Akademie der Künste

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Wagner 2013. Künstlerpositionen

Dez 7, 2012 bis Feb 17, 2013

tn Zum Wagner-Jahr 2013 setzt sich die Akademie der Künste mit dem Werk ihres ehemaligen Mitglieds Richard Wagner auseinander. "Wagner 2013. Künstlerpositionen" entfaltet mit Beiträgen von mehr als 50 Künstlern zu einer Ausstellung und Veranstaltungen ein Panorama zeitgenössischer Arbeitsweisen und persönlicher Lesarten des Werks von Richard Wagner. Denn auch im Jahr seines 200. Geburtstages beschäftigt das musikdramatische Werk Wagners heutige Künstler noch so, als ginge es jeweils ums Ganze.

Das musikdramatische Werk von Richard Wagner (1813-1883) ist heute ungebrochen populär. Es reizt auf der Macherseite Intendanten wie Regiestudenten, Konservative wie Avantgarde-Performer. Und das Publikum strömt – sei es auf den Bayreuther Hügel, in die Los Angeles Opera oder in die Neuköllner Oper. Das Bühnenwerk des Ex-Revolutionärs, der sich in Bayreuth mit Hilfe Ludwig II. sein eigenes künstlerisches Walhall schuf, ist seinen Interpreten dabei nie nur Material für die Erfüllung eines Premierenplans. Der Fliegende Holländer, Tannhäuser, Lohengrin, der vierteilige Ring des Nibelungen, Tristan und Isolde, Die Meistersinger und Parsifal – jene Opern, die zum Bayreuther Kanon gehören – fordern in ihren Themen und in der Komplexität und Suggestivität der Kompositionen die Künstler im Ganzen heraus: handwerklich sowie in ihren Kunst- und Weltanschauungen. Geht es um Wagner, so geht es, scheint es, stets um den Kern.

Und neben dem Bekenntnis zu – so das Lob – der Universalität der Geschichten und der zwingenden Schönheit der Musik gibt es entsprechend auch entschiedenen Widerstand gegen – so die Vorwürfe – die musikalische Überwältigung und thematische Geiselnahme in die Welt einer deutschen Depression und des deutschen Antisemitismus. Sicher ist: Im 200. Jahr seines Geburtstages vermag Richard Wagner noch immer zu polarisieren. Gleichzeitig ist sein Werk im kulturellen Leben auch außerhalb Bayreuths und der Bühnen dieser Welt präsent. In der Literatur, der Forschung, der Bildenden Kunst oder im Film.

Die Akademie der Künste, der Richard Wagner ab 1869 angehörte, hat zahlreiche Mitglieder und andere Künstler eingeladen, ihr Verhältnis zu Wagners Werk in Form eines Ausstellungsbeitrages oder einer Veranstaltung zu thematisieren. Sei es durch den Verweis auf bereits Geschaffenes oder durch eine neue Arbeit: eine Installation, einen Text, ein Bild. Daraus entsteht in den drei Hallen des Akademiegebäudes am Hanseatenweg ein Panorama zeitgenössischer Arbeitsweisen und persönlicher Lesarten des Werks, das durch wichtige Archivpositionen ergänzt und durch ein in der Ausstellung stattfindendes Veranstaltungsprogramm fortgeschrieben und kommentiert wird.

Positionen von u.a.: Christian Boltanski/Jean Kalman, Romeo Castellucci, Friedrich Dieckmann, Jürgen Flimm, Achim Freyer, Andreas Homoki, Alexander Kluge, Peter Konwitschny, Barrie Kosky, Jonathan Meese, Hans Neuenfels, Helmut Oehring, Hans-Jürgen Syberberg, Anna Viebrock, Robert Wilson.


Wagner 2013. Künstlerpositionen
7. Dezember 2012 bis 17. Februar 2013

Schlussszene der 'Götterdämmerung' in der Inszenierung von Joachim Herz, Leipzig 1976; Foto: © Helga Wallmüller
Videostill aus den Ratten-Filmen von Björn Verloh für Hans Neuenfels’ Inszenierung von Wagners 'Lohengrin', Bayreuth 2010; © Björn Verloh
Jonathan Meese: Keine Gurus, 2011. 2-teilig, Öl und Acryl auf Leinwand, 210 x 280 x 4,5 cm; Foto: Jan Bauer. © VG Bild-Kunst, Bonn 2012
Einar Schleef: Zeichnung zum Inszenierungskonzept für Wagners 'Parsifal', Nürnberg 1994, 21 x 29,7 cm; Foto: Einar Schleef-Archiv der Akademie der Künste. © VG Bild-Kunst, Bonn 2012 11
Linda Watson als Brünnhilde und John Treleaven als Titelheld in Achim Freyers Inszenierung von Wagners 'Siegfried', Los Angeles 2009. Foto: © Monika Rittershaus