Museum Folkwang Essen

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Dancing with Myself

Okt 7, 2016 bis Jan 15, 2017

tn Die große Ausstellungshalle des Museum Folkwang steht vom 7. Oktober 2016 bis 15. Januar 2017 ganz im Zeichen der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Selbst. Was die Arbeiten verbindet, ist die vielfältige Präsenz des Künstlers und der Künstlerin im eigenen Werk. Zum ersten Mal ist damit die herausragende Sammlung von François Pinault in diesem Umfang in Deutschland zu sehen. "Dancing with Myself" ist ein spielerischer, poetischer, politischer, und wilder Tanz durch die Gegenwartskunst seit Ende der 1960er Jahre bis in unsere Zeit.

In "Dancing with Myself" haben die Künstler und Künstlerinnen ihren großen Auftritt. Sie sind die Akteure und das Ausgangsmaterial für ihre eigenen Arbeiten – ihre Körper, ihre Biografien, ihre sozialen oder sexuellen Identitäten, ihr Humor, ihre Melancholien. Jenseits des klassischen Selbstporträts spielt die Ausstellung auf der Tastatur der künstlerischen Temperamente und Haltungen.

"Dancing with Myself" ist zugleich ein großartiges mediales Cross-Over. Die großen Formate der Malerei treffen auf raumgreifende Videoinstallationen, Fotografie gewordene Körper treffen auf skulpturale Fragmente. Der Fotoapparat, die Video- oder Filmkamera, die Leinwand, der Raum, die konzeptuelle Geste – in sie schreiben sich die Künstler und Künstlerinnen ein. Der Körper wird zu einem kindlich-dadaistischen Werkzeug, das Performative zur hauptsächlichen Darstellungsform. Die Bilder werden zu produktiven (Zerr-)Spiegeln von Körper und Identitäten im späten 20. und frühen 21. Jahrhundert.

"Dancing with Myself" ist aber auch ein wilder Ritt durch die Kunstgeschichte der letzten 50 Jahre. Was besaß noch Wahrheit und Gültigkeit in den 1970er Jahren – außer der Erfahrung des eigenen Körpers? Die damalige postmoderne Ironie und Infragestellung von Selbstbildern und Rollenklischees trifft nun auf eine Haltung von jungen Künstlerinnen und Künstlern, die wieder einen festen sozialen und politischen Standort haben, die ihre eigene Biografie und ihren Körper benutzen, um Stellung zu beziehen in den Verwerfungen einer globalisierten und ungleichen Welt.

KünstlerInnen: Adel Abdessemed, Alighiero Boetti, Claude Cahun, Maurizio Cattelan, John Coplans, Urs Fischer, LaToya Ruby Frazier, Lee Friedlander, Gilbert & George, Robert Gober, Nan Goldin, Félix González-Torres, Rodney Graham, David Hammons, Roni Horn, Kimsooja, Martin Kippenberger, Kurt Kranz, Urs Lüthi, Steve McQueen, Boris Mikhaïlov, Bruce Nauman, Paulo Nazareth, Helmut Newton, Roman Opalka, William Pope.L, Arnulf Rainer, Charles Ray, Lili Reynaud-Dewar, Ulrike Rosenbach, Allan Sekula, Cindy Sherman, Jo Spence, Hito Steyerl, Rudolf Stingel, Alina Szapocznikow


Dancing with Myself
Selbstporträt und Selbsterfindung
Werke aus der Sammlung Pinault
7. Oktober 2016 bis 15. Januar 2017

Nan Goldin: Nan one month after being battered, 1984. Cibachrome, 51 x 61 cm; Museum Folkwang. © Nan Goldin; Courtesy of Matthew Marks Gallery; Foto: Museum Folkwang
Cindy Sherman: Untitled #564, 2016. Thermosublimationsdruck auf Metall, 175.9 x 118.7 cm; Pinault Collection. © Cindy Sherman; Courtesy of the artist und Metro Pictures, New York
Martin Kippenberger: Ohne Titel (aus der Serie Lieber Maler male mir), 1983. Öl auf Leinwand, 199,40 x 130,40 cm; Pinault Collection. © Estate of Martin Kippenberger; Galerie Gisela Capitain, Cologne
Maurizio Cattelan: We, 2010 (Detail). Holz, Fiberglas, Polyurethangummi, Stoff, 148 x 79 x 68 cm; Pinault Collection. Courtesy of Maurizio Cattelan's Archive; Foto: Zeno Zotti