Museum Folkwang Essen

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Ideallandschaft: Industriegebiet

Mai 6, 2018 bis Aug 5, 2018

tn Mit der rasanten Steigerung der Kohleförderung in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wandelt sich auch das Bild der Landschaft: Zechen und Halden, Bahnlinien und Kanäle werden zu charakteristischen Elementen der Industrieregionen. Hermann Kätelhön (1884–1940), registriert diese Veränderungen, verknüpft sie in seinem Werk jedoch mit klassischen Formen der Landschaftsdarstellung, wie sie etwa von Adrian Zingg (1734–1816) geprägt wurden.

Im November 1917 verlegte der Maler und Grafiker Hermann Kätelhön (1884–1940) seinen Lebensmittelpunkt nach Essen. Zum Zeitpunkt seiner Übersiedlung ins Ruhrgebiet hatte die Ausbreitung der Montanindustrie einen ersten Höhepunkt erreicht. Fördertürme, Hochöfen und Kaminschlote wurden zu Landmarken, Erzbahntrassen durchschnitten ganze Landstriche, Abraumhalden wuchsen zu weithin sichtbaren Erhebungen. Fasziniert von dieser industriellen Lebenswelt widmet sich Kätelhön nun der Arbeitswelt über und unter Tage, vor allem aber der Industrielandschaft in ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen.

In wirkungsvollem Gegensatz zur Modernität seiner Bildmotive greift Kätelhön mit seinen Industrielandschaften auf überlieferte Kompositionsformen zurück, die mindestens seit dem frühen 19. Jahrhundert gebräuchlich waren. Dies veranschaulicht der Vergleich mit Werken des Zeichners und Druckgrafikers Adrian Zingg (1734–1816), der ein bedeutender Vertreter der klassischen Landschaftsauffassung war. Einbezogen in die Ausstellung sind aber auch einige neusachliche Industriefotografien, die zeitlich parallel zu den Werken Kätelhöns entstanden, unter anderem von Albert Renger-Patzsch (1897–1966). Sämtliche Exponate stammen aus der Sammlung des Museum Folkwang.

Eine Auswahl seiner eindrücklichsten Landschaftsdarstellungen bildet den Mittelpunkt der Kabinettausstellung. Sie ist Teil des Gemeinschaftsprojekts Kunst & Kohle, das die RuhrKunstMuseen aus Anlass der Beendigung des Steinkohlenbergbaus im Ruhrgebiet für 2018 ins Leben gerufen haben.


Ideallandschaft: Industriegebiet
6. Mai bis 5. August 2018

Hermann Kätelhön: Zeche Graf Beust, undatiert. Lithografie, 41,6 x 49,5 cm; Museum Folkwang, Essen
Hermann Kätelhön: Hochofen, undatiert. Radierung, 33,3 x 26,2 cm; Museum Folkwang, Essen
Hermann Kätelhön: Selbstbildnis, 1915. Radierung und Kaltnadel, 27 x 19,7 cm; Museum Folkwang, Essen. Foto: Jens Nober