Schweizerisches Landesmuseum

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1515 Marignano

Mär 27, 2015 bis Jul 19, 2015

tn Am 13. und 14. September 1515 unterlag die Eidgenossenschaft dem königlichen Frankreich. Die blutige Niederlage in der Schlacht bei Marignano führte der damaligen Schweiz die Schrecken des Krieges vor Augen. Im kollektiven Gedächtnis ist jedoch nicht die militärische Niederlage verankert. Vielmehr wird der Rückzug aus der Grossmachtpolitik als Ursprung der schweizerischen Neutralität erinnert.

500 Jahre nach dem Ende der Mailänderkriege zeigt das Landesmuseum Zürich die Ausstellung "1515 Marignano". Wichtige Ausstellungsobjekte erinnern an eine aussergewöhnliche Phase der Schweizer Geschichte – an eine Eidgenossenschaft als Militärmacht auf dem europäischen Parkett. Die Ausstellung zeigt die Ursachen und Folgen der "Schlacht der Giganten" mit je 30'000 Mann starken Aufgeboten und 10'000 bis 12'000 Toten. Was suchten die Schweizer in der Lombardei? Wie kam es, dass sich die Eidgenossen am europaweiten Streit um die Vormachtstellung über das wirtschaftlich blühende Herzogtum Mailand auf Augenhöhe beteiligten?

Ohne die geschichtspolitische Amalgamierung von Marignano mit Neutralität zu negieren, konzentriert sich die Ausstellung auf die historischen Zusammenhänge im frühen 16. Jahrhundert. Im Zentrum stehen die eidgenössischen Kriegszüge im Kampf um Mailand sowie die Geschichte des Söldnerwesens. Zeitlich fasst die Ausstellung die Jahre zwischen 1497 und 1521. Den Auftakt bildet die Formierung der ersten "Schweizergarde" am französischen Hof. Am Ende stehen die folgenreiche Soldallianz zwischen der Eidgenossenschaft und dem König von Frankreich sowie die eidgenössische Eroberung des heutigen Tessin. Dazwischen tobt der Kampf um die Herrschaft über Mailand mit dem für die Eidgenossenschaft blutigen Höhepunkt 1515 in der Schlacht bei Marignano und dem 1516 in Freiburg geschlossenen Friedensvertrag mit Frankreich.

Die Ausstellung "1515 Marignano" sucht auch nach Antworten auf die Frage, wie die Eidgenossenschaft schliesslich mit ihrer Niederlage umging, präsentiert den profitablen Friedensvertrag mit Frankreich und reflektiert den Stellenwert Marignanos in der Schweizer Geschichte.


1515 Marignano
27. März bis 19. Juli 2015

«Der verletzte Bannerträger», 1900; Ferdinand Hodler, Zürich. Freske. © Schweizerisches Nationalmuseum
«Rückzug von Marignano», 1900; Ferdinand Hodler, Zürich. Freske. © Schweizerisches Nationalmuseum
Wappenscheibe Ulrich von Hohensax, 1507; Rathaus Lachen. Glas, bemalt. SNM, Depositum der Gottfried Keller-Stiftung
Key-Visual der Ausstellung «1515 Marignano». Grafik Roli Hofer; © Schweizerisches Nationalmuseum