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Paint on. Dimensionen des Malerischen

Feb 14, 2017 bis Mai 21, 2017

tn Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen haben einige bedeutsame Neuzugänge im Bereich der zeitgenössischen Malerei zu verzeichnen. Diese bilden den willkommenen Anlass für eine Ausstellung, die unter dem Titel "Paint on" die Ausdrucksqualitäten des "Malerischen" im 21. Jahrhundert betrachtet.

Der Begriff des "Malerischen" lässt sich auf den Schweizer Kunsthistoriker Heinrich Wölfflin (1864-1945) zurückführen. In dessen wohl bekanntestem Buch, den "Kunstgeschichtlichen Grundbegriffen", die vor rund 100 Jahren erschienen, setzt er das Malerische vom Linearen ab – oder anders formuliert: Rembrandt von Dürer. Seither kennzeichnet das Malerische die Vorrangstellung der Farbe und ihrer Wirkung vor dem Umriss.

"Paint on" zeigt eine Malerei, die sich ihrer Traditionen bewusst ist, aber vor dem Hintergrund eines sich seit 50 Jahren radikal erweiternden medialen Selbstverständnisses durch unterschiedlichste Sicht- und Produktionsweisen permanent aktualisiert.

Ob Jenny Holzer (*1950) ein amerikanisches Dokument zu "alternativen Verhörmethoden" auf einer abstrakten Farbfläche schwimmen lässt oder Simone Lanzenstiel (*1970) die Patina des Urbanen mit Spuren einer digitalen Ästhetik kombiniert – stets lässt sich die Spezifik des Bildes auf Aspekte des Malerischen zurückführen.

Nicht alle der rund 20 gezeigten Werke sind Gemälde. Das Video "M. U. D." (2000) von Nina Könnemann (*1971) etwa führt in einen Park, in dessen Atmosphäre der Verlassenheit sich gleichfalls malerische Qualitäten entdecken lassen.


Paint on. Dimensionen des Malerischen
Mit Werken von Monika Baer, Katharina Grosse, Jenny Holzer u. a.
14. Februar bis 21. Mai 2017

Jenny Holzer (*1950): Wish list red, 2007. Öl auf Leinwand, 260 x 201 x 4,5 cm; © Jenny Holzer
Monika Baer (*1964): Ohne Titel, 2012. Öl, Acryl auf Leinwand, 180 x 136,5 cm
Simone Lanzenstiel (*1970): O.T. (1493), 2014. Acryl auf Nessel, 230 x 200 cm; © Simone Lanzenstiel