Museum Morsbroich

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Propaganda für die Wirklichkeit

Feb 2, 2014 bis Mai 4, 2014

tn "Kunst ist Propaganda für die Wirklichkeit und wird daher verboten." So provokativ, ja zynisch hinterfragte Oswald Wiener in seinem Hauptwerk "Die Verbesserung von Mitteleuropa, Roman" den Realitätsstatus der Kunst. Die Funktion des Bildes – ob Computerbild oder Fotografie, 16mm-Film, digitaler oder Videofilm, Diaprojektion, Spiegel- oder Sprachbild, Skulptur oder klassisches Gemälde – erweist sich längst als zweischneidig: Es kann Mittel der Erkenntnis wie auch Instrument oder Gegenstand der visuellen Verführung, der Manipulation von Wirklichkeit sein.

Was ist Wirklichkeit und wie können wir sie wahrnehmen? Zeigt ein Bild die Wirklichkeit oder auch nur eine Idee von Wirklichkeit oder konstruiert es sogar Wirklichkeit? Die Ausstellung "Propaganda für die Wirklichkeit" zeigt Arbeiten von 24 KünstlerInnen aus neun Ländern, die sich intensiv mit der Beziehung von Kunst und Wirklichkeit auseinandersetzen. In verschiedensten Medien und mit unterschiedlichen Ansätzen werden die historischen und gegenwärtigen, technischen und künstlerischen Möglichkeiten und Bedingungen des Abbildens von Realität hinterfragt.

Im Parcours der Ausstellung werden technische und auch wissenschaftliche Bildverfahren thematisiert. Cieslik und Schenk sowie David Claerbout und auch Thomas Ruff experimentieren mit digitalen Bildformen, die die Verbindung zwischen Wirklichkeit und Bild aufgegeben haben und dennoch genau darüber sprechen. Die Künstlergruppe Art & Language offeriert eine Karte, die sich der herkömmlichen verweisenden Funktion entzieht: Map to Not Indicate. Die amerikanische Künstlerin Barbara Bloom stellt eine Röntgenaufnahme einer zerbrochenen und wieder restaurierten Vase neben das Objekt selbst und erhebt damit das Sichtbarmachen des Realen zum Thema des Bildes.

Mit Arbeiten von Francis Alÿs (BE), Art & Language (UK), Barbara Bloom (US), Michaël Borremans (BE), stanley brouwn (NL), Marcel Broodthaers (BE), Cieslik und Schenk (DE), David Claerbout (BE), De Rijke / de Rooij (NL), Omer Fast (IL), Morgan Fisher (US), Robert Gober (US), Rodney Graham (CA), Gusmão & Paiva (PT), Tobias Hantmann (DE), Bethan Huws (UK), Alicja Kwade (DE), Andreas Lorenschat (DE), Paul Pfeiffer (US), Thomas Ruff (DE), Jörn Stoya (DE), Hiroshi Sugimoto (JP), Lawrence Weiner (US) und Christopher Williams (US)


Propaganda für die Wirklichkeit
2. Februar bis 4. Mai 2014

Marcel Broodthaers: A Voyage to the Northern Sea, 1973. Diaprojektion mit 80 Dias, Film, 3 Bücher (engl. / fr. / dt.), Reproduktion eines Gemäldes, Maße variabel; Estate Marcel Broodthaers. © VG Bild-Kunst, Bonn 2014
Barbara Bloom: Vermeer Copy Copy, 2007. Digitaler Farbausdruck auf Archivpapier, 45,5 x 56 cm; Courtesy Galerie Gisela Capitain, Cologne
Thomas Ruff: Maschine 3262, 2003. Chromogener Farbdruck auf Papier, 106 x 86 cm; Courtesy the artist and Konrad Fischer Galerie. © VG Bild-Kunst, Bonn 2014
Rodney Graham: Old Punk on Pay Phone, 2012. Großbilddia in bemaltem Aluminium-Leuchtkasten, 235,3 x 151,4 cm; Johnen Galerie, Berlin