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weitere Ausstellungen

Russland und Deutschland. Von der Konfrontation zur Zusammenarbeit

Okt 29, 2015 bis Dez 13, 2015

tn Es sind viele und facettenreiche Ereignisse, die die Annäherungen zwischen Deutschen und Russen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges bestimmten. Die Ausstellung, eine Zusammenarbeit zwischen dem Deutsch-Russischen Museum Berlin-Karlshorst und dem Staatsarchiv der Russischen Föderation, greift Wegmarken des Annäherungsprozesses der ehemaligen Kriegsgegner seit 1945 auf.

Die Konjunkturen im beiderseitigen Verhältnis spiegeln sich in historischen Dokumenten wider als auch in Biografien. Es kommen 14 Wegbereiter im deutsch-russischen Annäherungsprozess zu Wort, darunter die Schriftsteller Lew Kopelew und Heinrich Böll. Anlass für diese Ausstellung ist der 70. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges in diesem Jahr.

Der Staatsbesuch des deutschen Bundeskanzlers Konrad Adenauer 1955 in Moskau, die Errichtung der Berliner Mauer 1961 oder der Abschluss des KSZE-Prozesses im August 1975 in Helsinki: Es sind viele und facettenreiche Ereignisse, die die Annäherungen zwischen Deutschen und Russen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges markierten. Die Ausstellung „Russland und Deutschland. Von der Konfrontation zur Zusammenarbeit“ greift diejenigen heraus, die sowohl von deutscher als auch von russischer Seite als Wegmarken des Annäherungsprozesses der ehemaligen Kriegsgegner seit 1945 bewertet werden.

Anlass für die Ausstellung ist der 70. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges in diesem Jahr. Der vom nationalsozialistischen Deutschland begonnene Zweite Weltkrieg gilt mit etwa 60 Millionen Kriegstoten weltweit als der verlustreichste Krieg, den es je gab. Niemals zuvor wurden mehr Menschen getötet und größere Zerstörungen angerichtet. Dies gilt insbesondere für den Vernichtungskrieg, den das Deutsche Reich seit dem 22. Juni 1941 gegen die UdSSR führte. Die Sowjetunion hatte 27 Millionen Tote zu beklagen, davon waren mindestens 14 Millionen Zivilisten. Auf deutscher Seite kamen mehr als fünf Millionen Soldaten und über eine Million Zivilpersonen um. Der Krieg endete in Europa in der Nacht vom 8./9. Mai 1945 mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht im heutigen Museumsgebäude des Deutsch-Russischen Museums Berlin-Karlshorst.

Im Rahmen des zweijährigen Ausstellungsprojektes kooperiert das Deutsch-Russische Museum Berlin-Karlshorst mit dem Staatsarchiv der Russischen Föderation. Ergebnis sind zwei Ausstellungen in Berlin und Moskau. Die Ausstellungen wurden von einer deutsch-russischen Arbeitsgruppe, die in Moskau und Berlin tagte, erarbeitet. Basierend auf historischen Dokumenten, präsentieren beide Ausstellungen die wesentlichen Etappen des Annäherungsprozesses der beiden Länder mitsamt ihren Höhen und Tiefen: Sie beginnt zeitlich am 8./9. Mai 1945 und endet im Januar 2014 – mit der Rede des russischen Schriftstellers Daniil Granin im Deutschen Bundestag am 27. Januar. Die dargestellten zeitlichen Zäsuren und historischen Ereignisse geben dabei die Dynamik und Bandbreite der deutsch-russischen Beziehungen seit 1945 wider, die von Krisen und Misstrauen bis hin zu anhaltenden Phasen großer Kooperationsbereitschaft und Vertrauen gekennzeichnet sind.

Die Narrative der Ausstellung sind komplex, sie müssen vielfältigen Staatenkonstellationen und daraus resultierenden Beziehungsstrukturen gerecht werden. So werden neben den Beziehungen der DDR und der „alten“ Bundesrepublik zur Sowjetunion auch die des wiedervereinigten Deutschlands zur Sowjetunion und späteren Russischen Föderation beleuchtet. Diesen Phasen der Bedrohung, intensiver Zusammenarbeit, Ablehnung und Vertrauen die Ausstellung schlaglichtartig.


Russland und Deutschland. Von der Konfrontation zur Zusammenarbeit
Eine Ausstellung zum 70. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges
29. Oktober bis 13. Dezember 2015

1945 – 8./9. Mai, Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa. Generalfeldmarschall Keitel unterzeichnet die Kapitulationsurkunde am 8. Mai 1945 in Berlin-Karlshorst; © Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst
1949 - 7. Oktober, Gründung der Deutschen Demokratischen Republik. In der sowjetischen Besatzungszone war es der Deutsche Volksrat, der am 7. Oktober 1949 die Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik bestätigte; © BArch, Bild 183-W1126-311 / Al
1955 - 3. November, Rückgabe nach dem Zweiten Weltkrieg in die UdSSR verbrachter Gemälde. 1955 und 1958/59 ließ der Ministerrat der Sowjetunion rund 1,5 Millionen Beutestücke in die DDR zurückbringen; © BArch, Bild 183-33812-0003 / Salzbrenner
1955 - 13. September, Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und der Sowjetunion: Staatsbesuch des Bundeskanzlers Konrad Adenauer am 13. September 1955 in Moskau; © BArch, Bild 183-32875-0001 / Heilig