Städel Museum

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Schwarze Romantik

Sep 26, 2012 bis Jan 20, 2013

tn Vom 26. September 2012 bis 20. Januar 2013 zeigt das Städel Museum die große Sonderausstellung "Schwarze Romantik. Von Goya bis Max Ernst". Erstmals widmet sich damit eine Ausstellung in Deutschland der dunklen Seite der Romantik und ihrer Fortführung im Symbolismus und Surrealismus. Anhand von mehr als 200 Gemälden, Skulpturen, Grafiken, Fotografien und Filmen spürt die umfangreiche Schau im Ausstellungshaus des Museums der Faszination zahlreicher Künstler für das Abgründige, Geheimnisvolle und Böse nach.

Aufbauend auf dem eigenen Sammlungsbestand, der mit Werken von Francisco de Goya, Eugène Delacroix, Franz von Stuck oder Max Ernst wichtige Arbeiten zur Thematik versammelt, präsentiert die Sonderausstellung im Städel bedeutende Leihgaben aus international renommierten Sammlungen wie dem Pariser Musée d’Orsay, dem Musée du Louvre, dem Museo del Prado in Madrid oder dem Art Institute of Chicago.

In den ausgestellten Werken von Goya, Johann Heinrich Füssli und William Blake sowie Théodore Géricault und Delacroix bis hin zu Caspar David Friedrich zeichnet sich eine romantische Geisteshaltung ab, die seit dem Ende des 18. Jahrhunderts ganz Europa erfasste und bis ins 20. Jahrhundert hinein bei Künstlern wie Salvador Dalí, René Magritte oder Paul Klee und Max Ernst ihre unmittelbare Fortsetzung fand. Die Arbeiten erzählen eindringlich von Einsamkeit und Melancholie, von Leidenschaft und Tod, von der Faszination des Grauens und dem Irrationalen der Träume. Die vom Städel Museum konzipierte Ausstellung wird nach ihrer Präsentation in Frankfurt im Pariser Musée d’Orsay zu sehen sein.

Mit einem sowohl geografisch als auch zeitlich übergreifenden Ansatz, der Bezüge zwischen verschiedenen romantischen Zentren darlegt und komplexe ikonografische Entwicklungen vor Augen führt, will die Ausstellung das Interesse für die düsteren Aspekte der Romantik wecken und damit zu einem erweiterten Verständnis dieser Bewegung anregen. Viele der präsentierten künstlerischen Entwicklungen und Positionen resultieren aus einem erschütterten Vertrauen in ein aufgeklärtes, fortschrittliches Denken, das sich rasch nach der – als neues Zeitalter gefeierten – Französischen Revolution zum Ende des 18. Jahrhunderts ausgebreitet hat. Blutiger Terror und Kriege brachten Leid und den Zerfall gesellschaftlicher Ordnungen in weiten Teilen Europas.

So groß die anfängliche Begeisterung war, so groß war auch die anschließende Enttäuschung, als sich die düsteren Facetten der Aufklärung in all ihrer Härte offenbarten. Nun widmeten sich junge Literaten und Künstler verstärkt der Kehrseite der Vernunft. Das Schreckliche, das Wundersame und Groteske machten dem Schönen und Makellosen die Vorherrschaft streitig. Der Reiz der Beschäftigung mit Sagen und Märchen und die Faszination für das Mittelalter traten dem Ideal der Antike gegenüber. Auch die heimische Natur gewann verstärkt an Anziehungskraft und wurde zum beliebten Motiv der Künstler. Dem hellen Licht des Tages begegneten der Nebel und die dunkle, geheimnisvolle Nacht.


Katalog: Zur Ausstellung erscheint im Hatje-Cantz-Verlag ein umfangreicher, von Felix Krämer herausgegebener Katalog mit Beiträgen von Roland Borgards, Ingo Borges, Claudia Dillmann, Dorothee Gerkens, Johannes Grave, Mareike Hennig, Hubertus Kohle, Felix Krämer, Franziska Lentzsch, Manuela B. Mena Marqués und Nerina Santorius. Deutsch, ca. 305 Seiten, EUR 34,90.

Schwarze Romantik
Von Goya bis Max Ernst
26. September 2012 bis 20. Januar 2013

Ernst Ferdinand Oehme (1797–1855): Prozession im Nebel, 1828. Öl auf Leinwand, 81,5 × 105,5 cm; Galerie Neue Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Caspar David Friedrich (1774–1840): Kügelgens Grab, 1821/22. Öl auf Leinwand, 41,5 × 55,5 cm; Die Lübecker Museen, Museum Behnhaus Drägerhaus, Leihgabe aus Privatbesitz
Francisco de Goya (1746–1828): Flug der Hexen, 1797/98. Öl auf Leinwand, 43 × 30,5 cm; Museo Nacional del Prado, Madrid. © Museo Nacional del Prado, Madrid
Franz von Stuck (1863–1928): Die Sünde, 1893. Öl auf Leinwand, 88 × 53,5 cm; Galerie Katharina Büttiker, Zürich
Friedrich Wilhelm Murnau (1888–1931): Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens, Deutschland 1922, Filmstill. Stummfilm, schwarz-weiß / viragiert, deutsche Zwischentitel; © Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung