Museum Langmatt

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weitere Ausstellungen

Die Augen der Bilder

Sep 17, 2017 bis Dez 10, 2017

tn Porträts renommierter Kunstschaffender der Gegenwart begegnen Meisterwerken der Sammlung des Museums Langmatt. Im Dialog der Epochen zeigt sich ein fundamentaler Unterschied zwischen der Idealisierung von einst und den Porträts von heute als Spiegelbilder gesellschaftlicher Verwerfungen.

Früher spielte das Bedürfnis nach Repräsentation und Idealisierung eine zentrale Rolle und war für die Kunstschaffenden stille Konvention. Ganz anders die Situation in der zeitgenössischen Kunst heute: Die Arbeiten fühlen der Gesellschaft den Puls. Einsamkeit, existentielle Zerrüttung, physische wie psychische Gewalt sind in den Gesichtern ablesbar und belegen die Aktualität einer jahrhundertealten Gattung der Malerei. In einer globalen Welt stellen sich Fragen nach Identität und Zugehörigkeit, nach Herkunft und Heimat. Idealisierung und Repräsentation sind hingegen in Werbung, Unterhaltungsindustrie und Soziale Medien abgewandert.

Der Ausstellungstitel "Die Augen der Bilder" lenkt den Fokus auf die direkte Begegnung zwischen Porträt und Publikum. Wer schaut uns aus den Bildern an? Wie nah oder fremd sind uns die Porträtierten? Was erzählen sie, welche Erinnerungen lösen sie aus? Bezugnehmend auf die Sammlung des Museums liegt der Schwerpunkt der Ausstellung auf Malerei, erlaubt sich aber punktuelle Abstecher in die Bereiche Zeichnung, Skulptur und Installation. Aus der Sammlung sind Werke bedeutender Kunstschaffender vertreten: Jean-Honoré Fragonard (1732 – 1806), Camille Corot (1796 – 1875), Camille Pissarro (1830 – 1903), Edgar Degas (1834 – 1917), Mary Cassatt (1844 – 1926) und Pierre-Auguste Renoir (1841 – 1919).

Sie stehen Werken internationaler Künstlerinnen und Künstler gegenüber: Michaël Borremans (* 1963 in Geraardsbergen/B), Maya Bringolf (* 1969 in Schaffhausen), Marlene Dumas (* 1953 in Kapstadt/ZAF), Klodin Erb (* 1963 in Winterthur), Alexandra Meyer (* 1984 in Winterthur), Luc Tuymans (* 1958 in Mortsel/B), Uwe Wittwer (* 1954 in Zürich). Durch das vergleichende Sehen erschliessen sich Unterschiede, aber auch manch überraschende Gemeinsamkeiten.

Um den eher intimen Charakter von Porträts zu unterstreichen, verwandeln zahlreiche Möbel, Teppiche und Vasen aus der Sammlung der Familie Brown die Gemäldegalerie in einen eleganten Salon, der sich an historischen Fotografien der 1920er-Jahre orientiert: So lebten die Browns inmitten ihrer Bilder. Die Familienmitglieder treten in Porträts der befreundeten Maler Julius Exter (1863 – 1939), Peter Koch (1874 – 1956) und Max Oppenheimer (1885 – 1954) in Erscheinung. Markus Stegmann


Zur Ausstellung erscheint eine Publikation im Hatje Cantz Verlag, Berlin, mit Texten von Markus Stegmann und Isabel Zürcher, deutsch/englisch, Gestaltung Barbieri Bucher, 140 Seiten, Hardcover, Leinen, Fr. 38.00

Die Augen der Bilder
Porträts von Fragonard bis Dumas
17. September bis 10. Dezember 2017

Jean-Honoré Fragonard: Junges Mädchen mit Katze, um 1770. Öl auf Leinwand, 42 x 33 cm; Museum Langmatt
Pierre-Auguste Renoir: Der Zopf, um 1886/87. Öl auf Leinwand, 57 x 47 cm; Museum Langmatt
Pierre-Auguste Renoir: Bildnis Paul Meunier, Sohn von Murer, um 1877. Öl auf Leinwand, 46 x 38 cm; Museum Langmatt
Michaël Borremans: Sleeper, 2007-08. Öl auf Leinwand, 40 x 50 cm; Sammlung Lio Hebbelynck, Belgien. Courtesy Zeno X Gallery, Antwerpen