Kunstmuseum Bonn

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weitere Ausstellungen

Andreas Schulze. Nebel im Wohnzimmer

Okt 9, 2014 bis Jan 18, 2015

tn Das Kunstmuseum Bonn gehört zu den wenigen Museen in Deutschland, die sich in ihrem Ausstellungsprogramm systematisch mit den verschiedenen Formen der Malerei auseinandersetzen. Besondere Aufmerksamkeit erfährt dabei die amerikanische und die deutsche Bildtradition. So wurden unter den idealen Lichtbedingungen des Schultes-Baus schon Ausstellungen von Robert Ryman, Philip Guston, Laura Owens, David Reed, Ernst Wilhelm Nay, Franz Ackermann, Mary Heilmann und Blinky Palermo vorgestellt.

Ein besonderes Augenmerk lag dabei auf dem Raum- und Kontextbezug der Malerei, die sich speziell im Fall von Ackermann oder Reed nicht mehr auf das traditionelle Tafelbild einschränken lässt. Diese Perspektive soll nun auch die Ausstellung des Kölner Künstlers Andreas Schulze verfolgen, die drei individuell gestaltete Malerei-Räume vorstellen wird. Schulze, der 1955 in Hannover geboren wurde und seit 2008 Professor an der Kunstakademie in Düsseldorf ist, gehört zu der Generation von Künstlern, die sich im Übergang zu den 1980er-Jahren von neuem zur Malerei bekennt.

Nachdem die Minimal- und Concept-Art der vorangehenden Jahrzehnte eine Intellektualisierung der Kunst anstrebte, entdeckte man Anfang der 1980er-Jahre erneut die Sinnlichkeit der Malerei. Eben diese historische Neuentdeckung des Bildes offenbart sich im künstlerischen Ansatz von Andreas Schulze, der ab 1976 in Düsseldorf, bei Dieter Krieg, Malerei studierte. Aus dieser Zeit stammen erste Kontakte zu Künstlern der "Mülheimer Freiheit", von deren "wilder Malerei" er sich aber bald absetzt. Prägend für seine Bildwelt ist eine teils naiv anmutende, teils magische Gegenständlichkeit, die er schon Mitte der 1980er-Jahre immer wieder in die dritte Dimension überführt. So entstehen malerischplastische Environments, die Humor mit Abgründigkeit verbinden.

In seiner auf die Räume des Kunstmuseums zugeschnittenen Ausstellung werden auch viele neuere Arbeiten des Kölner Malers zu sehen sein. In ihnen entfaltet sich eine zunehmend abstrakte Welt aus Lichtpunkten, nebeligen Flächen und wellenförmigen Objekten, die sich in mal abgetönten mal strahlenden Farben zu surreal anmutenden Landschaften oder Interieurs zusammenfügen. Auch hier zeigt sich, dass seine vergleichsweise leise Bildsprache mittels feiner Ironisierungen und einer subtilen konzeptuellen Stringenz zu einprägsamen Gemälden führt.


Andreas Schulze. Nebel im Wohnzimmer
9. Oktober 2014 bis 18. Januar 2015

Ohne Titel (Reise Abteil), 2010. Acryl auf Nessel 190 x 320 cm (2-teilig); Copyright Andreas Schulze, VG Bild-Kunst, Bonn 2014. Courtesy Sprüth Magers Berlin London
Ohne Titel (oder Mode), 2014. Acryl auf Nessel, 200 x 200 cm; Foto: Jochen Arentzen. Copyright Andreas Schulze, VG Bild-Kunst, Bonn 2014; Courtesy Sprüth Magers Berlin London
Untitled, 2009 Foto: Jochen Arentzen. Copyright Andreas Schulze, VG Bild-Kunst, Bonn 2014; Courtesy Sprüth Magers Berlin London
Ohne Titel (Leuchte des Nordens / Bluse mit Rock), 2004/2014. Textil, Metallgestell, Birne, Höhe 192 x Durchmesser 72,5 cm; Foto: Jochen Arentzen. Copyright Andreas Schulze, VG Bild-Kunst, Bonn 2014; Courtesy Sprüth Magers Berlin London