Museum für Konkrete Kunst

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Neon – Vom Leuchten der Kunst

Dez 1, 2013 bis Mär 9, 2014

tn Aus dem Alltag, aus Werbung, Mode, Medien und Verkehr ist Neon als Signal-Farbe jedermann bekannt, Neon erregt Aufmerksamkeit, rüttelt auf, warnt und wirbt. Seit in den 1960er Jahren Künstler vermehrt mit der Wirkung von fluoreszierenden Farben experimentierten, leuchtet und strahlt es auch in Museen und Galerien. Gerade in den letzten Jahren gewann das Thema in der Kunst erneut an Bedeutung – doch warum setzen die Künstler Neon als konstituierendes Element ein?

Mit "Neon – Vom Leuchten der Kunst" legt erstmals eine Ausstellung den Schwerpunkt auf die Verwendung von Neonfarben im künstlerischen Kontext und geht diesem Thema mit der Präsentation von ausgewählten Gemälden, Skulpturen, Installationen und Fotografien, bei denen der Charakter derTagesleuchtfarben die ästhetische Wirkung des Werkes entscheidend bestimmt, umfassend nach.

Rupprecht Geiger, einer der Pioniere der Verwendung von Tagesleuchtfarbe in der Kunst, hatte es sich zum Ziel gemacht, den Betrachter ganz mit Farbe zu umfangen. Ab dem Jahr 1962 bediente er sich dafür vermehrt auch der Leuchtkraft von Neonfarben, die durch die Reflektion des Lichtes noch kräftiger wirken und damit auch direkter die Wahrnehmung des Betrachters beeinflussen. Während Geiger Neon als reine Farbe verwendete, experimentierte Manfred Kuttner in geometrischen Kompositionen mit den neuen Pigmenten, und lackierte zudem Objekte wie Fahrradsattel und Schreibmaschine in Leuchtfarbe. Hartmut Böhm oder Kuno Gonschior, für die die Verwendung von Neonfarbe bzw. fluoreszierendem Plexiglas nur ein zeitweiliges Experiment in ihrem gesamten OEuvre darstellt, schufen in Neon einzigartige und charakteristische Werkgruppen.

Mit den alltäglichen Verwendungen von Neonfarben spielen Künstler wie Rolf Glasmeier, der eine Kühlschranktür mit Preisetiketten beklebte oder Thomas Ruff, der die Farben knalliger Comics am Computer extrahiert und in einer überdimensionalen Fotografie neu komponiert hat. Von Günter Fruhtrunk bis Anselm Reyle, von Arne Quinze bis Katharina Grosse, von Sylvie Fleury bis zu Jeremy Deller und Shannon Finley interessieren sich Künstler unterschiedlichster Generationen und verschiedenster Ausrichtung für die Besonderheiten der lichtreflektierenden Farbe.


Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog mit vielen aktuellen Künstlerstatements zum Thema Neonfarben sowie Texten von Amely Deiss, Karin Lutzenberger und Tillmann Prüfer, in denen neben kunsthistorischen Aspekten auch die chemisch/technische Seite und die Alltagsverwendung von Neonfarben dargelegt werden.

Neon – Vom Leuchten der Kunst
1. Dezember 2013 bis 9. März 2014

Thomas Ruff: substrat II, 29, Ed. 3/3, 2006. Inkjet auf Papier, Diasec, 186 x 278 cm (gerahmt); Atelier Thomas Ruff/ Konrad Fischer Galerie Düsseldorf/Berlin. Foto: Thomas Ruff
Gerold Miller: total object 158, 2009. Aluminium lackiert, 99 × 99 × 6,7 cm; Courtesy Galerie Mehdi Chouakri. Foto: Jens Ziehe, Berlin 
Yudi Noor: Opium, 2011. Holz, Sprühfarbe, Acrylglas, Stahl, Eisen, Kabelbinder, Gummirad, 70,5 x 43,5 x 44,5 cm, 2011; Galerie Christian Ehrentraut. Foto: Bernd Borchardt
Anselm Reyle: Ohne Titel, 2004. Fundstück, Malerei, Keramik, MDF-Sockel, Acryl auf Leinwand, 135 x 114 cm; Foto: Matthias Kolb