Hamburger Kunsthalle

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Lichtwark revisited

Mai 23, 2014 bis Sep 14, 2014

tn Im Jahr 2014 jährt sich zum 100. Mal der Todestag des ersten Direktors der Hamburger Kunsthalle, Alfred Lichtwark (geboren am 14. November 1852, gestorben am 13. Januar 1914). Eine der weitblickendsten Ideen Alfred Lichtwarks war es, Künstler nach Hamburg einzuladen, um vor Ort Landschaften und Portraits anfertigen zu lassen und diese dann in die Sammlung der Kunsthalle aufzunehmen.

Lichtwark, der seit 1886 Direktor war, hatte frühzeitig erkannt, dass die Stadt Hamburg für junge, zu seiner Zeit moderne Künstler als Bildmotiv von großem Interesse sein konnte. Da er dem Kunstpublikum in Hamburg zeitgenössische Kunst vermitteln wollte, gründete er bereits 1889 die Sammlung von Bildern aus Hamburg und erteilte zunächst jüngeren Malern aus Hamburg und später Künstlern aus ganz Deutschland und dem Ausland Aufträge.

Auftragswerke bestellte Lichtwark u. a. bei den Hamburger Künstlern Ernst Eitner und Arthur Illies, bei führenden deutschen Künstlern wie Max Liebermann, Lovis Corinth und Max Slevogt und auch bei Künstlern aus Frankreich, wie den Postimpressionisten Pierre Bonnard und Edouard Vuillard. So verbrachten Édouard Vuillard und Pierre Bonnard 1913 einige Wochen in Hamburg. Die in dieser Zeit entstandenen Gemälde wie Bonnards Abend am Uhlenhorster Fährhaus oder Vuillards Blick auf die Binnenalster gehören heute zu den bedeutendsten Werken der Hamburger Kunsthalle.

Die ab Mai 2014 zu sehende Ausstellung greift diesen Gedanken Lichtwarks auf: Die Kunsthalle lädt renommierte Künstlerinnen und Künstler ein, Werke zu schaffen, die sich mit Hamburg auseinandersetzen. Dabei sollen neben Skulptur und Graphik auch Photographie und Video berücksichtigt werden. Zum Thema Photographie ist ein Projekt mit dem Berliner Künstler Tobias Zielony (*1973) geplant. Die amerikanische Künstlerin Jill Baroff (*1954) wird eine Zeichnungsserie produzieren, die sich mit dem Rhythmus des Wasserstands der Elbe auseinandersetzt. Jorinde Voigt (*1977) hingegen bezieht sich in ihrer Zeichnungsserie konkret auf Alfred Lichtwark. Seinen 1897 verfassten Text "Übungen in der Betrachtung von Kunstwerken" übersetzt sie in eine Matrix von 10 Zeichnungen. Die vor allem für Kinder entwickelten "Übungen" vor originalen Kunstwerken sollten – so Lichtwark – einer frühen "Schulung des Auges" dienen.

Weitere Künstler, die sich im Rahmen der Ausstellung mit Hamburg befassen, sind Julius von Bismarck (*1983), Michaela Melián (*1956) und Adrian Williams (*1979). Präsentiert werden die neuen Arbeiten im Dialog mit den Werken, die von Alfred Lichtwark in Auftrag gegeben wurden. Dabei interessiert die Frage, wie sich der Blick auf Hamburg verändert hat und wie Künstlerinnen und Künstler die Stadt heute wahrnehmen. Wie auch zu Lichtwarks Zeiten besteht auch heute der Wunsch, die in Hamburg entstandenen Kunstwerke für die Sammlung der Kunsthalle zu erwerben.


Lichtwark revisited
Künstler sehen Hamburg
23. Mai bis 14. September 2014

Tobias Zielony (*1973): Structure, 2010 (aus der Serie Vele). C-Print, 90 x 111 cm; © Tobias Zielony / Courtesy KOW, Berlin
Édouard Vuillard (1868-1940): Blick auf die Binnenalster, 1913. Gouache auf Pappe, 74 x 55,2 cm; © Hamburger Kunsthalle / bpk. Photo: Elke Walford
Albert Marquet (1875 – 1947): Schlepper, 1909. Pinsel in Schwarz, 172 x 219 mm; © Hamburger Kunsthalle / bpk. Photo: Christoph Irrgang
Pierre Bonnard (1867-1947): Abend am Uhlenhorster Fährhaus, 1913. Öl auf Leinwand, 50 x 65,5 cm; © Hamburger Kunsthalle / bpk. Photo: Elke Walford