Neue Nationalgalerie

Potsdamer Straße 50
D - 10785 Berlin

T: 0049 (0)30 266 42 4510
F: 0049 (0)30 262 42 4545

E: nng@smb.spk-berlin.de
W: http://www.neue-nationalgalerie.de/


weitere Ausstellungen

Moshe Gershuni. No Father No Mother

Sep 13, 2014 bis Dez 31, 2014

tn Moshe Gershuni (1936 in Tel Aviv geboren) ist einer der bedeutendsten lebenden israelischen Künstler. Sein Werk - ein fortlaufendes Projekt über mehr als vierzig Jahre - ist kompromisslos, und seine Produktion an Gemälden, Zeichnungen und Skulpturen lässt viel Raum für Assoziationen. Gleichzeitig sinnlich und konzeptuell, emotional und kritisch, authentisch und gut inszeniert, überwinden Gershunis Arbeiten Gegensätze und verschmelzen historisches Gedenken mit der kathartischen Direktheit des malerischen Handelns.

Gershuni arbeitet horizontal. Er bedeckt den Boden mit Papier und kriecht mit seinen in Farbe getränkten, an eine bluttriefende Wunde gemahnenden Händen darüber. Sein malerisches Universum ist irdisch, instinktiv sinnlich und regressiv, und dennoch geprägt von Glauben und anmutigen Umwandlungen. Sein Werk generiert eine überschwängliche Körperlichkeit und konfrontiert diese mit figurativer Ikonographie und verbalen Äußerungen. Viele Gemälde enthalten historisch aufgeladene Symbole und handgeschriebene hebräische Passagen aus jüdischen Gebeten, die die unebenen, überfließenden Oberflächen aus flüssiger Farbe, seine scheinbar unwillkürlichen, vorsprachlichen Kompositionen in eine lebendige theatralische Performance, ein Ritual der Ekstase verwandeln.

"No Father No Mother" ist die erste einem Israeli gewidmete umfassende Einzelausstellung in der Neuen Nationalgalerie. Es ist zugleich Gershunis erste bedeutende Einzelausstellung in einem Museum außerhalb Israels. Der Ausstellungstitel - "No Father No Mother" - beinhaltet eine doppelte Verleugnung. Er stammt aus einem Gemälde (Untitled, 1994) und stellt ein Geständnis dar, eine negative Reflektion über Entwurzelung und Diskontinuität. Umfangreich und dennoch offen angelegt, umfasst die Ausstellung evolutionäre, retrospektive Arrangements, Unterteilungen nach Perioden und chronologischen Ordnungen, und zeigt stattdessen Gershunis Werk als eine vitale, nicht-hierarchische Einheit, eine fortlaufende Aktivität.


Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (deutsch / englisch) im Verlag Hatje Cantz. Hrsg. Neue Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, Texte von Sarah Breitberg-Semel, Ory Dessau, Udo Kittelmann, Doreet LeVitte Harten. Ca. 160 S., ca. 100 Abb., 19,5 × 25 cm, Softcover; ca. 50 Euro.

Moshe Gershuni. No Father No Mother
13. September bis 31. Dezember 2014

Jerusalem Nights, 1985. 140 x 200 cm, Glasfarbe, Industrielack und verschiedene Materialien auf gestrichenem Papier. © Moshe Gershuni, courtesy Givon Art Gallery Tel Aviv
I'm Soldier, 1980. 70 x 100 cm, Glasfarbe, Industrielack und verschiedene Materialien auf ungestrichenem Papier. © Moshe Gershuni, courtesy Givon Art Gallery Tel Aviv
David, 1983. 140 x 200 cm, Glasfarbe, Industrielack und verschiedene Materialien auf gestrichenem Papier. © Moshe Gershuni, courtesy Givon Art Gallery Tel Aviv
Four Serious Songs (6/6), 1986. 66 x 50 cm, verschiedene Techniken auf Papier. © Moshe Gershuni, courtesy Givon Art Gallery Tel Aviv