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Terry Winters - Das druckgraphische Werk 1999-2014

Dez 18, 2014 bis Mär 1, 2015

tn Seit über dreißig Jahren hat der Maler und Zeichner Terry Winters (* 1949 in New York) auch als einer der erfindungsreichsten und produktivsten Meister seiner Generation auf dem Feld der druckgraphischen Künste zu gelten. Die Vorstellung dieses peintre-graveurs war seit Anbeginn intensiv vom Nachdenken über Räume und Systeme jenseits des Sichtbaren geprägt.

In sämtlichen von ihm beherrschten Gattungen war Terry Winters schon immer auf der Suche nach einer Metaphysik verborgener Wirkkräfte und Energien, die auch den schöpferischen Prozess transzendieren. Die spezifische Herausforderung, welche die Druckgraphik für Winters bis heute bedeutet, gründet in der engen Verbindung von zu respektierenden Zwängen, die in der Natur des Mediums wurzeln und zugleich in den unerwarteten Freiheiten, die es immer von neuem provoziert.

Es ist nicht nur die enge Interaktion zwischen Zeichnung und Malerei, die das Werk von Winters belebt, sondern seit Jahrzehnten auch diejenige zwischen der Malerei und der Druckgraphik, die als gleichwertige Kraft dieses Werk in einem Maß inspiriert, dass der Künstler zurecht von "cross breeding" zwischen beiden Gattungen sprechen konnte.

Winters’ vor Jahren auf seine Intentionen als Zeichner gemünztes Postulat "invent, test, and play" trifft wie eine Anleitung auch den Kern seines experimentellen Umgangs mit der Druckgraphik. Gemessen an den Usancen des klassischen peintre-graveurs bezieht Terry Winters seine Metamorphosen nicht aus dem Vorgang des Überarbeitens von Platten im Sinne mannigfacher Zustandsdrucke, sondern im spielerischen Erproben von Mechanismen, die Maßstäbe und Muster ambivalent machen und neue Bilder hervorbringen, welche Assoziationen möglichst vieldeutig lassen.

Gerade das Medium der Druckgraphik erlaubte es dem Künstler, seinen Transformationen der unterschiedlichsten Codes in neue, sinnliche Bildzusammenhänge durch komplexe Übertragungs- und Druckprozesse jenen unentbehrlichen Grad an Entpersönlichung und Abstraktion zu verleihen.

Nach der Münchner Schau der Zeichnungen von Terry Winters im Jahr 2003 präsentiert die Ausstellung nun mit ca. 150 Blättern sein druckgraphisches OEuvre seit 1999, wobei ein Catalogue Raisonné den Bestand der vergangenen 15 Jahre dokumentiert (mit einem Essay von Michael Semff und detaillierten Werkbeschreibungen von Elisabeth Finch, Colby College Museum of Art, Waterville, Maine, Prestel Verlag, New York).


Terry Winters - Das druckgraphische Werk 1999-2014
Staatliche Graphische Sammlung München in der Pinakothek der Moderne
18. Dezember 2014 bis 1. März 2015

Dublin 2, 2009. Photopolymerer Tiefdruck, 42,5 x 52,4 cm; Courtesy the artist and Grand Valley State University, Colby College Museum of Art, Gift of the artist; Fotografie: Grand Valley State University © Terry Winters
Tokyo Notes, 5, 2005. Nr. 5 eines Portfolios von 11 Lithographien, 52,7 x 76,8 cm, Herausgeber: Kido Press, Tokyo, Courtesy the artist and Kido Press, Tokyo, Colby College Museum of Art, Gift of the artist; Fotografie: ULAE © Terry Winters
Aquatinta mit Zuckeraussprengverfahren und offene Ätzung, 135,6 x 110,5 cm. Courtesy the artist and ULAE, New York, Colby College Museum of Art, Museum purchase from the Jere Abbott Acquisitions Fund; Fotografie: ULAE © Terry Winters
Atmospheres (3), 2014. Siebdruck, 148,6 x 111,8 cm; Herausgeber: Two Palms, New York, Courtesy the artist and Two Palms, Staatliche Graphische Sammlung München, Geschenk des Künstlers; Fotografie: Two Palms © Terry Winters