Kunsthaus Kaufbeuren

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Designobjekte aus Kunststoff

Dez 13, 2014 bis Mär 8, 2015

tn Seit Ende des 19. Jahrhunderts entstehen neue Materialien, die für den industriellen Fortschritt des 20. Jahrhunderts eine große Rolle gespielt haben – die Kunststoffe. Ob Zelluloid, Bakelit oder Resopal, Plexiglas oder Nylon – die nahezu unerschöpflichen Möglichkeiten dieser vielfältigen Materialien eröffnen den Designern der Alltagskultur ungeahnte Gestaltungsfreiräume.

Bei den Luxus- und Alltagsgegenständen sind der Fantasie aufgrund der besonderen Formbarkeit des Materials keine Grenzen gesetzt. In den 1930er Jahren begannen Designer daher vermehrt mit Kunststoffen zu experimentieren und zu arbeiten. In dieser Zeit hielten die ersten elektrischen Geräte Einzug in den Haushalt. Der Bedarf an günstiger, seriell leicht herstellbarer Ware stieg. Mixer, Staubsauger und Geschirr wurden aus Kunststoff hergestellt. Auch bei der Herstellung neuer Erfindungen wie Telefone, Lautsprecher, Plattenspieler und Radios kam das Material zum Tragen.

Viele der Plastikmaterialien haben mannigfaltige Eigenschaften, die kein natürlicher Werkstoff in dieser Kombination aufweist. Sie lassen sich auf unterschiedlichste Weise bearbeiten: schneiden, pressen, stanzen, verformen, schäumen, spritzen und in alle Töne einfärben. So können auch diffizile Formen hergestellt werden, wie beispielsweise Accessoires für die feine Dame und den Herrn: aufwendig gearbeitete französische Kämme, transparente Handtaschen aus Kalifornien, kunstvoll verzierte Zigarettenetuis und Damenfächer. Die leuchtenden Farben der Pop-Ära sind in phantasievollen Gürtelschnallen und beim Schmuck zu finden.

Selbst länderspezifische Identitäten und Gewohnheiten lassen sich anhand der unterschiedlichen Designausprägung ablesen. Frankreichs Radioproduktion begeisterte sich für das Dekorative, Theaterhafte, zuweilen Exzentrisch-Futuristische. Die Niederlande und Großbritannien zeigten gemäßigte, vom Zeitgeschmack geprägte Geräte. Erfrischend zeigten sich Mitte der 60er Jahre Italiens und ab den 90er Jahren Japans Entwürfe. Eine schlichte, oft puristische Linie wurde in Deutschland favorisiert.

Highlight der Ausstellung bilden 89 Kunststoffradios aus aller Herren Länder, die eine über 80jährige Design- und Kulturgeschichte widerspiegeln. Ein Radio aus den 1930er Jahren sieht wie ein Wolkenkratzer aus, ein amerikanisches Radio aus den 40er Jahren ist in seiner Gestaltung den Triebwerken eines Flugzeuges angelehnt, in den 60er Jahren orientierte sich russisches Radio-Design am Sputnik. In der Morphologie der Objekte spiegeln sich somit nicht nur die wechselnden Stil-Perioden, sondern auch nationale Ereignisse oder Errungenschaften wider.


Designobjekte aus Kunststoff
Die Koelsch Collection
13. Dezember 2014 bis 8. März 2015

Radio 'Radiola RA 248 A', 1958. Produktion SFR Société Française Radio-Eléctrique (Radioéléctrique) SA, Paris, Frankreich, 1958; Thermoplast. Koelsch Collection; Foto: www.flohagena.com
Handgelenk-Radio 'Toot-a-Loop' R 72-S; Design J. F. Wilmin, 1969; Produktion National Panasonic, Japan, 1972; ABS. Koelsch Collection; Foto: www.flohagena.com
Radio, F, 1959. Koelsch Collection; Foto: www.flohagena.com