Lichtverhältnissen, aber auch von Spiegelungen und unterschiedlichen Schattierungen. Für den Betrachter, der an den Bildobjekten entlanggeht, ergeben sich ständig variierende Bildwirkungen und fliessende räumliche Übergänge. Farbe, Licht, Bewegung und Raum verbünden sich zu ständig neuen Eindrucksprotokollen. Es gibt eigentlich keinen fixen Standort, von dem aus die Werke in ihrer Gesamtheit erfassbar wären. Da der Rhythmus von der vorderen Scheibe zur hinteren wechselt, bringt jeder Standpunkt neue Einsichten.


Edda Jachens, Gaby Terhuven
11. Juni bis 30. Juli 2016 


Gaby Terhuven, G13-14, 2014. Öl auf Glas, 51 x 62,5 cm
Edda Jachens, Aquarell, 2016, 60 x 50 cm
Gaby Terhuven, G15, 2015. Öl auf Glas, 104 x 126 cm
Edda Jachens, Aquarell, 2016, 50 x 40 cm