Deutsches Historisches Museum

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Deutscher Kolonialismus. Fragmente seiner Geschichte und Gegenwart

Okt 14, 2016 bis Mai 14, 2017

tn Erstmals präsentiert das Deutsche Historische Museum vom 14. Oktober 2016 bis 14. Mai 2017 in einer großen Ausstellung mit mehr als 500 Exponaten die verschiedenen Aspekte des deutschen Kolonialismus und nähert sich einem Thema an, das zunehmend in die öffentliche Aufmerksamkeit rückt. Obwohl das Deutsche Reich von 1884 bis zum Ende des Ersten Weltkriegs 1918 eine der großen europäischen Kolonialmächte war, zieht die koloniale Vergangenheit in Deutschland erst seit wenigen Jahren verstärkt ins öffentliche Bewusstsein ein. Nicht zuletzt die aktuellen Debatten über die Anerkennung des Völkermords an den Herero und Nama tragen dazu bei.

Die Ausstellung des Deutschen Historischen Museums legt die koloniale Ideologie offen, die von einem europäischen Überlegenheitsdenken geprägt war. Sie zeigt die vielfältigen Herrschaftsbeziehungen, die von lokal geprägten Allianzen über Ausübung alltäglicher Gewalt bis hin zum Kolonialkrieg in Namibia und Genozid reichten. Ebenso vielschichtig waren die kolonialen Begegnungen, die sich auch im Wechselspiel zwischen Kolonien und Kaiserreich entfalteten. In ihnen verfolgten afrikanische, ozeanische und deutsche Akteure ihre jeweiligen Ziele und loteten ihre Handlungsspielräume aus.

Die Ausstellung beleuchtet die Motive der Missionare, Beamten, Militärs, Siedler oder Kaufleute auf deutscher Seite ebenso wie die Interessen der Kolonisierten. Sie geht der Frage nach, inwieweit die Perspektiven der Kolonisierten in der historischen Überlieferung berücksichtigt sind und inwiefern dies im Widerspruch steht zum schieren Umfang von Sammlungen und Archiven, die in der Kolonialzeit entstanden sind und die die Machtverhältnisse stützten.

Das ausgeprägte koloniale Bewusstsein hielt auch nach 1919 an, obwohl Deutschland in Folge der Niederlage im Ersten Weltkrieg mit dem Versailler Vertrag die Kolonien aberkannt worden waren. Dieser kontroversen Erinnerung an die koloniale Vergangenheit gibt die Ausstellung Raum, während künstlerische und zivilgesellschaftliche Perspektiven Einblicke in die Gegenwart des deutschen Kolonialismus in den betroffenen Ländern und in Deutschland eröffnen.


Deutscher Kolonialismus. Fragmente seiner Geschichte und Gegenwart
14. Oktober 2016 bis 14. Mai 2017

Unterspülter Bahndamm zwischen Keetmanshoop und Lüderitz; Fotografie, um 1910. © Deutsches Historisches Museum
Reichsflagge an einem afrikanischen Speer, 1892. © Deutsches Historisches Museum
Hans Looschen: Kriegsgefangener Bahadur Rai Barma, Gurkha; Öl auf Lw., 1916 (heute Tansania). © Deutsches Historisches Museum
Tropenhelm für Reichsbeamte, um 1900. © Deutsches Historisches Museum