Hamburger Kunsthalle

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weitere Ausstellungen

Oscar Troplowitz - Ein Leben für Hamburg

Jan 18, 2013 bis Jun 30, 2013

tn Von der einfachen Apotheke zur internationalen Firma, von der Architektur bis zum Film, von Nivea bis Renoir – das vielseitige Wirken von Oscar Troplowitz (1863-1918) in Hamburg weist auch heute noch weit über die Stadtgrenzen hinaus. Anlässlich seines 150. Geburtstags würdigt die Hamburger Kunsthalle den Nivea-Erfinder, Politiker und Kunstmäzen mit einer Ausstellung.

Der Schwerpunkt liegt auf dem Dialog des Unternehmers mit den bildenden und angewandten Künsten. Gezeigt werden die wichtigsten Teile seiner Kunstsammlung zum niederländischen Barock und der Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts, darunter Sisleys Seine bei Billancourt (1879) und Liebermanns Eva (1883) – Meisterwerke, die das Ehepaar Troplowitz der Kunsthalle zu Beginn des 20. Jahrhunderts stiftete.

Es ist die Frühzeit der Markenartikel, etwa der Nivea-Seife (1905) und der Nivea-Creme (1911). Troplowitz engagierte die führende Berliner Agentur Hollerbaum & Schmidt für die Werbung. Die Plakatkunst von Lucian Bernhard und Hans Rudi Erdt stellte die Weichen für das heute noch gültige Markendesign der Firma Beiersdorf. Die Ausstellung präsentiert fein gezeichnete Annoncen und ausdrucksstarke Plakate vom Jugendstil bis in die Neue Sachlichkeit, die den Aufbruch der Bilder in den Alltag vermitteln. Zu sehen sind auch frühe Werbe-Animationsfilme von Julius Pinschewer, die mit Witz und Charme einem Kinopublikum Creme und Zahnpasta nahebrachten.

Mit zunehmendem wirtschaftlichem Erfolg beauftragte Troplowitz den Berliner Architekten William Müller mit dem Bau einer repräsentativen Villa (1907/08) an der Außenalster, einen ungewöhnlichen Blickfang im Stil der Hauptstadt. Müllers Architekturzeichnungen werden um zeitgenössische Photographien ergänzt. Sie dokumentieren zudem Troplowitz‘ Engagement als ehrenamtlicher Politiker in der Baudeputation und seine Freundschaft mit dem Stadtbaudirektor Fritz Schumacher. Plakate und Flugblätter zur Hamburger Sozialgeschichte bis 1918 runden die Schau ab und beleuchten jenen Teil der facettenreichen Biografie Oscar Troplowitz‘, in dem er in der Rolle des stillen Wohltäters wirkte.

Die Ausstellung wird in Kooperation mit dem Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg und dem Museum für Hamburgische Geschichte gezeigt. Die Exponate stammen aus diesen Häusern sowie aus dem Bestand der Hamburger Kunsthalle, dem Firmenarchiv der Beiersdorf AG, dem Staatsarchiv und aus Privatbesitz. Zur Ausstellung erscheint eine Begleitpublikation, die das unternehmerische, sozial-politische und mäzenatische Engagement Troplowitz’ nachzeichnet und in den Museumsshops erhältlich ist.


Oscar Troplowitz - Ein Leben für Hamburg
18. Januar bis 30. Juni 2013

Hans Rudi Erdt (1883 – 1925): Plakat für Nivea-Puder. Druck: Hollerbaum & Schmidt, Berlin; Vertreter: Labin & Koppel, Hamburg, 1915. Lithographie, 56,5 x 42 cm; © CBH Archive, Beiersdorf AG, Hamburg. Photo: Christoph Irrgang
Werbestummfilm 'Der Zahnteufel', 1915. Zeichentrick, Farbe (Tonung, Virage); Produktion: Pinschewer-Film, Berlin, Regie: Julius Pinschewer, Zeichner: Harry Jaeger. Im Auftrag der Firma P. Beiersdorf & Co., Hamburg. © AG Loiperdinger + Pinschewer
Pierre-Auguste Renoir (1841 –1919): Madame Hériot, 1882. Öl auf Leinwand, 65 x 54 cm; Vermächtnis Oscar und Gertrud Troplowitz. © Hamburger Kunsthalle/ bpk, Photo: Elke Walford
Franz Nölken (1884 - 1918): Der Unternehmer Oscar Troplowitz, Förderer der Kunsthalle, 1916. Öl auf Leinwand 85,5 x 66 cm; Vermächtnis Dr. Oscar und Gertrud Troplowitz. © Hamburger Kunsthalle/ bpk, Photo: Elke Walford