Vorarlberg Museum

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Spurensuche. Vorarlberger Kriegsgefangene in Russisch-Turkestan

Sep 17, 2016 bis Nov 20, 2016

tn Die Ausstellung "Spurensuche" gibt erstmalig Einblick in eine bisher unerforschte Episode des Ersten Weltkriegs. Zahlreiche Soldaten aus Vorarlberg gerieten damals in russische Kriegsgefangenschaft. Sie wurden im Gebiet des heutigen Usbekistan, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan oder Turkmenistan interniert. Nach dem Krieg verzögerte sich ihre Rückkehr infolge des russischen Bürgerkriegs. Rund 200 000 Soldaten der k.u.k. Armee und darunter mindestens 350 Vorarlberger und ihre Familien waren unmittelbar betroffen.

Die Ausstellung präsentiert exemplarische Schicksale und Erfahrungen von Vorarlberger Kriegsgefangenen auf Basis eines internationalen Forschungsprojekts zur Geschichte der Gefangenschaft in Russisch-Turkestan. Vor dem Hintergrund einschneidender historischer Ereignisse werden die ausgewählten Schicksale von sechs Kriegsgefangenen vorgestellt, die zwischen 1914 und 1920 in Russisch-Turkestan mit seinem ungewohnten Wüsten- und Steppenklima und seiner islamisch-orientalisch geprägten Kultur interniert waren und Aufstände, Revolutionen und Bürgerkrieg, Hungersnöte und Epidemien überlebten. Bis 1921 sicherten sie sich ihr Überleben in allen möglichen Berufen und spielten eine wichtige Rolle im lokalen Wirtschafts- und Kulturleben. Nicht alle von ihnen kehrten zurück: Manche der Männer starben, wenige blieben freiwillig in Zentralasien.

In einer für Zentralasien typischen Jurte zeigt die Ausstellung Erinnerungsstücke der Protagonisten ebenso wie Videos mit Erinnerungen von Nachkommen, denen sie von ihren Erlebnisse erzählt hatten. Besucher werden zudem die Möglichkeit haben, in einer digitalen Datenbank Namen und Daten einzelner Vorarlberger Kriegsgefangener und ihrer Lagerorte abzufragen. Zum Abschluss der Ausstellung werden die Ergebnisse des Forschungsprojekts zu Vorarlberger Kriegsgefangenen in Turkestan präsentiert – in Referaten von Historikern aus Österreich und Deutschland.


Spurensuche. Vorarlberger Kriegsgefangene in Russisch-Turkestan
17. September bis 20. November 2016

Credit: Franz Präg
Credit: Franz Präg
Credit: Franz Präg
Credit: Franz Präg