Arp Museum Bahnhof Rolandseck

Hans-Arp-Allee 1
D - 53424 Remagen

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Gotthard Graubner. Mit den Bildern atmen

Feb 18, 2018 bis Feb 10, 2019

tn Gotthard Graubner (1930–2013) zählt zu den wichtigsten Vertretern abstrakter Malerei der Gegenwartskunst. In seinem vielfältigen Werk widmet er sich in einzigartiger Weise der Wirkung von Farbe. Den Ausgangspunkt der Ausstellung "Gotthard Graubner. Mit den Bildern atmen" bilden zehn Schwarz-Weiß-Fotografien aus der Sammlung des Arp Museums Bahnhof Rolandseck, die der Künstler während einer Reise 1976 nach Bhutan aufnahm.

In starken Hell-Dunkel-Kontrasten fangen sie die Bewegungen buddhistischer Mönche des Klosters Wangdue Phodrang beim Tanz ein. In der Verbindung von Dynamik und Stillstand vermitteln die Aufnahmen auf subtile, poetische Weise das Meditative der rituellen Tänze. Dieses Moment des Meditativen begleitet die Besucherinnen und Besucher durch die Ausstellung und überträgt sich auf die Begegnung mit Graubners farbintensiven malerischen Erkundungen.

Die Präsentation umfasst rund 50 Werke, von flachen grafischen Arbeiten bis zu den objekthaften Farbraumkörpern, die sein Oeuvre bestimmen. Beginnend mit einem Farbspektrum von Grau, Braun und Schwarz wird die Palette zunehmend bunter und steigert sich schließlich zu leuchtender Farbigkeit, die in großen Formaten den Raum erfüllt.

Die "Objekt-Bilder" entfalten dabei im Spiel zwischen der plastischen Tiefe des körperhaften Malgrundes und der optischen Tiefe der scheinbar entmaterialisierten Farbfläche ihre faszinierende Wirkung. Im Experiment mit Maltechnik, Oberfläche und Material verwandelt der Künstler die formalen Bildmittel zum Bildinhalt: die Farbe repräsentiert nichts, sondern wird in ihrer Wirkung selbst zum Gegenstand. Graubners Kunst zielt auf ihr sinnliches Erscheinen im Akt der Wahrnehmung. Je nach Ort, Lichtverhältnissen und der persönlichen Befindlichkeit der Betrachterinnen und Betrachter verändert sich das Kunsterlebnis.

Der Titel der Ausstellung "Mit den Bildern atmen" ist einem Ausspruch des Künstlers selbst entlehnt. Er lädt dazu ein, die auratischen Werke des Farbmagiers in den lichten, großzügigen Räumen des Richard Meier-Baus buchstäblich am eigenen Leib zu erfahren. Zugleich schlägt das Motiv des Atmens als zentrales Element der Meditation eine Brücke zu Graubners Interesse an fernöstlichen Religionen. So beeindruckte den Künstler eine persönliche Begegnung mit dem Dalai Lama 1982 bei dessen Besuch im Bahnhof Rolandseck.


Gotthard Graubner. Mit den Bildern atmen
18. Februar 2018 bis 10. Februar 2019

Gotthard Graubner: Lapilli, 1995. H.R. Pohl, Köln; © VG Bild-Kunst, Bonn 2018. Foto: Jochen Littkemann, Courtesy of Galerie Karsten Greve
Gotthard Graubner: Gesacktes Kissen, 1970. Privatsammlung Meerbusch; © VG Bild-Kunst 2018. Foto: Dejan Saric
Gotthard Graubner: Venezia (Triptychon), 1982. Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main; © VG Bild-Kunst, Bonn 2018. Foto: Axel Schneider
Gotthard Graubner: Sarda I, 2000/2001. Sammlung Siegfried und Jutta Weishaupt; © VG Bild-Kunst 2018. Foto: Kunsthalle Weishaupt