Kunstmuseum Basel

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Bestechend gestochen

Aug 20, 2016 bis Nov 13, 2016

tn Ende des 16. Jahrhunderts begeisterte Hendrick Goltzius (1558–1617) das Publikum mit seinen Kupferstichen, deren technische Perfektion und unkonventionelle Bildfindungen wir auch heute noch bewundern. Die Ausstellung des Basler Kupferstichkabinetts präsentiert eine Auswahl von rund 80 der attraktivsten Werke des Meisters aus Haarlem, darunter biblische und mythologische Darstellungen sowie gelehrte Allegorien. Seinen prominenten Platz in der Kunstgeschichte nimmt Goltzius vor allem durch seine dreifache Funktion als Erfinder, Stecher und Verleger ein, die er jeweils ungewöhnlich kreativ und höchst professionell auszufüllen vermochte.

Die Ausstellung zeigt, dass Goltzius’ grosser Erfolg nicht ausschliesslich auf der eigenen Kreativität basierte. Mit der 1582 erfolgten Gründung eines eigenen Verlags machte sich der Künstler nicht nur als Stecher selbstständig, er verstand es auch, die Potenziale anderer optimal für sich zu nutzen. So arbeitete er mit verschiedenen namhaften Künstlern seiner Zeit zusammen wie Karel van Mander, Cornelis Corneliszoon, van Haarlem und Bartholomäus Spranger, deren künstlerische Ideale ihn nachhaltig beeinflussten. Goltzius wendete sich vermehrt der Darstellung des nackten menschlichen Körpers zu, den er in besonders dynamischen und artistischen Posen inszenierte.

Seine Leidenschaft für mythologische Themen führte ihn schliesslich selbst nach Italien, wo er 1590–91 nicht nur berühmte Antiken, sondern auch italienische Meisterwerke direkt studieren konnte. Mit Jacob Matham, Jan Muller und Jan Saenredam beschäftigte Goltzius ausserdem eine Reihe talentierter Mitarbeiter, die seine Stiche in der perfekten Manier ausführten, die ihn selbst berühmt gemacht hatte. Auf diese Weise gelang es ihm, eine sehr breite Palette an Themen und Motiven in seinem Angebot zu führen und dabei gleichzeitig das hohe technische Niveau zu halten. Strategisch klug widmete er seine Blätter hochstehenden Persönlichkeiten und erlangte schliesslich 1595 das Druckprivileg Kaiser Rudolfs II., das ihn vor Nachahmungen schützen sollte.

Das Kupferstichkabinett des Kunstmuseums Basel verfügt über besonders reiche Bestände an Goltzius-Kupferstichen, die erstmals in ihrer ganzen Breite vorgestellt werden. Sie zählen zu den alten Beständen und lassen sich teilweise der grosszügigen Stiftung des Basler Landschaftsmalers und Sammlers Samuel Birmann (1793–1847) zuordnen.


Bestechend gestochen
Das Unternehmen Hendrick Goltzius
20. August bis 13. November 2016

Hendrick Goltzius (Inventor), Jacob Matham (Stecher): Gestrandeter Wal, 1598. Kupferstich, Blatt 36.5 x 43.1 cm; Kunstmuseum Basel- Kupferstichkabinett. Foto: Kunstmuseum Basel - Martin P. B Bühler
Hendrick Goltzius: Die Beschneidung, 1594. Kupferstich, Platte 48 x 35.6 cm, Blatt 48.1 x 35.9 cm; Kunstmuseum Basel- Kupferstichkabinett. Foto: Kunstmuseum Basel - Martin P. Bühler
Hendrick Goltzius: Neptun (Oceanus), 1588 bis 1590. Chiaroscuro-Holzschnitt von drei Platten (ocker- hellbraun und schwarz), Blatt 35.6 x 26.8 cm; Kunstmuseum Basel- Kupferstichkabinett. Foto: Kunstmuseum Basel - Martin P. Bühler
Hendrick Goltzius: Bacchus, ca. 1595. Kupferstich, Platte 24.9 x 18.1 cm, Blatt 25.2 x 18.1 cm; Kunstmuseum Basel- Kupferstichkabinett- Foto: Kunstmuseum Basel - Martin P. Bühler