Museum Franz Gertsch

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weitere Ausstellungen

Franz Gertsch. Aus dem Frühwerk

Okt 1, 2011 bis Mär 4, 2012

tn Franz Gertsch (*1930) setzte 2005 im Zuge der Retrospektive das Jahr 1969 als Startpunkt seines künstlerischen Schaffens fest. In den letzten Jahren begann der Künstler aber verstärkt, sich seinem Frühwerk zuzuwenden, Skizzen und Entwürfe zu sichten und diese auch in kleinen Kabinettausstellungen im Museum Franz Gertsch der Öffentlichkeit zu präsentieren. Nun ist es an der Zeit, dem Frühwerk eine umfassende Ausstellung zu widmen.

Die Gemälde des jungen Gertsch sind überwiegend von einer sehr persönlichen, romantischen und teils melancholischen Haltung geprägt. Beziehungen zwischen jungen Frauen und Männern, Landschaften, Märchen und Mythen bilden die thematische Grundlage. Stilistisch wird der Wechsel von der Malschule Max von Mühlenens zu Hans Schwarzenbach deutlich – bei ihm lernte Gertsch die altmeisterlichen Maltechniken und fand zu einem realistischen Stil mit glatter Malweise. Nach einer Phase der künstlerischen und inneren Zerrissenheit, in der sehr unterschiedliche Werke entstanden, nahm Gertsch Mitte der 1960er Jahre von den mythologischen und märchenhaften Themen und dem Naturstudium Abstand. Flächig vereinfachte Gemälde in greller Farbigkeit führten ab 1966 zu den figürlichen Collagen im Stile der Pop Art.

Im Jahr 2007, damals 77jährig, begann Franz Gertsch mit der Arbeit an einem Zyklus der vier Jahreszeiten – wohl wissend, dass er jeweils etwa ein Jahr Zeit für ein Gemälde benötigen würde. Das grosse Vorhaben ist geglückt, Anfang 2011 vollendete der Künstler seinen magistralen Vier Jahreszeiten-Zyklus mit dem Gemälde "Frühling". Im Museum Franz Gertsch wird das monumentale Werk nun erstmals in einem Raum mit "Herbst" (2007/08), "Sommer" (2008/2009) und "Winter" (2009) ausgestellt.

Franz Gertsch hat all sein Können, seine Kraft und seine Zeit in diese Gemälde gelegt. Ausgehend von einer bereits vorhandenen Aufnahme des Wäldchens hinter seinem Haus von 1994 entstand der "Herbst". Für die fotografischen Vorlagen der anderen Werke verfolgte der Künstler den Wechsel der Jahreszeiten während er bereits am Zyklus arbeitete: Der "Sommer" ist der Sommer des Jahres 2007, der "Winter" ist der Winter des Jahres 2008 und der "Frühling" ist der Frühling des Jahres 2009. Über den Verlauf der Jahreszeiten vierer Jahre hinweg entstanden also diese Gemälde, die zweifellos als Hauptwerke im späten Schaffen des Künstlers bezeichnet werden können.


Franz Gertsch. Aus dem Frühwerk
1. Oktober 2011 bis 4. März 2012

Wald bei Hilgenloh, 1953. Öl auf Leinwand, 117 x 76 cm; Privatbesitz. © Franz Gertsch
Selbstbildnis, 1955. Eitempera und Harzfarbenlasur auf Baumwolle auf Sperrholz aufgeleimt, 43 x 29.5 cm; Besitz des Künstlers. © Franz Gertsch
Orpheus und Eurydike mit den Tieren, 1963. Eitempera und Harzfarbenlasur auf Baumwolle auf Sperrholz aufgeleimt, 31.5 x 42 cm; Privatbesitz. © Franz Gertsch
Maria, 1969. Collage, Dispersion auf Papier auf Pavatex, 73 x 95 cm; Besitz des Künstlers. © Franz Gertsch