Neues Museum Nürnberg

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We transform. Kunst und Design zu den Grenzen des Wachstums

Mär 18, 2016 bis Jun 19, 2016

tn Unter dem Titel "Die Grenzen des Wachstums" schaffte es 1972 ein kleinformatiges Buch, herausgegeben vom Club of Rome, den Fortschrittsglauben der westlichen Wohlstandsgesellschaften zu erschüttern. Die darin dargelegten Sorgen um das Überleben der Menschheit auf dem Planeten Erde sind heute längst in der gesellschaftlichen Mitte angekommen. Damals wie heute stehen Fragen um die Endlichkeit der Ressourcen, wie auch die Dringlichkeit einer nachhaltigeren Lebensweise im Zentrum der Debatten. Medien, Kunst und Design haben die Folgen globaler Naturnutzung zu einem zentralen Gegenstand ihrer Auseinandersetzung gemacht.

"We transform" versammelt über 30 international renommierte Positionen aus Kunst und Design zu anhaltend alarmierenden Themen wie die rasante Verknappung von natürlichen Wasservorräten, fossilen Rohstoffen (vor allem dem Erdöl), Nahrung und Boden oder der Ausbeutung seltener Erden durch die globale Computerindustrie. Die Ausstellung verbindet Äußerungen zu unserem markanten ökologischen Fußabdruck mit Arbeiten zu den wachsenden Plastikinseln in den Ozeanen und den Müllbergen an Land. Sie zieht mit Bildern vom Umbau der Erdoberfläche durch den Menschen Bilanz: Die Art und Weise, wie wir unsere Welt verändern, bringt immer neue Verbesserungsvorschläge und Lösungsmodelle für selbstgeschaffene Probleme hervor!

So bietet "We transform" neben dystopischen Szenarien Einblick in die intensive Suche nach Alternativen und inszeniert neue Zwiegespräche zwischen Mensch und Natur: Gegenmodelle zur konventionellen Energiegewinnung, Beispiele fairer Produktion, Aktionen zur konsequenten Konsumreduktion bei gleichzeitigem Abgesang an Statussymbole, individuell formulierte Gebote zu umweltverträglicheren Lebensweisen sowie Modelle hinsichtlich einer besseren Verteilungsgerechtigkeit. Dazu gehören beispielsweise Arbeiten zum 2000-Watt-Vertrag, DIY-Strategien und Projekte, die sich unter Begriffen wie "Urban Farming" und "Urban Mining" mit Lösungsmodellen für eine selbsterhaltende Kreislaufwirtschaft befassen. Um die starke Auseinandersetzung mit der Endlichkeit unseres Planeten seit mehr als 40 Jahren nachzuzeichnen, treten zeitgenössische Kunstinstallationen und Designobjekte in Dialog mit historischen Wegbereitern.

Die Ausstellung leistet damit nicht nur einen längst fälligen Beitrag zur Visualisierung und Materialisierung theoretischer Debatten, sondern will Lösungsvorschläge beisteuern und Impulse zum Umdenken und Handeln liefern.

Gezeigt werden Beiträge von Andrés Jaque Architects, Stephan Augustin, Martin Beck, Des-In, Mark Dion, Dunne & Raby, Charles und Ray Eames, Ólafur Elíasson und Little Sun, ESA – European Space Agency, Studio Formafantasma, Buckminster Fuller, Tue Greenfort, IDRV – Institute of Design Research Vienna, Tea Mäkipää, Steve McCurry, mischer'traxler, Hans Nevidal/Andreas Pawlik, Victor Papanek, raumlaborberlin, Superflex, Stiletto, Suzanne Treister.


We transform
Kunst und Design zu den Grenzen des Wachstums
18. März bis 19. Juni 2016

Tea Mäkipää und Halldór Úlarfsson: Atlantis, 2007-14. Foto: Purnu Art Center (Finnland)
mischer'traxler studio: the idea of a tree, 2008 – fortlaufend; Courtesy the artists
Studio Formafantasma: Autarchy, 2010. Photo: Studio Formafantasma; Courtesy the artists
Still photo from Superflex 'Burning Car', 2008. Original HD with sound, 9.30 min.; Courtesy the artists. © VG Bild-Kunst, Bonn, 2015/16