Kunsthalle Bremen

Am Wall 207
D - 28195 Bremen

T: 0049 (0)421 32908-0
F: 0049 (0)421 32908-47

E: office@kunsthalle-bremen.de
W: http://www.kunsthalle-bremen.de/


weitere Ausstellungen

Max Liebermann – Vom Freizeitvergnügen zum modernen Sport

Okt 22, 2016 bis Feb 26, 2017

tn Sport durchdringt heute nahezu alle Lebensbereiche. Er gehört zum modernen Lifestyle, er wird zum populären Massenspektakel oder verleiht elitäres Prestige. Der Siegeszug des Sports begann in Deutschland vor über hundert Jahren. Max Liebermann war der erste deutsche Künstler, der sich intensiv mit diesem Thema auseinandersetzte. Die Sonderausstellung "Max Liebermann – Vom Freizeitvergnügen zum modernen Sport" in der Kunsthalle Bremen untersucht Max Liebermanns Blick auf Bewegung und Sport und erzählt zugleich die Geschichte vom Reiten, Tennis und Polo in der Kunst.

Werke von Edgar Degas, Édouard Manet und Henri de Toulouse-Lautrec veranschaulichen Liebermanns Inspiration durch die französische Malerei und Graphik. Seine Darstellungen der Tennis- und Polospieler sind in Frankreich und Deutschland ohnegleichen. Die Einzigartigkeit seiner Sportmotive wird durch die Betrachtung ausgewählter Werke englischer und deutscher Zeitgenossen wie John Lavery oder Max Slevogt deutlich.

Ende des 19. Jahrhunderts wandte sich Max Liebermann zunächst Motiven von Sommergästen an der Nordsee zu. Dort malte er anfangs Badende und Reiter am Wasser, später dann moderne Sportarten wie Tennis. Polo und Pferderennen, die in England bereits seit einiger Zeit populär waren, beobachtete er in Hamburg und Florenz. Vor allem in der Zeit von 1900 bis 1914 beschäftigte sich Liebermann mit diesen Motiven. Die Sportarten vermittelten ein Bild des wilhelminischen Großbürgertums, das sich in seinen Freizeitbeschäftigungen am englischen Sportsman orientierte.

Nach dem Ersten Weltkrieg, in den zwanziger Jahren, rückten die sportlichen Motive bei Liebermann in den Hintergrund. Stattdessen begannen jüngere Künstler, den Sport als Thema zu entdecken. Vor allem populäre Massensportarten wie Fußball oder Boxen entdeckten sie als Motiv. Die Boxerdarstellungen von Willy Jaeckel, Renée Sintenis oder Rudolf Großmann spiegeln diesen Wechsel des Blicks vom eleganten Rasensport in freier Natur zum schweißtreibenden Körpereinsatz im urbanen Sportpalast. In der Schau werden Werke aus internationalen Museen und Privatsammlungen sowie aus der Sammlung der Bremer Kunsthalle präsentiert.

Die Ausstellung "Max Liebermann – Vom Freizeitvergnügen zum modernen Sport" präsentiert rund 140 Werke und zeigt darüber hinaus historisches Material. Die Gemälde, Skulpturen sowie Arbeiten auf Papier stammen aus internationalen Museen und Privatsammlungen unter anderem aus Washington, Jerusalem, Paris und Zürich. Zur Veranschaulichung werden Gemälde, Skulpturen und Arbeiten auf Papier unter anderem von Gustave Caillebotte, Edgar Degas, Sir John Lavery, Edouard Manet, Ernst Oppler, Renée Sintenis und Henri de Toulouse-Lautrec präsentiert. Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit der Liebermann-Villa am Wannsee, Berlin, wo sie in kleinerer Ausführung vom 19. März bis 26. Juni 2017 zu sehen ist.


Katalog: Im Hirmer Verlag erscheint ein Katalog (auf Deutsch) zur Ausstellung in Bremen und Berlin, rund 200 Seiten, EUR 29,- (Museumsshop) | EUR 39,90 (Buchhandel, ISBN 978-3-7774-2663-1).

Max Liebermann – Vom Freizeitvergnügen zum modernen Sport
22. Oktober 2016 bis 26. Februar 2017

Max Liebermann: Pferderennen (in den Cascinen), 2. Fassung, 1909. Öl auf Holz, 52 ,5 x 74 cm. Kunstmuseum Winterthur, Geschenk von Georg Reinhart, 1924 / © Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft, Zürich, Jean-Pierre Kuhn
Max Liebermann: Polospieler in Jenischs Park, 1903. Öl auf Leinwand, 71 x 102 cm; Privatbesitz
Max Liebermann: Tennisspieler am Meer, erste Fassung, 1901. Öl auf Leinwand. 69,5 x 100,3 cm. Museum Kunst der Westküste, Alkersum, Föhr; © Repro Lukas Spörl
Max Liebermann: Reiter am Strand mit Foxterrier, 1911. Öl auf Leinwand, 70 x 100 cm; © Nationalmuseum Stockholm
Max Liebermann: Reiter und Reiterin am Strand, 1903. Öl auf Leinwand, 72,5 x 101 cm. Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Köln / Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln, rba_c016036