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Zeitlos elegant: Wien 1900

Sep 18, 2013 bis Dez 31, 2013

tn Auf eine sinnliche Zeitreise in die ästhetische Eleganz des epochalen Kunsthandwerks der Wiener Moderne lädt die permanente MAK-Schausammlung Wien 1900. Design / Kunstgewerbe 1890–1938, die im September 2013 eröffnet. In einer atmosphärisch dezenten Gestaltung bereitet der Wiener Designer Michael Embacher etwa 500 Exponaten, die vom Kunsthistoriker und Kurator Christian Witt-Dörring repräsentativ für das Wiener Kunstgewerbe der Zeit zwischen 1890 und 1938 ausgewählt wurden, eine adäquate Bühne. Die unverwechselbare Qualität der MAK-Sammlung zur Wiener Moderne wird in diesem neuen Herzstück des Museums in gebotener inhaltlicher Fülle für die BesucherInnen unmittelbar erfahrbar.

Die MAK-Schausammlung Wien 1900, die Objekte aus fünf Jahrzehnten erstmals umfassend kultur- und kunsthistorisch aufarbeitet und die, von Adolf Loos und Josef Hoffmann völlig konträr diskutierte, Rolle von Kunstgewerbe und Design aufzeigt, widmet dieser prägenden Kulturepoche als einer der wesentlichsten Inspirations-quellen für zeitgenössisches Design deutlich mehr Raum als bisher. Als Auftakt zu dieser Neugestaltung, die das MAK als internationales Kompetenzzentrum für die Wiener Moderne profilieren soll, wurde von November 2012 bis Juni 2013 in drei Räumen das inhaltliche Konzept der MAK-Schausammlung Wien 1900 präsentiert, das erstmals die enorme Dichte der Bestände des MAK in diesem Bereich vor Augen führte.

Analog zum kuratorischen Konzept legt die räumliche Gestaltung ihren Fokus auf die Einzigartigkeit der Sammlungsobjekte. Das Ausstellungsdisplay positioniert die Objekte auf zurückhaltenden, großzügigen Plattformen, deren gestalterische Präsenz mehr auf Dezenz als auf Inszenierung setzt. Durch inhaltliche Gruppierungen zahlreicher Sammlungsobjekte zu kohärenten Themenmodulen wird eine großzügige Form der "Zurschaustellung" geschaffen. Die neuen Präsentationsinseln greifen auf klassische Formen der Ausstellungsgestaltung zurück und unterstreichen die Weitläufigkeit der musealen Räumlichkeiten. Die unverwechselbare Eleganz der Sammlung wird in die historischen Säle des Museums eingebettet, wobei die Ausstellungsarchitektur als holistisches Bindeglied in Erscheinung tritt.

Die neuen Schausammlungsräume Wien 1900. Design / Kunstgewerbe 1890–1938 bilden einen unentbehrlichen Eckpfeiler für das neue, breitere Verständnis der Ent-wicklung einer zentraleuropäischen Moderne, im Austausch zwischen Wien, den Metropolen Europas, den USA und den Kronländern der k. u k. Monarchie: Die kreative wechselseitige Beeinflussung zwischen Wien, Böhmen und Mähren, die schon im Historismus begonnen hatte, war auch in der Wiener Moderne des Secessionismus und Jugendstils fruchtbringend: Begabte AbsolventInnen der Wiener Lehrinstitutionen – u. a. Josef Hoffmann, Leopold Bauer, Joseph Maria Olbrich, Jan Kotera – aus Böhmen, Mähren und Schlesien wurden nach ihrer Ausbildung zu ArchitektInnen und EntwerferInnen für die Kunstindustrie, die nicht nur in Wien, sondern auch in ihrer Heimat eine bedeutsame Rolle bei der Verbreitung des modernen Gestaltens spielten. Auf dieser Basis konnte die "Wiener Moderne" zum Begriff werden.

Das MAK trägt diesen neuen Ansatz auch nach außen: Mit Unterstützung der EU entwickelt es in den kommenden Jahren unter dem Titel "Spuren" eine zentraleuropäische Kulturroute zwischen Wien und Brünn. Diese führt entlang der maßgeblichsten Bauten der Moderne und beinhaltet Orte mit Bedeutung für das Wiener Geistesleben um 1900. Das MAK nutzt dabei seine seit 2006 bestehende Kooperation mit der Mährischen Galerie im Josef Hoffmann Museum, um den Großraum Böhmen und Mähren/ Niederösterreich/ Wien als einflussreichen Impulsgeber der Moderne wieder bewusst zu machen.


Zeitlos elegant: Wien 1900
18. September bis 31. Dezember 2013

Josef Hoffmann: Teeservice, Wien 1928. Ausführung: Wiener Werkstätte; © MAK/ Katrin Wißkirchen
Ernst Lichtblau: Mokkakanne, Wien, um 1924. © MAK/ Katrin Wißkirchen
Dagobert Peche: Brosche, Zürich 1919. Ausführung: Wiener Werkstätte Zürich; © MAK/ Katrin Wißkirchen
Koloman Moser: Schreibschrank für Berta Waerndorfer, Wien, 1903. Ausführung: Wiener Werkstätte; © Gerald Zugmann/ MAK
René Lalique: Schmuckkamm mit Glyzinienblüten, Paris, 1899/ 1900. © MAK/ Katrin Wißkirchen