Sprengel Museum Hannover

Kurt-Schwitters-Platz
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weitere Ausstellungen

Schwitters in England

Jun 2, 2013 bis Aug 25, 2013

tn "Schwitters in England" widmet sich als umfassende Ausstellung dem Spätwerk von Kurt Schwitters, einem der Hauptakteure der europäischen Moderne. Ins Zentrum rückt seine Exilzeit in England: Von den Nationalsozialisten als "entartet" verfemt, hatte Schwitters 1937 Deutschland verlassen, von 1940 bis zu seinem Tod 1948 lebte er in England. Als deutscher Staatsangehöriger wurde Schwitters, gemeinsam mit anderen Exilanten, darunter auch Künstler, auf der Isle of Man interniert und 1941 nach London entlassen.

Die Ausstellung geht den Einflüssen des Exils auf Leben und Schaffen Schwitters‘ in mehr als 150 Werken, u. a. Collagen, Assemblagen, Gemälden und Skulpturen, nach. In Archivalien und Fotografien wird der persönliche und historische Hintergrund dieser Lebensspanne lebendig.

Schwitters war eine wichtige Figur der Avantgarde und Erfinder des "Merz"-Konzepts – "die Zusammenfassung aller erdenklichen Materialien für künstlerische Zwecke". Ob Bindfaden, Watte oder Kinderwagenrad, Schwitters setzte die Materialien mit Ölfarbe gleich und verwendete gefundene Objekte und Alltagsgegenstände in abstrakten Collagen und Materialbildern. Es entstanden herausragende Farb- und Formarrangements und bildhafte Erzählungen des urbanen Umraums. Erstmalig werden seine Kleinskulpturen fast vollständig gezeigt.

Die Ausstellung vereint eine Gruppe von Werken, die Schwitters 1944 für seine Einzelausstellung in der Londoner Modern Art Gallery zusammengestellt hatte. 1945 ließ sich der Künstler im Lake District nieder. Inspiriert durch die nordenglische Landschaft begann er, Naturmaterialien in seinen Werken, etwa Muscheln, Steine, Knochen und Holz, zu verarbeiten. Er hielt diese Gruppe von Skulpturen für die besten Arbeiten, die er in England geschaffen hatte. Zahlreiche Entwicklungen in der Kunst nahm der Künstler voraus, darunter Pop Art, Happenings und Multimedia-Kunst. Bis heute hat sein Werk einen wesentlichen Einfluss auf Künstlerinnen und Künstler.


Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog im Hatje Cantz Verlag: "Schwitters in England", Hrsg. Emma Chambers und Karin Orchard. Mit Beiträgen von Jennifer Powell, Megan Luke, Michael White, Isabel Schulz, Katherine Stout, Adam Chodzko, Laure Prouvost. Hatje Cantz Verlag, 162 Seiten, Paperback. 29 Euro, ISBN 978-3-7757-3595-7

Schwitters in England
2. Juni bis 25. August 2013

EN MORN, 1947. Collage, Transparentpapier und Papier auf Papier; Musée national d‘art moderne, Centre Pompidou, Paris. Foto: bpk, CNAC-MNAM, Bertrand Prévost; © VG Bild-Kunst, Bonn 2013
Zebra, 1947. Öl auf Papier; Privatbesitz. Foto: A. Kukulies, Düsseldorf; © VG Bild-Kunst, Bonn 2013
Green over yellow, 1947. Collage, Transparentpapier, Papier auf Papier; Kurt und Ernst Schwitters Stiftung, Leihgabe im Sprengel Museum Hannover; Fotograf: Aline Gwose / Michael Herling, Sprengel Museum Hannover. © VG Bild-Kunst, Bonn 2013