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weitere Ausstellungen

Beuys Brock Vostell

Mai 24, 2014 bis Nov 9, 2014

tn Erstmals werden die drei bedeutenden deutschen Aktionskünstler der Nachkriegsmoderne Joseph Beuys, Bazon Brock und Wolf Vostell gemeinsam in einer groß angelegten Schau präsentiert. Die befreundeten Künstler, die bei wichtigen Aktionen und Ausstellungen in den 1960er-Jahren gemeinsam aufgetreten sind, bildeten aus der Erfahrung des Krieges ihre eigenen stilbildenden Positionen und verfolgten dabei die radikale Emanzipation des Individuums und die Reform bzw. Revolution des Lebens. Durch die gemeinsame Präsentation der drei verschiedenen Positionen der Performativität wird eine neue Perspektive auf die heute in allen Museen der Welt hofierten performativen Künste erarbeitet.

Die Ausstellung zeigt, dass die drei Aktionskünstler auf ihre jeweils Weise einflussreiche wie stilbildende Positionen der Performativität geschaffen haben und an der Bildung eines erweiterten Werkbegriffs beteiligt waren − etwa der Skulptur als Handlung und der Einbeziehung des Publikums. Darüber hinaus wird sichtbar, dass alle drei Künstler in der Auseinandersetzung mit dem Zweiten Weltkrieg und seinen Folgen einen gemeinsamen thematischen Schwerpunkt aufweisen. Eine weitere Parallele zwischen Joseph Beuys, Bazon Brock und Wolf Vostell besteht in der Neudefinition der Lehre − ein Aspekt, der auch in der Ausstellung nachvollziehbar wird.

Die drei Künstler erfanden die Lehre als Aufführungskunst, in deren Mittelpunkt das Vermitteln und Aufklären, das Agieren und Agitieren sowie die Diskussion und die Demonstration stehen. Ausgelöst durch Aktionen, Bilder und Reden sollte eine Bewusstseinsveränderung des Betrachters erreicht werden, die zum übergeordneten Ziel der radikalen Emanzipation des Individuums führen sollte. Im Mittelpunkt der Aktionen und Demonstrationen von Beuys, Brock und Vostell stehen demnach die Zivilgesellschaft und die Demokratie. Nachdem sich die Künstler in den 1950er-Jahren verstärkt auf die Vergangenheit, insbesondere den Holocaust, bezogen haben, war in den 1960er-Jahren der Entwurf sozialer Utopien ihr gemeinsames Anliegen − wenngleich der Weg dorthin sehr unterschiedlich beschritten wurde.


Beuys Brock Vostell
24. Mai bis 9. November 2014

Wolf Vostell, Das Ei, 1977. Entwurf zum Medien-Environment auf der documenta 6, Collage; Sammlung Museo Vostell Malpartida. © Wolf Vostell / VG Bild-Kunst, Bonn 2014
Joseph Beuys, Honigpumpe am Arbeitsplatz auf der documenta 6 im Museum Fridericianum, 1977. Foto: Georg Freitag; © documenta Archiv. © Estate of Joseph Beuys / VG Bild-Kunst, Bonn 2014
Rolf Jährling, Wolf Vostell, Bazon Brock, Eckhart Rahn, Joseph Beuys, Tomas Schmit, Charlotte Moorman, Nam June Paik in der Galerie Parnass zum Abschluss des 24 Stunden Happening, Wuppertal 5. Juni 1965. Foto: Ute Klophaus; © Ute Klophaus
Joseph Beuys und Wolf Vostell während des Festival der Neuen Kunst 20. Juli 1964. Foto: Peter Thomann; © Peter Thomann. © Estate of Joseph Beuys / VG Bild-Kunst, Bonn 2014; © Wolf Vostell / VG Bild-Kunst, Bonn 2014