Städtisches Kunstmuseum Spendhaus Reutlingen

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weitere Ausstellungen

Wege zu Gabriele Münter und Käthe Kollwitz

Okt 26, 2013 bis Jan 12, 2014

tn Das Städtische Kunstmuseum Spendhaus Reutlingen zeigt von 26. Oktober 2013 bis 12. Januar 2014 unter dem Titel "Wege zu Gabriele Münter und Käthe Kollwitz" rund 170 Arbeiten von 42 Künstlerinnen des Jugendstils und des Expressionismus. Mit seiner Ausstellung will das Kunstmuseums am Beispiel des Holzschnitts des Jugendstils und des Expressionismus einen Beitrag zu einem längst überfälligen neuen Blick auf den weiblichen Beitrag zur Kunstgeschichte in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts leisten.

Künstlerinnen sind heute in Ausstellungen und Katalogen zum Jugendstil und zum Expressionismus in der Regel nur in relativ geringer Zahl vertreten. Zwar gelten mittlerweile die druckgrafischen Arbeiten von Gabriele Münter oder Käthe Kollwitz unbestritten als bedeutende Beiträge zur Kunst des deutschen Expressionismus. Dass vor und neben diesen beiden eine Vielzahl weiterer zu ihrer Zeit recht erfolgreicher, heute allerdings oft vergessener Künstlerinnen das Medium des Holzschnitts intensiv und originell nutzten, belegt die Ausstellung eindrucksvoll. Dem Titel der Ausstellung entsprechend, werden im Zentrum der Präsentation exemplarische Werkgruppen von Gabriele Münter und Käthe Kollwitz stehen. Daneben werden aber Arbeiten von 40 weiteren Künstlerinnen gezeigt. Die Exponate stammen aus der eigenen Sammlung des städtischen Kunstmuseums sowie aus verschiedenen öffentlichen und privaten Sammlungen, etwa aus der Stiftung Museum Schloss Moyland oder aus der Städtischen Galerie im Lenbachhaus in München.

Sowohl in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg als auch in den 1920er-Jahren wandten sich auffällig viele Künstlerinnen der Druckgrafik und gerade auch dem Holzschnitt zu. Dies hat zunächst damit zu tun, dass Frauen an den staatlichen Kunstakademien zum Teil bis in die Zeit der Weimarer Republik hinein nicht zum Studium zugelassen waren. Die Kunstgewerbeschulen und privaten Kunstschulen, an denen sie ihre Ausbildung stattdessen absolvierten, erwiesen sich häufig als innovativer und aufgeschlossener als die traditionellen Akademien. Gerade an diesen Einrichtungen wurde auch oft der von der Avantgarde um die Jahrhundertwende wiederentdeckte Holzschnitt gelehrt. Teilweise wurde der Holzschnitt sogar als ein der Natur der Frau besonders entsprechendes Medium angesehen. Aus diesem Grund wurden Künstlerinnen häufig gezielt aufgefordert, für Zeitschriften oder Mappenwerke Holzschnitte zu schaffen. So hat etwa Herwarth Walden, der Herausgeber der Zeitschrift Der Sturm, Gabriele Münter und Maria Uhden angeregt, sich dem Holzschnitt zuzuwenden.

In der Ausstellung reicht das Spektrum von typischen Jugendstilkünstlerinnen, die sich häufig auf ein einziges Thema wie etwa die Darstellung von Landschaften oder von Tieren spezialisierten, bis zu den Künstlerinnen der Weimarer Republik, die sich meistens einer typisch expressionistischen Bildsprache bedienen und in ihren Arbeiten thematisch immer wieder auch auf den Ersten Weltkrieg und die sozialen Missstände der Zeit reagieren.

In der Ausstellung sind Werke der folgenden Künstlerinnen zu sehen: Emma Bormann, Margarete Braumüller-Havemann, Norbertine Bresslern-Roth, Marianne Britze, Martha Cunz, Eleonore Doelter, Irma von Dutcynska, Margarete Geibel, Margarete L.E. Gerhardt, Lea Grundig, Henriette Hahn-Brinckmann, Lisa Hartlieb-Rilke, Jacoba van Heemskerck, Hannah Höch, Käthe Hoch, Martha Hofrichter, Dagmar Hooge, Angelika Hoerle, Hedwig Jarke, Broncia Koller-Pinell, Käthe Kollwitz, Fifi Kreutzer, Eva Langkammer, Dorothea Maetzel-Johannsen, Marie von Malachowski, Helene Maß, Gabriele Münter, Cläre Neuhaus, Sophie Noske, Anne Poll, Ella Räuber, Eva Roemer, Agnes Salomon, Lisbet Schultz, Martel Schwichtenberg, Dora Seifert, Josefine Siccard-Redl, Helene Tüpke-Grande, Maria Uhden, Katharina Weißenborn, Paula Wimmer, Bertha Züricher


Wege zu Gabriele Münter und Käthe Kollwitz
Holzschnitte von Künstlerinnen des Jugendstils und des Expressionismus
26. Oktober 2013 bis 12. Januar 2014

Gabriele Münter, Schlafendes Kind, 1908
Martha Cunz, Schwarze Schwäne, 1904
Maria Uhden, Himmel, 1917
Gabriele Münter, Im Gespräch, 1908
Käthe Kollwitz, Selbstbildnis en face, 1922