Haus Konstruktiv

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Christian Herdeg – Lyrical Minimalism

Okt 27, 2016 bis Jan 15, 2017

tn Christian Herdeg (*1942 in Zürich, lebt und arbeitet ebenda) hat sich seit nunmehr über vierzig Jahren dem Medium Licht verschrieben. Als einer der ersten Schweizer Künstler, der Leuchtstoffröhren einsetzte, zählt er zu den Pionieren der Lichtkunst. Die retrospektiv angelegte Einzelausstellung im Museum Haus Konstruktiv, die in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler entstanden ist, zeigt von den Anfängen bis heute wesentliche Stationen seines unverkennbaren Schaffens. Im Zentrum von Herdegs künstlerischer Recherche stehen die Beziehungen von Licht, Farbe, Fläche, Volumen und Raum, wobei seine Lichtinstallationen eine zunehmende Tendenz zur formalen Reduktion und deutliche Bezüge zur Minimal Art erkennen lassen.

Christian Herdeg war ausgebildeter Fotograf, Beleuchter und Kameramann, der die physikalischen Eigenschaften von Licht bereits gestaltend einzusetzen wusste, als er 1969, magisch angezogen vom bläulichen Schein der Leuchtbuchstaben in einer Neonglasbläserei, beschloss, Künstler zu werden. Zwischen 1968 und 1971 lebte er in Kanada, bereiste den amerikanischen Kontinent und verfolgte aufmerksam die zeitgenössischen Kunstströmungen. So begegnete er Pop-Art-Werken und entdeckte aktuelle Arbeiten der West-Coast-Minimalisten, Hard-Edge- und Postminimal-Künstler. Ermutigt durch den freien Einsatz nicht-künstlerischer Materialien und insbesondere angeregt durch die frühen Leuchtstoffarbeiten von Stephen Antonakos und Dan Flavin, entwickelte Herdeg einen eigenständigen Umgang mit dem Medium Licht. Nach ersten Erfolgen in Kanada machte er sich, ab 1971 wieder in Zürich wohnhaft, bald einen Namen als Pionier der Schweizer Lichtkunst. Seither untersucht er in seinen Plastiken und Wandarbeiten, vorwiegend aus Argon- und Neonröhren, die "Aggregatzustände des Lichts".

An die Pop Art anknüpfend, setzte Christian Herdeg das Medium Licht zunächst erzählerisch ein. Danach trat das Zusammenwirken von Neonröhren, geometrischen Formen und unterschiedlichen Materialien in den Vordergrund. Das narrative Moment bleibt fortan meist den Titeln vorbehalten. Im Laufe der 1970er Jahre fokussierte er seine Erforschungen ganz auf die Farbstrahlungen und Farbmischungen des Lichts. Um seine subtil differenzierten Farblichtskalen zu erreichen, erweiterte er die Palette der herkömmlichen Standardleuchtstoffröhren um rund 300 Nuancen. Gemeinsam mit Chemikern der Leuchtstoffwerke Heidelberg erarbeitete er Pigmente, mit der sich die Farbigkeit der Edelgase in zahlreichen Abstufungen modulieren liess.

Seit 1982 bringt Herdeg seine Erfahrung mit dem Medium auch in grossformatigen Kunst-am-Bau-Projekten und im öffentlichen Raum zum Einsatz. Seine auf die jeweilige Architektur präzise abgestimmten Interventionen, haben im In- und Ausland massgeblich zu seinem Renomee als Lichtkünstler beigetragen.


Christian Herdeg – Lyrical Minimalism
27. Oktober 2016 bis 15. Januar 2017

Christian Herdeg: Sieben Lichtkörper, 1982. Art-in-architecture project near Paradeplatz Zurich; Photography. Courtesy the artist
Christian Herdeg: Neon/ Argon Square, 2011. Courtesy the artist
Christian Herdeg: Step-On I, 1975. Courtesy the artist
Christian Herdeg: Temptation, 2016. Courtesy the artist