Kunsthalle Nürnberg

Lorenzer Straße 32
D - 90402 Nürnberg

T: T 0049 (0)911 231 2853
F: F 0049 (0)911 231 3721

E: kunsthalle@stadt.nuernberg.de
W: http://www.kunsthalle.nuernberg.de/


weitere Ausstellungen

Goldrausch

Okt 18, 2012 bis Jan 13, 2013

tn Gold (von indogermanisch ghel: glänzend, gelb) ist ein chemisches Element mit dem Symbol Au und der Ordnungszahl 79 ... So sachlich beginnt der Wikipedia-Eintrag über ein Edelmetall, um das sich seit Jahrtausenden Mythen und Legenden ranken, das nicht weniger als die Ewigkeit, die göttliche Sphäre und unermesslichen Reichtum repräsentiert, das Expeditionen wie Kriege provoziert und Alchimisten motiviert hat. In der Kunst- und Kulturgeschichte war Gold aufgrund seiner guten Verarbeitungseigenschaften, seiner Kostbarkeit und Beständigkeit, seiner dekorativen Qualität und hohen Symbolkraft lange ein bevorzugtes Material.

In der Gegenwartskunst ist Gold – als Material oder auch als Farbe – (wieder) sehr präsent. Dies mag zunächst überraschen, scheint doch der Werkstoff im Widerspruch zur Materialentwicklung des 20. und 21. Jahrhunderts zu stehen. Um 1900 löste sich die künstlerische Avantgarde von den traditionellen Werkstoffen und das Spektrum der im Kunstkontext verwendeten Materialien wird in den folgenden Jahrzehnten nahezu unüberschaubar. Wenn jedoch alles zum Werkstoff werden kann, warum dann eine erneute Hinwendung zu dem traditionsbeladenen Material?

Für die zeitgenössische Kunst scheint der Reiz im Umgang mit Gold gerade in diesem "Traditionsballast" zu liegen und in all den Ausdrucks- und Bedeutungsebenen, die sich mit dem auratischen Werkstoff assoziieren. Denn hieraus ergeben sich spannende Fragen: Wie kann Gold in einer neuartigen und überraschenden, bisweilen humorvollen oder auch irritierenden Weise eingesetzt werden? Welche Bildlösungen können gefunden werden, damit die Verwendung von Gold nicht als konservativer Traditionalismus oder rückwärtsgewandte Dekorationslust missverstanden werden kann? Welche künstlerischen Strategien können entwickelt werden, um das Pathos des Materials zu hinterfragen? Wie kann Gold zum Symbol einer aktuellen Thematik werden? Gold ruft unweigerlich Reaktionen hervor – ein Potenzial, das die an der internationalen Ausstellung beteiligten Künstlerinnen und Künstler vielfältig nutzen.

KünstlerInnen: Pawel Althamer, Joseph Beuys, Michał Budny, Anja Ciupka, Jürgen Drescher, Felix Gonzalez-Torres, Filip Gilissen, Daniel Knorr, Alicja Kwade, Kris Martin, Jonathan Monk, Alexandra Müller, Roman Ondák, Martin Pfeifle, Claus Richter, Michael Sailstorfer, Johannes Vogl und Claudia Wieser


Goldrausch
Gegenwartskunst aus, mit oder über Gold
18. Oktober 2012 bis 13. Januar 2012

Alicja Kwade: 'Kohle (1T Rekord)', 2010. Bronzeguss, vergoldet (24 Karat Gold), Palette 100 x 90 x 120 cm; Sammlung ALEXEJEW - BRANDL, Courtesy die Künstlerin und Johann König, Berlin. Foto: Roman März
Martin Pfeifle: edition gold, 2007. 39 Blatt á 70 cm x 100 cm, Chromoluxkarton gold geknickt, 735 Meter, 2007 (Detail). Ausstellungsansicht Kunstraum Düsseldorf 2007; Courtesy kunstgaleriebonn, Bonn & Galerie Gudrun Fuckner, Ludwigsburg
Michael Sailstorfer: Pulheim gräbt, 2009 / 2010. Dias, Diaprojektor, Campingtisch; Courtesy der Künstler und Johann König, Berlin. © VG Bild-Kunst, Bonn 2012
Anja Ciupka: Diadem, 2010/2012 (Detail). Schmale Stahlketten vermessingt, ca. 6,80 x 3,87 x 3 m, Dimensionen variabel; Installationsansicht Marta Herford, Foto: Achim Kukulies. © VG Bild-Kunst, Bonn 2012