Museum der Moderne Mönchsberg

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Auf/Bruch. Vier Künstlerinnen im Exil

Jul 1, 2017 bis Okt 29, 2017

tn Das Museum der Moderne Salzburg startet eine Reihe über Künstler*innen mit Exilhintergrund, die durch dieses Projekt wiederentdeckt und neu positioniert werden. Unter dem Titel "Auf/Bruch" werden in der ersten Ausstellung Ellen Auerbach, Grete Stern, Friedl Dicker-Brandeis und Elly Niebuhr vorgestellt.

Während sich die vier Künstlerinnen in ihren jeweiligen Disziplinen professionalisierten, wurden sie durch die Emigration zu beruflichen und persönlichen Neuanfängen gezwungen. Gemeinsam ist ihnen, dass sie im Bereich der Gestaltung tätig waren. In der Ausstellung sind rund 200 Werke zu sehen, die verdeutlichen, wie unterschiedlich der Auf/Bruch ins bzw. im Exil bewältigt wurde.

Das Fotografinnen-Duo ringl+pit, bestehend aus Grete Stern (1904 Elberfeld, DE – 1999 Buenos Aires, AR) und Ellen Auerbach (1906 Karlsruhe, DE – 2004 New York, NY, US) gründete 1929 ein gemeinsames Reklamestudio in Berlin. In der Weimarer Republik waren Frauen als Fotografinnen mit professionellen Ateliers keine Seltenheit. Das Besondere an ringl+pit war ihre künstlerische Zusammenarbeit, bei der sie einander perfekt ergänzten. Beide Künstlerinnen gingen 1933 ins Exil, Auerbach nach New York, Stern nach Buenos Aires. Dort waren sie jeweils auf sich allein gestellt und entwickelten neue Arbeitsformen, um zu überleben.

Friedl Dicker-Brandeis (1898 Wien, AT – 1944 Auschwitz, PL) wurde an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt und der Kunstgewerbeschule in Wien sowie am Bauhaus in Weimar vielseitig ausgebildet. Ab 1923 betrieb sie mit Franz Singer ein Atelier in Berlin und Wien, das sich auf (Innen-) Architektur spezialisierte und sehr erfolgreich war. 1934 floh sie nach Prag und wandte sich der realistischen Malerei und dem Kunstunterricht für Kinder zu. Ihre letzten Arbeiten entstanden im Konzentrationslager Theresienstadt.

Elly Niebuhr (1914–2013 Wien, AT) absolvierte eine Lehre als Schnittzeichnerin in einem Miedersalon, studierte Chemie und begann 1936 eine Ausbildung an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt und im Fotostudio Hella Katz. Sie fotografierte die sozialen Einrichtungen des "Roten Wien" und auf der Straße. 1938 emigrierte sie nach New York und wurde nach ihrer Rückkehr nach Österreich 1947 zu einer der bekanntesten Wiener Modefotografinnen.


Auf/Bruch. Vier Künstlerinnen im Exil
1. Juli bis 29. Oktober 2017

ringl + pit: Pétrole Hahn, Hairconditioner, 1931. Silbergelatine auf Baryt; © Museum Folkwang, Essen
Elly Niebuhr: Mode Gerngross, Neusiedlersee, 1974. Chromogener Abzug; © Universität für angewandte Kunst Wien, Kunstsammlung und Archiv
Grete Stern: Sueno No 28, Buenos Aires, 1951. Silbergelatine auf Baryt, Fotomontage; © Museum Folkwang, Essen