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weitere Ausstellungen

Marco Dessí. Still Life

Jan 30, 2013 bis Mai 5, 2013

tn "Still Life" vermittelt einen ungewöhnlichen, persönlichen Zugang zum Werk und zum Arbeitsprozess des Designers Marco Dessí. Ein raumgreifendes Display bietet die Bühne für eine umfassende Auswahl bisher realisierter Projekte sowie für eine Reihe von Prototypen, die anlässlich der Ausstellung entwickelt wurden und im MAK erstmals zu sehen sind. Entsprechend dem programmatischen Ausstellungstitel präsentiert sich "Still Life" als kontemplative Momentaufnahme von Dessís Designschaffen anhand inhaltlicher, emblematischer und ästhetischer Zusammenhänge.

Entwürfe und Objekte, die Funktion und Emotion zu logischer Stimmigkeit verbinden, zeichnen den aus Südtirol stammenden Designer aus. Mit seinem 2007 in Wien gegründeten Designstudio arbeitet Dessí mit internationalen Firmen wie Richard Lampert, Skitsch und Wiener Traditionsunternehmen wie J. & L. Lobmeyr, Wiener Silber Manufactur oder Augarten Porzellan.

"Still Life" evoziert mit einem Ausstellungsdesign aus unterschiedlichen Plattformen eine Interieursituation, die viele bereits produzierte Arbeiten integriert, darunter der Luster Basket aus Glas und Messing (für Lobmeyr, 2010), das an das "American Bar"-Design von Adolf Loos angelehnte Glasservice Grip (für Lobmeyr, 2009), das erste von Marco Dessí entworfene Möbelstück, der stapelbare Prater Chair aus CNC-gefrästem Birkensperrholz (für Richard Lampert, 2009 in Mailand präsentiert), die für die italienische Firma Skitsch produzierten Möbel Dakar (2011, Stühle und Tische aus pulverbeschichtetem Aluminium) sowie der Outdoor-Stuhl Take Off (2012, Stoff und Metall).

Die neu entwickelten Prototypen überraschen mit unerwarteter Materialwahl und Ästhetik. Gezeigt werden etwa runde Beistelltische aus Riffelblech, das üblicherweise für Treppen oder Rampen verwendet wird, ein Stuhl mit aufgespannter Rückenlehne aus Kernleder, eine feinsinnige Neuinterpretation einfacher Regalwinkel sowie eine Garderobe, die Holz und Metall kombiniert. Ergänzend dazu veranschaulichen spezifische Details von Objekten und ausgewählte Inspirationsmaterialien die Entwurfsprozesse des Designers.

Referenzen etwa auf die minimalistischen Lösungen der Wiener Moderne oder auch auf den französischen Architekten und Designer Jean Prouvé, der in Anlehnung an Produktionstechniken der Großindustrie richtungsweisende Neuerungen im Möbeldesign ent-wickelte, sind ebenso charakteristisch für Dessís Werk wie ein spielerischer Umgang mit gegenwärtigen gestalterischen Idealen. Seine Arbeiten spielen auf eine klassische Ästhetik an, sind aber letztlich mit unerwarteten Gestaltungselementen einer jungen Generation verpflichtet.

Marco Dessí (* 1976, Meran, Italien) studierte nach einer Lehre als Zahntechniker Industrial Design bei Bořek Šípek und Paolo Piva an der Universität für angewandte Kunst Wien, wo er bereits mit einigen seiner Studentenprojekte internationale Aufmerksamkeit erregte. Unmittelbar nach seinem Abschluss 2007 gründete er sein eigenes Designstudio (marcodessi.com).


Marco Dessí. Still Life
Eine Kooperation von MAK und Universität für angewandte Kunst
30. Jänner bis 5. Mai 2013
MAK-Studiensammlung Möbel
Stubenring 5, Wien 1

Basket, 2010; Luster. Messing (vergoldet oder versilbert), Glas, Seidenstricke. Hersteller: J. & L. Lobmeyr; © Klaus Fritsch
Dakar, 2011; polyesterbeschichtetes Aluminium. Hersteller: SKITSCH © SKITSCH
La Trasportamatite, 2012; Holzspielzeug. Hersteller: 100% TobeUs © TobeUs
Prater Chair, Detail; 2009. Stapelbarer Stuhl, Birkensperrholz, CNC-gefräst. Hersteller: Richard Lampert; © Tobias Schlorhaufer
Prater Chair, 2009. Stapelbarer Stuhl, Birkensperrholz, CNC-gefräst. Hersteller: Richard Lampert; © Tobias Schlorhaufer