Kunstmuseum Winterthur

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Ker-Xavier Roussel. L’après-midi d’un faune

Nov 19, 2016 bis Apr 2, 2017

tn Zum Abschluss des Jubiläums 100 Jahre Kunstmuseum Winterthur ehrt die Ausstellung "Ker-Xavier Roussel. L’après-midi d’un faune" den französischen Maler Ker-Xavier Roussel (1867–1944), den Schöpfer der Wandbilder im Treppenhaus des Museums, die dem Aufgang zu den Ausstellungssälen sein Gepräge geben. Wie Bonnard, Vuillard und Vallotton gehörte Roussel zum Kreis der Nabis, die sich um 1890 zusammenfanden, um eine neue Malerei zu lancieren. Dazu gehörte das Interesse an der Übernahme dekorativer Aufgaben wie der Gestaltung von privaten und öffentlichen Räumen.

Im März 1916 beauftragten die Brüder Hans und Werner Reinhart den Maler Ker-Xavier Roussel, der sich damals am Genfersee aufhielt, mit Wandbildern für das Treppenhaus im eben eröffneten Kunstmuseum. Zwar lieferte der Künstler sogleich Entwürfe, die gutgeheissen wurden, doch die Bilder selbst liessen auf sich warten. Eine erste Fassung wurde 1919 montiert, doch war Roussel damit nicht zufrieden. Erst 1926 kam er wieder nach Winterthur und brachte die Bilder zu einem vorläufigen Abschluss.

Die Entstehungsgeschichte dieser Bilder wird in der Ausstellung anhand einer grossen Zahl zuvor nie oder nur selten gezeigter Studien erzählt. Die Ausstellung zeigt daneben aber auch noch eine andere Seite Roussels, der nach der Nabis-Zeit künstlerisch seine eigenen Wege ging. Im Unterschied zu Bonnard und Vuillard wandte er sich nicht Motiven aus seiner näheren Umgebung zu, sondern liess in seinen Zeichnungen und Pastellen die klassische Welt der französischen Malerei wieder aufleben.

Der einer Dichtung Stéphane Mallarmés entlehnte Titel "L’après-midi d’un faune spielt" auf die zeitlose Atmosphäre von Roussels Werken an, auf die tagtraumartige Stimmung seiner arkadischen Landschaften, in denen Faune und Nymphen ihr Wesen treiben. Unbeirrt von den Umbrüchen der Epoche, in der er lebte, verfolgte Roussel seine mythologischen Themen bis in die 1940er Jahre. Neben seinen anspruchsvollen Dekorationsprojekten erweist sich Roussels Meisterschaft gerade in den kleinen Formaten – sei es auf Leinwand, sei es auf Papier –, die durch die zeichnerische Formulierung und die frische Farbigkeit überraschen.


Ker-Xavier Roussel. L’après-midi d’un faune
19. November 2016 bis 2. April 2017

Orphée déchiré par les Ménades, um 1944. Oelfarben auf Leinwand, H: 38, B: 55 cm; Paris, Langlois Nicolas. Photograph unbekannt
Le centaure, um 1941–1943. Pastellkreiden auf Papier, H: 14.9, B: 21.2 cm. Photograph unbekannt
Le repos de Vénus, um 1941–1943. Oelfarben auf Leinwand, H: 19, B: 33.5 cm; Paris, Langlois Nicolas. Photograph unbekannt
Andromède, um 1939–1941. Pastellkreiden auf Papier, H: 14.8, B: 21.2 cm; Paris, Langlois Nicolas. Photograph unbekannt
Paysage à l’arbre bleu, um 1894–1895. Pastellkreiden auf Papier, H: 23.5, B: 17.5 cm; Paris, Masurel Henri. ©Peter Schälchli