Kunstmuseum Winterthur

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weitere Ausstellungen

En Suite

Sep 3, 2014 bis Jan 4, 2015

tn Mit der Erfindung der Lithographie wurde die Druckgraphik zu Beginn des 19. Jahrhunderts für viele Künstler zu einem äusserst attraktiven Medium. Anders als bei den zuvor verwendeten graphischen Techniken, dem Holzschnitt und der Radierung, konnte nun direkt auf den Stein gezeichnet werden, und zudem liessen sich mit den neuen Verfahren höhere Auflagen erzielen. Prädestiniert war die Lithographie deshalb für Werke, die ein grösseres Publikum erreichen sollten - wie Illustrationen in Büchern und Zeitschriften oder Mappen mit Bildfolgen.

Anhand der Graphikfolgen von Eugene Delacroix, Odilon Redon, Paul Gauguin und Edouard Vuillard lässt sich die Entwicklung der Lithographie im 19. Jahrhundert beobachten. In der Zeitspanne von der Romantik bis zur Moderne wandelte sich mit der druckgraphischen Technik auch der Umgang mit Bilderzählungen.

Während Eugene Delacroix in den 1820er Jahren Illustrationen zu Goethes Faust und Shakespeares Hamlet realisierte, in denen sich die dramatischsten Szenen in einprägsamen Bildmotiven konzentrierten - wie beim Mephistopheles in den Lüften, der über der Silhouette einer mittelalterlichen Stadt schwebt -, liess sich Odilon Redon einige Jahrzehnte später von den Erzählungen Edgar Allan Poes und Charles Baudelaires oder der Evolutionslehre Charles Darwins zu freien bildnerischen Kommentaren inspirieren.

Bei Paul Gauguin und Edouard Vuillard lassen sich keine in sich geschlossenen Zyklen mehr finden - Gauguin zeigt in der nach ihrem ersten Ausstellungsort benannten Volpini-Suite eine lose Folge kleiner Szenerien aus Aufenthalten in der Bretagne, in Arles und auf Martinique. Vuillard wählt die Farblithographie für Paysages et interieurs, um mit ihr in japanisierendflächigem Stil intime Ansichten einer sowohl im Innen- wie im Aussenraum sorgsam möblierten Welt zu schaffen.


En Suite
Graphikfolgen von Eugime Delacroix, Odilon Redon, Paul Gauguin, Edouard Vuillard
3. September 2014 bis 4. Januar 2015
Graphisches Kabinett

Odilon Redon (geb. 1840 in Bordeaux, gest. 1916 in Paris): L’aile impuissante n’éleva point la bête en ces noirs espaces (Les origines Nr. VII), 1883. Lithographie; Kunstmuseum Winterthur, Geschenk des Galerievereins - Freunde des Kunstmuseums Winte
Odilon Redon (geb. 1840 in Bordeaux, gest. 1916 in Paris): L’oeil, comme un ballon bizarre se dirige vers l‘infini (A Edgar Poë Nr. I), 1882. Lithographie; Kunstmuseum Winterthur, Geschenk von Maria Stiefel-Bühler, 1975