Zeppelin Museum Friedrichshafen

Seestraße 22
D - 88045 Friedrichshafen

T: 0049 (0)7541 3801-0
F: 0049 (0)7541 3801-81

W: http://www.zeppelin-museum.de/


weitere Ausstellungen

Otto Dix – Alles muss ich sehen!

Dez 2, 2016 bis Apr 23, 2017

tn Zum Abschluss des Jubiläumsjahrs, mit dem das Zeppelin Museum in Friedrichshafen seiner Gründung vor 20 Jahren (1996) gedenkt, zeigt es erstmals in einer großen Überblicksausstellung den eigenen kompletten Werkbestand von Otto Dix. Mit über 400 Arbeiten, darunter 21 Gemälde, 110 Zeichnungen und 275 Grafiken, zählt diese Sammlung zu den größten Sammlungen des Künstlers in öffentlichem Besitz weltweit. Unter dem Motto "Alles muss ich sehen!" gibt das Zeppelin Museum vom 2. Dezember 2016 bis 17. April 2017 mit Arbeiten aus über sechs Jahrzehnten, die zwischen 1908 und 1969 entstanden sind, einen Einblick in die gesamte stilistische, technische und thematische Bandbreite des Ausnahmekünstlers.

Während Dix-Ausstellungen bisher meist die Brüche der künstlerischen Entwicklung thematisierten, beleuchtet die Friedrichshafener Werkschau die thematische Kontinuität. Sie eröffnet aber auch einen Diskurs auf sein Gesamtwerk, dass sehr spät internationale Beachtung erfuhr und erst jetzt zum 125. Geburtstag des Künstlers in Friedrichshafen u. a. auch den Blick für eine Neubewertung der stilistischen Wechsel, vor allem auch des Spätwerkes und die "alla Prima"-Malerei, eröffnet. Mit den farbintensiven Landschaftsbildern des Spätwerks von Otto Dix (z. B. Herbstlandschaft am Bodensee, 1955) zeigt die Ausstellung eine ganz neue Seite des Künstlers, der durch seine beißend-realistischen Bilder des Krieges und der Großstadt sowie messerscharfen Milieustudien bekannt wurde.

Neben Hauptwerken und Highlights der Ausstellung wie der "Vanitas" von 1932 und der imposanten "Versuchung des Heiligen Antonius" (1937, 1. Fassung), beinhaltet die Präsentation auch zahlreiche Neuentdeckungen und Raritäten. Dazu gehört der großformatige "Blumenstrauß" von 1923, der bis vor kurzem als verschollen galt. Zu den Highlights der Ausstellung zählen auch eine Vielzahl von Recto-Verso-Bildern wie "Der Drucker Max John/ Arbeitsloser" von 1920, dessen Rückseite eine 1912 entstandene Parklandschaft birgt. Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf der Dix’schen Grafik: die insgesamt 275 Grafiken, darunter der berühmte Zyklus "Der Krieg" (1924), verdeutlichen, wie Dix das oftmals brutale Antlitz der Realität aufs Papier zu bannen verstand. Die vielfältigen Schätze aus dieser bisher noch nie komplett gezeigten Otto Dix Sammlung sorgen sicherlich für weitere Überraschungen beim Ausstellungsbesuch.

Otto Dix wurde 1891 in Gera geboren und starb 1969 am Bodensee, wohin sich der Großstadtmensch 1933, als entarteter Künstler diffamiert, in die innere Emigration zurückgezogen hatte. 1936 entfernte man 260 Werke von Otto Dix aus Museumsbesitz. Die Ausstellung "Entartete Kunst" 1937 in München beinhaltet 67 Arbeiten des Künstlers.


Otto Dix – Alles muss ich sehen!
2. Dezember 2016 bis 23. April 2017
Ausstellung zum 125. Geburtstag von Otto Dix

Otto Dix in seinem Atelier, 1952. Fotografie von Fritz Eschen; © SLUB / Deutsche Fotothek / Eschen, Fritz
Otto Dix: Krepierende Granate, 1916/17. © VG Bild-­Kunst, Bonn 2016
Otto Dix: Die Versuchung des Heiligen Antonius, 1937. © VG Bild‐Kunst, Bonn 2016
Otto Dix: Blumenstrauß, 1923. Öl auf Leinwand, 121 x 80 cm; Leihgabe der Luftschiffbau Zeppelin GmbH Friedrichshafen. © VG Bild-­Kunst, Bonn 2016