Käthe Kollwitz Museum Köln

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Max Uhlig. Mensch und Landschaft

Jan 17, 2013 bis Mär 17, 2013

tn Zum 75. Geburtstag des Graphikers, Zeichners und Malers Max Uhlig (*1937) zeigt das Käthe Kollwitz Museum Köln eine repräsentativ und retrospektiv angelegte Ausstellung seines druckgraphischen Werkes. Aus dem Bestand des Dresdner Kupferstich-Kabinett wird die ganze Bandbreite aus fünf Schaffensjahrzehnten präsentiert: von kleinen bis zu monumentalen Formaten, von Radierung und Lithographie bis Aquatinta. Erweitert wird die Schau in Köln um Kohlezeichnungen und Aquarelle aus dem Privatbesitz des Dresdner Künstlers.

Zwei zentrale Sujets seines motivisch wie technisch breit angelegten OEuvres stehen im Mittelpunkt der Schau: die Landschaft und der Mensch. In Mecklenburg oder im Erzgebirge, später in seinem südfranzösischen Arbeitsrefugium, entstehen stillebenhafte Naturbeobachtungen, die Uhlig mittels dichter Lineamente durch verwobene Formengeflechte greifbar macht. Gleiches gilt für seine Porträts. Unzählbar viele dieser "Köpfe" von Weggefährten, Freunden und Kollegen – und immer wieder auch von seiner eigenen Person – sind im Laufe der Zeit entstanden.

Max Uhlig entzieht sich einer normierenden Ästhetik mittels eines eigenen, am Abstraktionswillen der Moderne orientierten Stils. Seine Integrität als Person wie als Künstler und sein handwerkliches Ethos lassen die Grundsätze einer gediegenen Kunst aufscheinen, die er als Studierender und später als Lehrender an der Dresdner Hochschule für Bildende Kunst erfuhr und heute noch vermittelt: Es gilt, durch das Herausbilden eines individuellen Stils auf die Wirklichkeit zuzugehen und nach Wahrhaftigkeit zu streben. In DDR-Zeiten wurde genau dieser Stil schon früh ein Gütesiegel und der Eigensinn des Künstlers ein Signal gegen die allgemeine Trivialisierung der Gesellschaft. Auch unter den verschärften Bedingungen des internationalen Kunstmarktes ist sich Max Uhlig treu geblieben.

Der Graphiker, Zeichner, Drucker und Maler ist dann in seinem Element, wenn er mit beinahe tänzerischen Bewegungen seine Leidenschaft auf Papier bringt. Seit vier Jahrzehnten wirft Max Uhlig in immer neuen Varianten und Variationen diagonal, parallel oder kreuzend störrische, spröde oder schwingende Strichlagen und Tupfer übereinander und bildet aus diesen Hecken und Lineamenten seine Landschaften oder Körper. Punkte und Linien verdichten sich durch vielfache Wiederholung zum Abbild. Dabei arbeitet der Künstler seit jeher vor dem Motiv – also in der Tradition des Realismus. Immer bleibt die Anschauung des Objektes, der Landschaft, der Porträtierten Grundlage seiner Kunst.

Seine Arbeiten haben Max Uhlig weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt gemacht. Zahlreiche renommierte nationale und internationale Sammlungen beherbergen seine Arbeiten, von Dresden über Basel, London und Paris bis New York.


Max Uhlig. Mensch und Landschaft
17. Januar bis 17. März 2013

Kopf nach Rodin-Plastik (Nijinsky), 1997. Radierung, Aquatinta (Reservage); © VG Bild-Kunst, Bonn 2013
Mann und sein Schatten. Aus der Reihe 'Straßenszenen', 1987. Kohle auf Transparentpapier; © VG Bild-Kunst, Bonn 2013
Studie Bildhauer 'W.U.' mit Skulptur, 1989. Aquarell auf Japan-Bütten; © VG Bild-Kunst, Bonn 2013