Hamburger Kunsthalle

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Control | No Control

Jun 8, 2018 bis Aug 26, 2018

tn Die Ausstellung "Control | No Control" der Hamburger Kunsthalle ist Teil der Triennale der Photographie 2018, die unter dem übergeordneten Motto "Breaking Point – Searching for Change" nach Bildern sucht, die Bruchstellen thematisieren. Das Fotofestival versammelt Arbeiten, die gegebene Zustände sichtbar machen und damit Veränderungen ermöglichen können.

Die Ausstellung "Control | No Control" präsentiert rund 80 Werke aktueller künstlerischer Positionen aus der Sammlung der Hamburger Kunsthalle, aus Privatbesitz und anderen Museen. Im Nebeneinander und in der Konfrontation spiegeln und erfragen die ausgewählten Arbeiten die vielfältigen Wirkungsweisen von Macht durch Kontrolle. Sie zeigen künstlerische Strategien, die der Überwachung Widerstand leisten oder den Kontrollverlust als ein positives Moment einsetzen.

Als zentrales Werk stellt "Control | No Control" die Photoserie Presidency aus, mit der Thomas Demand das repräsentative mediale Bild von Macht reflektiert. Die 5-teilige, großformatige Serie zeigt verschiedene Ansichten eines der prominentesten Schauplätze der Macht: das als "Oval Office" bekannte Büro des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. Der Künstler hatte die Arbeit im Auftrag des New York Times Magazine vor der Wahl Barack Obamas im Jahr 2008 geschaffen. Heute, Jahre später und nach der Wahl eines neuen Präsidenten, stellt sich die Frage nach der Wirkung dieser Bilder unter veränderten Machtverhältnissen erneut. Ist das Oval Office noch ein Ort der Macht oder ein Sinnbild für Kontrollverlust?

Welche Bilder beschreiben heute die vielfältigen Wirkungsweisen von Macht durch Kontrolle? Welche Bruchstellen und Möglichkeiten für Veränderung können sie sichtbar machen? Während Sophie Calle 1981 für die Arbeit "La Filature" (Die Beschattung) einen Privatdetektiv engagierte, um sich beobachten zu lassen, werden Künstler wie Trevor Paglen heute selbst zum Detektiv, decken geheime Verbindungslinien auf und veröffentlichen verbotenes Material. War man sich früher der Kontrolle durch Kameras noch bewusst, so werden heute unbemerkt Bilder vom Menschen erzeugt, wie Adam Broomberg & Oliver Chanarin in "Spirit is a Bone" (2016) aufzeigen. Mit Hilfe einer auf 3D-Gesichtsscans basierenden Sicherheitstechnologie entwickeln sie einen neuen Atlas des Antlitz des Menschen, dem jedoch alles Menschliche fehlt.

Künstler*innen (Auswahl): Adam Broomberg / Oliver Chanarin, Sophie Calle, Thomas Demand, Marten Lange, Richard Mosse (angefragt), Trevor Paglen, Peter Piller, Barbara Probst, Akram Zatari u. a.


Zur Triennale der Photographie erscheint ein gemeinsamer Katalog aller beteiligter Häuser, in dem die Ausstellungen jeweils ausführlich vorgestellt werden.

Control | No Control
Ausstellung im Rahmen der Triennale
der Photographie Hamburg: Breaking Point
8. Juni bis 26. August 2018

Barbara Probst (*1964): Exposure # 11a: N.Y.C., Duane & Church Streets, 06.10.02, 3:07 p.m., 2002. Barbara Probst, courtesy Galerie Kuckei + Kuckei, Berlin; © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Thomas Ruff (*1958): Nacht 2 II, 1992. C-Print, 190 x 190 cm; Hamburger Kunsthalle. © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Peter Piller (*1968): Von Erde schöner, 2002-2004. Courtesy capitain petzel, Berlin; © VG Bild-Kunst Bonn 2018