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weitere Ausstellungen

Ed Sommer. Planetare Allianz

Sep 6, 2014 bis Jan 6, 2015

tn Erstmalig präsentiert das ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe eine umfassende Ausstellung zum Werk von Ed Sommer. Neben den bekannteren Werkgruppen seiner Malerei, Skulptur und Fotografie können nach langer Zeit wieder die frühen experimentellen Filme gezeigt werden, die eigens für diese Ausstellung restauriert und digitalisiert wurden. Die ausgewählten Werke geben einen Einblick in das vielschichtige und außergewöhnliche, künstlerische Werk Sommers.

Ed Sommer wurde 1932 in Schwäbisch Gmünd geboren und lebte als Sohn eines Schwäbisch Gmünder Unternehmers zeitweilig auch in Südfrankreich. Zusammen mit seinem Künstlerfreund Marc Adrian gehörte Sommer zu wichtigen Vertretern der Op Art und Kinetik. Bis heute und auch nach seiner Rückkehr aus Frankreich hält der rege Austausch mit den Freunden aus jener Zeit an.

In den 1970er-Jahren erlangte Sommer mit seinen Filmen und Fotografien große Aufmerksamkeit. Seine Wohnung war beliebter Treffpunkt für etliche lokale wie überregionale Zeitgenossen, darunter Walter Giers, Arnulf Letto, Herbert Oehm und Siegfried Cremer. In seiner Rolle als Förderer hat er befreundete Künstler unterstützt. Dies wurde mit zahlreichen ihm gewidmeten Werken gedankt.

Ed Sommer verwendete Techniken, die er als Autodidakt in all ihren Facetten erlernt hatte: Sein künstlerisches Spektrum umfasst neben experimentellem Film auch Fotografie sowie Malerei und plastische Arbeiten. Seit 2002 schreibt er ausschließlich Partituren und Texte. Über die Jahrzehnte seiner künstlerischen Produktion verlief die Wahl des Mediums intuitiv und nicht entlang einer logischen, gar klassischen künstlerischen Materialschule.

So fertigte er im Anschluss an die ersten monochromen Ölbilder technisch exakte Objekte aus Holz, Acryl und versilbertem Messing. Es folgten Skulpturen aus Acrylglas ("Plastische Formungen"), bei denen er aus Platten mittels Einschnitten und anschließender thermischer Bearbeitung und Formung beeindruckende Plastiken erschuf. Mit der Wiederaufnahme der Malerei in den 1980er-Jahren brachte er den gestischen Moment auf großflächigen Bildern zum Ausdruck.

In der Serie "Portraits – Réponses" erweiterte Sommer die Möglichkeiten der künstlerischen Gestaltung um einen weiteren Faktor: die Dialogkunst. Auf die von Sommer angefertigten Portraits konnten die Portraitierten bildnerisch oder schriftlich antworten. Mit ihrer Antwort, réponse, leisteten sie einen aktiven Beitrag zum Kunstwerk. Das Portrait sowie die jeweilige Antwort werden gemeinsam gerahmt ausgestellt.

Das Mittel der grafischen Überblendung durchzieht auch die filmischen (16mm, schwarzweiß) und fotografischen Arbeiten von Sommer. Mit den vielfältigen Möglichkeiten der Mehrfachbelichtung gelingt es, auf einem Foto mehrere Bildmotive sowie grafische Elemente zu kombinieren und durch Überblendung ineinander zu formen. Im Labor wandte er diese Methoden bei der Ausbelichtung der Aufnahmen an.

Aber auch im Studio baute er aufwendige Inszenierungen auf und nutzte mehrere Projektoren, um ein Objekt mit weiteren Bildmotiven anzureichern. Durch die Neukombination experimenteller Techniken schuf er Werke mit gesteigerter Informationsdichte.

Die Ausstellung wird mit einer Aufführung von Partituren Sommers durch das Ensemble "Exvoco" aus Stuttgart sowie einer spirituellen Performance seiner Frau Yong Sa eröffnet.


Ed Sommer. Planetare Allianz
6. September 2014 bis 6. Januar 2015

Ed Sommer: Thermoplastische Formung, 1969. Transparenter Kunststoff; Foto: Barbara von Woellwarth. © Ed Sommer
Yong Sa Sommer: Peter Weibel, 2014. Fließmandalaportrait; Foto: Barbara von Woellwarth. © Ed Sommer
Ed Sommer: Fliess Felder Welten 45, 1987. Meta Portrait Yong Sa; Foto: Barbara von Woellwarth. © Ed Sommer
Ed Sommer: Portrait_Repons; Foto: Christof Hierholzer. Collage: Seraina Sommer; © Ed Sommer