Kunsthalle Bremen

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weitere Ausstellungen

Kriegsrückkehrer

Mär 5, 2014 bis Mai 11, 2014

tn Mit der Ausstellung "Kriegsrückkehrer: Werke von Rembrandt, Goya und Toulouse-Lautrec" präsentiert die Kunsthalle Bremen im Alten Studiensaal vom 5. März bis 11. Mai 2014 rund 30 Arbeiten auf Papier, die während des zweiten Weltkrieges verloren gegangen waren und nun erstmals gemeinsam präsentiert werden. Darunter befinden sich sehr seltene Radierungen Rembrandts, eine Zeichnung von Henri de Toulouse-Lautrec und eine Radierung von Francisco de Goya, aber auch Werke von weiteren deutschen, niederländischen, italienischen und französischen Meistern. Die Rekonstruktion des historischen Kontextes, der bewegten Geschichte und die Bedeutung der Blätter für die Bremer Sammlung stehen im Zentrum der Kabinettausstellung.

1943 waren große Teile der Sammlung des Kunstvereins in Bremen aus der Kunsthalle an verschiedene Orte ausgelagert worden, auf Schloss Neumühle im Kreis Salzwedel, auf Schloss Schwöbber bei Hameln, in die Bückeburger Fürstengruft. Diese Werke, Gemälde wie Skulpturen, konnten nach dem Zweiten Weltkrieg unbeschadet zurückgeführt werden. Ein weiterer Auslagerungsort war Schloss Karnzow in Brandenburg, wohin 50 kleinformatige Gemälde, über 1700 Zeichnungen und mehr als 6000 Druckgrafiken gelangten. Nach Kriegsende wurde das Schloss geplündert, wodurch die meisten der dort verwahrten Werke verloren gingen. Seit den 1950er-Jahren konnten durch Verhandlungen, Beharrungsvermögen und persönlichen Einsatz immer wieder Werke auf oftmals verschlungenen Wegen und in langen, diskret geführten Verhandlungen zurückgewonnen werden.

Die Ausstellung zeigt acht im Sommer 2013 zurückgekehrte grafische Blätter: sechs teils seltene Radierungen von Rembrandt, eine Radierung aus der Folge "Los desastres de la guerra von Francisco de Goya" und eine blaue Kreidezeichnung von Henri de Toulouse-Lautrec, die nach anderthalbjährigen Verhandlungen aus norwegischem Privatbesitz zurückerworben werden konnten. Ergänzt wird die Präsentation durch ein Konvolut von 15 Zeichnungen deutscher, niederländischer und französischer Meister, das bereits 1967 aus derselben privaten Quelle in die Kunsthalle zurückgeführt wurde. Hinzu kommen einige zusätzliche "Rückkehrer" aus der sogenannten Sammlung 101, die schon im Jahr 2000 ihren Weg zurück nach Bremen fand, sowie weitere Radierungen Rembrandts aus dem Bestand des Kupferstichkabinetts.

Die heterogene Gruppe dieser Zeichnungen, die bislang noch nicht gemeinsam zu sehen waren, stellt ein Dokument der Geschichte der Sammlung des Kunstvereins in Bremen und des Kupferstichkabinetts dar. Sie steht stellvertretend für die Vielfalt der Sammlung und führt vor Augen, dass es nicht nur große Namen sind, die ein Kupferstichkabinett reich machen, sondern auch Arbeiten, die trotz hoher Qualität letztlich anonym bleiben.


Katalog: Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Texten von Christien Melzer und Anne Röver-Kann (52 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Museumspreis: EUR 8,-; ISBN 978-3-935127-20-2).

Kriegsrückkehrer
Werke von Rembrandt, Goya und Toulouse-Lautrec
Alter Studiensaal des Kupferstichkabinetts
5. März bis 11. Mai 2014

Francisco José de Goya y Lucientes: Se aprovechan, Blatt 16 aus der Folge 'Desastres de la Guerra', 1808–20. Radierung, Kaltnadel, Kupferstich, 144 x 201 mm. Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen, Kupferstichkabinett / Foto: Karen Blindow
Rembrandt Harmensz. van Rijn: Der heilige Hieronymus, lesend in italienischer Landschaft, 1653. Radierung, Kaltnadel, 259 x 210 mm (Platte), 264 x 214 mm (Blatt). Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen, Kupferstichkabinett / Foto: Karen Blindow
Rembrandt Harmensz. van Rijn: Selbstporträt, auf einen Steinsims gestützt, 1639. Radierung, Kaltnadel, 208 x 165 mm. Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen, Kupferstichkabinett / Foto: Karen Blindow