Alfred Ehrhardt Stiftung

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weitere Ausstellungen

Alfred Ehrhardt: Das Watt

Jan 18, 2014 bis Apr 27, 2014

tn Seit Gründung der Alfred Ehrhardt Stiftung im Jahr 2002 laufen die Vorbereitungen der kommenden Ausstellung, die nun durch einen Ankauf sowie eine Schenkung ermöglicht wurde: Die ausschließlich aus eigenen Beständen bestückte Zusammenstellung von 70 Vintageprints aus der Serie "Das Watt" (1933–1936) konzentriert sich auf Ehrhardts fotografisches Erstlingswerk, das zu den herausragenden Bildleistungen der Avantgarde-Fotografie der 1930er Jahre zählt.

Sie ist Ausgangspunkt für das gesamte preisgekrönte fotografische und filmische Schaffen dieses am Dessauer Bauhaus geschulten, vielfältigen Künstlers und bildet die "crème de la crème" seines fotografischen Werkes. Die künstlerische Qualität dieser Serie sucht auch unter den Meistern der Fotografie der Neuen Sachlichkeit Ihresgleichen.

Alfred Ehrhardt (1901-1984) war ein neusachlicher Neuromantiker, ein "Naturphilosoph mit der Kamera", wie man ihn damals nannte. In seiner Serie "Das Watt" verbinden sich die Strukturexperimente des Neuen Sehens, der naturphilosophisch begründete, typologische Ansatz der Fotografie der Neuen Sachlichkeit, sein am Bauhaus geschultes Gespür für Komposition, Materialbeschaffenheit und Abstraktion mit einem von Kandinsky, Schlemmer und Klee beeinflussten weltanschauliche Anliegen, Materielles ins Geistig-Kosmische zu transzendieren. In der Abwendung vom Chaos einer industrialisierten Welt, in der kontemplativen Konzentration auf nur von Himmel und Horizont begrenzte leere Land-schaften und in der Fokussierung auf die verborgene Anmut und symmetrische Schönheit des natürlichen Mikrokosmos fand Ehrhardt hier zu höchster formaler Konsequenz von ergreifend schlichter Schönheit.

Breitet man Alfred Ehrhardts Fotografien abstrakter Sandformen im Watt vor sich aus, drängt sich der Gedanke "Chaos und Struktur" auf. Der hier vom Künstler gewählte Bildausschnitt offenbart die immanente Schönheit des sich in so vielfältigen Formen darstellenden Naturgeschehens, während die Zusammenschau der Formvariationen die Verbindung von Mikro- und Makrokosmos erstellen soll. Er bringt System in die Strukturen und Ordnung in das Chaos der Natur, als wolle er die Welt mit seiner Technik begreifbar machen.

Einen idealen Anlass bietet die Neuauflage des Buches "Das Watt" von 1937 als exklusive Faksimilie-Auflage der Edition Xavier Barral. Die Publikation ist eine Ode an die Natur und ein Meisterwerk der Buchkunst, das im Jahr 2004 nicht von ungefähr im reich bebilderten Band über Fotobücher "The Photobook. A History" von Martin Parr und Gerry Badger auf internationaler Ebene geadelt wurde: "This is both an attractively designed and finely printed book – an island of tranquil beauty in a cultural sea that was becoming increasingly barbaric."


Alfred Ehrhardt: Das Watt
18. Januar bis 27. April 2014

Aus der Serie 'Das Watt', 1933-1936. © Alfred Ehrhardt Stiftung
Formearbeit des Windes und der rechtwinkelig dazu stehenden Strömung, 1933-1936. © bpk / Alfred Ehrhardt Stiftung
Große Ebene mit Bodenwellungen von gewaltigen Ausmaßen, 1933-1936. © Alfred Ehrhardt Stiftung
Bodenriffelungen, 1933-1936. © bpk / Alfred Ehrhardt Stiftung