Horst-Janssen-Museum Oldenburg

Am Stadtmuseum 4 – 8
D - 26121 Oldenburg

T: 0049 (0)441 235-28 91
F: 0049 (0)441 235-33 50

E: info@horst-janssen-museum.de
W: http://www.horst-janssen-museum.de/


weitere Ausstellungen

Erotische Fantasien von Horst Janssen

Jul 18, 2014 bis Nov 16, 2014

tn Horst Janssen gilt als ein großer Erotomane unter den Künstlern des 20. Jahrhunderts. So ist das Sujet der erotischen Zeichnungen für ihn von Anfang an inspirierend und in allen seinen Werkphasen anzutreffen. Aus diesem Grund widmet das Horst-Janssen-Museum den "ge*len Sybillchen" – wie Janssen sie nennt – eine Sonderausstellung. Bereits die frühen Radierzyklen sind der Erotik gewidmet. Mit ihrer fantastischen, versponnenen Bilderfindung stehen diese Radierungen der Art Brut nahe und sind doch ganz eigenständige Entwürfe des 30-jährigen Künstlers und erste Annäherung an das Thema.

Das Horst-Janssen-Museum zeigt ausgewählte Blätter aus "Nana", 1959 und "L’heure de Mylène", 1962. Janssen präsentiert den Betrachtern die Gespielinnen, die in seiner Fantasie ihre erotischen Bande knüpfen, mit eleganter, feiner Linie oder auch mit kraftvollem Strich, der die ganze Platte überzieht. Schließlich schafft Janssen eine ganze Reihe von Bleistift- und Farbstiftzeichungen, die den Frauenakt ins Zentrum stellen. Mit diesen Feinstrichzeichnungen macht er auf der Biennale in Venedig 1968 Furore. In dieser Zeit nennt sich Janssen selbst "Millionenstrichler" und seine Werke "Fleischzeichnungen". Das Horst-Janssen-Museum wird die schönsten Beispiele dieser aufwändigen Blei- und Buntstiftzeichnungen zeigen.

Einen Höhepunkt in Janssens erotischer Kunst bildet zweifellos der Aquarellzyklus "Phyllis", in dem Janssen sehr malerisch vorgeht. Aber auch der Humor spielt in Janssens Erotik eine Rolle: In den farbigen, spontanen Aquarellen "Drollerei", die ab den 1990er Jahren entstehen, findet man einen gelösten, fast spielerisch arbeitenden Künstler, der sich auf wieder neue Art dem Thema nähert. Die Ausstellung wird an Hand von über 200 Werken die komplexe, künstlerische Entwicklung der erotischen Zeichnungen von Horst Janssen veranschaulichen und damit gleichzeitig einen Überblick über sein Schaffen von 1947 bis in die 1990er Jahre ermöglichen.

Zur Ausstellung erscheint eine Begleitpublikation: Anstelle des sonst üblichen Katalogs haben sich die Kuratorinnen dieses Mal für die Form einer Kassette mit ausgewählten Bildern (Größe: 20 x 23 cm) aus der Ausstellung "Geile Sybillchen" entschieden. Die Kassette ist im Museumsshop für 14,90 Euro erhältlich.


Geile Sybillchen
Erotische Fantasien von Horst Janssen
18. Juli bis 16. November 2014

Zu Phÿllis, 1984. Aquarell; © VG-Bild-Kunst, Bonn 2014
Zu Phÿllis, Die Wechsel Schwestern, 1984. © VG-Bild-Kunst, Bonn 2014
Daphne und Cloe. Gouache und Aquarell, 1978; © VG Bild-Kunst, Bonn 2014
Beatrice, Aquarell über Bleistift, 1977. © VG Bild-Kunst, Bonn 2014